Monschau: Dritter Netliner soll noch mehr Flexibilität bringen

Monschau: Dritter Netliner soll noch mehr Flexibilität bringen

Sie kommen, wenn man sie braucht und sie fahren auch in die etwas abgelegeneren Stadtteile. Die zwei flexiblen Netliner der Aseag sind jetzt gut anderthalb Jahre in Monschau im Einsatz. Weil es insbesondere im Pendlerverkehr immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen ist, wird ab Montag, 16. Juli, ein dritter Netliner im Stadtgebiet seine Runden drehen.

Der Kosten für den dritten Kleinbus belaufen sich laut Bürgermeisterin Margareta Ritter auf etwa 100 000 Euro. Die Stadt Monschau habe ihre Mittel aus der kommunalen Investitionspauschale für diese Anschaffung zur Verfügung gestellt.

Mit dem zusätzlichen Fahrzeug reagiere man vor allem auf die Kritik, dass am späten Nachmittag und frühen Abend die bisherigen Netliner durch Pendler meist ausgebucht gewesen sind. Deswegen gibt es jetzt auch montags bis freitags drei Netliner-Fahrten zu festen Zeiten. Um 16.31, 17.31 und 18.31 Uhr kann man ab Imgenbroich Bushof über Widdau, Rohren nach Höfen und über Mützenich nach Kalterherberg fahren — zusätzlich zu dem flexiblen Rufangebot.

„Die starke Nachfrage von Pendlern ist mit zwei Netlinern schwer zu bedienen. Es ist uns aber auch wichtig, das flexible Angebot in Monschau generell zu erweitern“, sagt Ritter. „Auch viele junge Menschen nutzen das Angebot und Mama muss nicht mehr Taxi spielen.“

Die monatlichen Fahrgastzahlen in Monschau sind seit der Einführung der beiden ersten Netliner um rund 30 Prozent gestiegen, sagt Hermann Paetz, Betriebsleiter der Aseag. Denn „waren vorher mit den Linien 84 und 85 knapp 1700 Fahrgäste unterwegs, so nutzen jetzt über 2200 Menschen die Kleinbusse“, die die Linien 84 und 85 montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr und zwischen 15 und 20 Uhr ersetzen. Zu anderen Zeiten sind die Kleinbusse nicht unterwegs. „Dazwischen fahren weiterhin die großen Linien. Für den Schülerverkehr reichen die Netliner nicht aus“, sagt Paetz.

13 Sitz- und sieben Stehplätze sowie Platz für Rollstuhl und Kinderwagen bieten die Kleinbusse. Zusteigen kann man an den regulären Haltestellen und an den eigens für den Netliner errichteten Spots. Davon gibt es neun Stück, die teilweise an Orten liegen, die laut Paetz mit einem normalen Bus kaum zu erreichen sind.

Das Bedienungsgebiet des Netliners endet in Richtung Roetgen am Bushof in Imgenbroich. Deswegen ist es Bürgermeisterin Ritter ein Anliegen, dass Konzen in Zukunft noch angeknüpft wird.

Gerade in den ersten drei Monaten nach Einführung der Netliner hatte es viel Kritik für das Rufbussystem gegeben. Sowohl beim Ordnungsamt der Stadt Monschau, als auch bei der Aseag in Aachen waren regelmäßig Beschwerden eingegangen: gestrandete Passagiere, wie auch Fahrgäste, die an einer Bushaltestelle stehend verdutzt dem vorbeifahrenden Kleinbus hinterher schauten, oder frustrierte Benutzer, die bereits beim Versuch der Registrierung scheiterten. Auch die ausgebuchten Kleinbusse zur Pendlerzeit wurden stark bemängelt.

„Die kritischen Stimmen sind weniger geworden. In Gänze bekommen wir viele positive Rückmeldungen. Das ist einfach ein bedarfsorientiertes System, was auf viel Zuspruch stößt“, sagt Ritter.

Viele Kunden schätzten auch die Vertrautheit des Busses. „Das Miteinander ist ganz anders, zwischen Fahrgast und Fahrer entwickelt sich eine Beziehung“, sagt Halil Yves Inan, der den Netliner in Monschau betreibt und Geschäftsführer von KBE Drive in Roetgen ist. Mittlerweile buchten sogar viele Schulklassen und Kindergärten den Netliner für ihre Ausflüge.

(cap)