Monschau: Egal ob Buchdruck, Caffee-Rösterei oder Skulpturen

Monschau: Egal ob Buchdruck, Caffee-Rösterei oder Skulpturen

Ein bisschen durch die Stadt schlendern und mit der Familie ein schönes Museum besichtigen, so sieht für viele ein klassischer Sonntagnachmittag aus. Doch am vergangen Freitagabend öffneten elf Museen ihre Pforten für Nachtschwärmer.

Besonders das Druckereimuseum Weiss in Imgenbroich lockte hohe Besucherzahlen an. Anlässlich deren zehnjährigen Jubiläums öffnete dieses nämlich die Türen des neuen Werks 3, in welchem die Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen durften. Museumsleiter Kurt Förster zeigte sich begeistert von dem Event „Nachts im Museum”. Sein Museum beschäftige sich mit einer Zeitreise über die Entstehung des Buchdrucks. Diese beginne bei den Hieroglyphen, und endet über Guttenberg im Jahre 1450 im heutigen digitalen Zeitalter. Kaum vorstellbar sei es für die Besucher, dass vor noch knapp 40 Jahren die Buchdrucke mit Hilfe von einer Bleisetzerei stattfanden.

Ebenfalls in Imgenbroich ansässig ist das Musikmuseum. Die Ausstellung beschäftigt sich mit mechanischen Musikinstrumenten insbesondere der 20er und 30er Jahren. Die Interessenten lauschten den Vorträgen von Thomas Jansen, der den Besuchern anhand einzelner Instrumente den Trick des „selbst-spielenden” Klaviers erklärte. Wolfgang Haas, der jahrelang als Restaurator an Jansens Seite arbeitete, erzählte von dem Wachstumsprozess der Instrumente des Sammlers, sowie dessen Enthusiasmus, die schwer beschädigten Instrumente zu restaurieren. Erwähnenswert scheint die Tatsache, dass Thomas Jansen das Handwerk der Musikrestauration nie wirklich erlernte, sondern vielmehr seine Kenntnisse über „learning by doing” ansammelte.

In Höfen präsentierte sich zum einem die Bildhauerwerkstatt von Gerhard Hensen, in welcher Figuren aus Bronze, Keramik und Holz im Skulpturengarten ausgestellt wurden, und zum anderen das Webereimuseum im Haus Seebend. Dieses relativ junge Museum, welches unter der Leitung von Regina Scholl steht, lockte die Zuhörer mit ihren über 50 Jahre alten Webstühlen an.

In Mützenich vertrat das Kunst- und Kulturzentrum „Weisses Pferdchen” das Dorf. Der Inhaber Bernhard Schrouff lobte die Künstler, welche sich im Laufe des Abends mit Führungen abwechselten und ihre beginnende Wanderausstellung „Einsamkeit” präsentierten.

Nicht zuletzt war in der Altstadt anlässlich von „Nachts im Museum” viel los. Besonders die Caffee-Rösterei Maaßen lockte die Besucher an. Das Unternehmen, wird seit 2004 von den Ur-Ur-Enkeln des Gründers, den Brüdern Peter und Werner Maasen, geleitet. Ebenfalls ein Museum, das in der Familie blieb, ist das Rote Haus. Das Patrizierhaus, welches als Wohn- und Geschäftshaus genutzt wurde, steht unter der Leitung von Dietmar und Bettina Gonnermann, welche die Museumsleitung von den Eltern Bettina Gonnermanns übernahmen. Doch nicht nur Museen, sondern auch Galerien zogen die Zuschauer in den Bann.

Die Galerie Beumers präsentierte insbesondere Gemälde von Manfred Beumers, welcher unter seiner Stilrichtung des Impressionismus auch einzelne Bilder Monschaus schuf. Die ebenfalls im historischen Wehrturm gelegene Galerie Lichtblau zeigte Bilder, aber auch Skulpturen und Collagen von vier verschiedenen Künstlern. Das Besondere an dieser Ausstellung: Die Zuschauer konnten hier direkt den Entstehungsprozess eines Kunstwerks beobachten, indem sie den Künstlern bei der Arbeit zusahen.

Abweichend von den Kunst- und Kulturmuseen, zeigten sich noch zwei wohlbekannte Museen der Altstadt, bei welchen der Genuss im Vordergrund steht. Sowohl das Brauereimuseum, in welchem alte Brauereigerätschaften bestaunt werden konnten, als auch die Senfmühle zeigten sich von ihrer besten Seite.

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