Simmerath: Ehemaliges Gerätehaus ist zum Dorfmuseum geworden

Simmerath: Ehemaliges Gerätehaus ist zum Dorfmuseum geworden

„Steckenborn ist um eine interessante Attraktion reicher“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns am Sonntag bei der Einweihung des Dorfmuseums. Viele Besucher feierten einen geselligen Frühschoppen und nahmen das neue Museum in Augenschein.

Aus dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus ist ein historisches Dorfmuseum geworden; den Weg dahin zeichnete Christof Hilger, der Vorsitzende des Ortskartells Steckenborn, auf.

Nachdem der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses beschlossen war und das alte Gebäude schlimmstenfalls abgerissen worden wäre, hatte der damalige Ortsvorsteher Alex Stiel die Idee, hier ein Dorfmuseum einzurichten.

Seine „Herzensangelegenheit“ verfolgte Alex Stiel energisch und beharrlich, er fand Hilfeleistung bei ortsansässigen Firmen; auch die Sparkasse Aachen, die Raiffeisenbank und die Stawag unterstützten das Vorhaben. Christof Hilger dankte allen, die bei den Arbeiten im und am Gebäude geholfen hatten, und auch denjenigen, die nun dafür sorgten, dass die Einweihung zu einem Fest werden konnte.

Alex Stiel, dem die Freude ins Gesicht geschrieben stand, erinnerte sich: „Im März 2009 habe ich dieses Projekt vorgeschlagen, und von da an hatte ich die Sache an der Backe! Der Geist war willig, aber das Geld war knapp.“ Er wies auf die schlichte Gestaltung des Innenraumes hin, die Gegenstände sollen zur Geltung kommen. Ein Ausstellungsstück liegt ihm offensichtlich besonders am Herzen, hierzu erzählte er eine Geschichte: Das „Sonntagskleid“ der Wunderheilerin Maria Katharina Koll, genannt „Maricketreng“.

In den Genuss ihrer heilenden Kräfte kam vor vielen Jahren ein kleines Mädchen, das schlimme Verbrennungen erlitten hatte. Die Heilerin nahm dem Kind nicht nur die Schmerzen, es blieben auch keine Narben zurück. Das muss Alex Stiel genau wissen, denn aus dem Kind wurde seine Frau Hertha.

Steckenborns Ortsvorsteher, Ralph Löhr, lobte das außergewöhnliche Engagement des Ideengebers und Initiators Alex Stiel; die gelungene Fertigstellung des Dorfmuseums sei aber auch ein Beispiel des großen Interesses der Steckenborner an ihrem Heimatort.

Hans-Josef Hilsenbeck, der stellvertretende Städteregionsrat, meinte: „Heimatverbundenheit ist hier nicht nur eine Worthülse; die traditionsreiche Heimat wird im Dorfmuseum aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.“

Dann war der Andrang groß, erstens im Gebäude, wo beispielsweise Bildtafeln, alte Bücher und Fotos, die Einrichtung eines ehemaligen Lebensmittelgeschäftes und ein handgefertigter Webstuhl zum Schauen einluden, zweitens draußen, wo leckere Verpflegung von Trevel bis Kuchen gereicht wurde.

(ale)
Mehr von Aachener Zeitung