Konzen: Dorfrundgang mit Geschichten und Geschichte

Konzen: Dorfrundgang mit Geschichten und Geschichte

Der Legende nach soll Papst Leo III (Papst von 795 bis 816) auf seiner Flucht von Rom über die Alpen nach Paderborn zu Karl dem Großen Station in Konzen gemacht und dabei die Pankratius-Kapelle eingeweiht haben. Tatsache aber ist, dass Kaiser Karl, wie oft auch immer, in Konzen geweilt hat.

Tatsache ist auch, dass Weber aus Konzen der beschwerlichen Fahrt zur Arbeit nach Aachen überdrüssig waren und daher im Jahr 1907 im heutigen Kirchbruch die Genossenschafts-Weberei gegründet haben.

Geschichte und Geschichten auf dem „Dorfrundgang” in Konzen. Mehr als 100 Gäste, darunter auch Kreisdirektor Helmut Etschenberg, haben sich am Sonntag Vormittag aufgemacht, unter sachkundiger Führung von Ortsvorsteher Matthias Steffens Konzen auf dem rund vier Kilometer langen „Dorfrundgang” zu erkunden.

Die Erkenntnis dabei: Von Konzen, dem ältesten Ort weit und breit, ist die Besiedlung und die Christianisierung der Nordeifel (Mutterkirche des Monschauer Landes) ausgegangen. „Die bewegte und ereignisreiche Geschichte von Konzen soll ein neues Bemühen um die Dorfgeschichte auslösen”, sagte Ortsvorsteher Matthias Steffens am Sonntag Mittag, als die „Dorfrundgänge” im Bereich der Stadt Monschau offiziell eröffnet wurden.

Der Wander-, Familien- und Dorferlebnistag war für Konzen ein kleiner Festtag: Viele Gäste waren gekommen, um einmal den „Dorfrundgang” und zum anderen den neuen Wanderweg „WW 34-Vennroute” zu erkunden. Willi Frank, Vorsitzender des Eifelvereins Konzen, stellte in seinem Grußwort heraus, dass Konzen neben seiner großen Geschichte ringsum auch herrliche Landschaften wie das Belgenbachtal und das Hohe Venn zu bieten hat. Willi Frank erinnerte auch an die lange Tradition der Wallfahrten zum Heiligen Pankratius. „Vielleicht werden in Zukunft solch alte Traditionen noch einmal belebt.” Ortsvorsteher Matthias Steffens dankte dem Eifelverein dafür, dass er bereit ist, am „Dorfrundgang” mitzuarbeiten und ihn auch künftig zu pflegen. Er sieht in den „Dorfrundgängen” die Chance, gemeinsam mit den Schulen den Kindern und Jugendlichen die Geschichte der Dörfer näher zu bringen.

Hohes Potential

Für Bürgermeister Theo Steinröx sind die neuen „Dorfrundgänge” ein „weiterer Schwerpunkt in der touristischen Entwicklung” im Gesamtprojekt „Wanderbares Monschau”. Er wies auf das „hohe Potenzial” hin, mit dem die Dörfer der Stadt weiter belebt und Gästen wie Einheimischen Ortsgeschichte, Ortsbild, Handel, Handwerk und Naturerleben „näher und neu bewusst gemacht werden” könne. Historische Bauwerke wie die Pankratius-Kapelle in Konzen sind, so der Bürgermeister, „herausragende Zeitzeugen der Entwicklung des Monschauer Landes”. Sein Appell: Hotellerie und Gastronomie sollen sich stärker in die Angebote rund um das „Wanderbare Monschau” einbinden.

Musikalisch begleitet wurde der erste Dorferlebnistag zunächst vom Musikverein „Eintracht”, am Nachmittag waren dann der Frauenchor des Eifelvereins und das große Orchester des Trommler- und Pfeiferkorps zu hören.

Das Interesse am „Dorfrundgang” war so groß, dass sich am Nachmittag eine weitere Gruppe mit mehr als 30 Leuten auf den Weg machte. Wanderführer mit sachkundigen Erläuterungen unterwegs war Otto Huppertz, der Kulturwart des Eifelvereins in Konzen.

Beim Wander- und Dorferlebnistag haben Eifelverein und Monschau-Touristik eng zusammengearbeitet.

Die Monschau-Touristik war mit einem Info-Stand präsent, dort gab es aktuelle Broschüren und Wanderkarten zum „Wanderbaren Monschau”. Schließlich wurden die Gäste, die auf den Schulhof am Dorfplatz gekommen waren, zu einem Quiz eingeladen. Gesucht wurden Antworten zu Fragen aus dem „Dorfrundgang” in Konzen. Dabei erfuhren die rund 150 Teilnehmer/innen, dass 1947 im „Feuerbachtal” der letzte Torf gestochen wurde, dass der schöne Kreuzweg in der Kirche aus dem Jahr 1902 stammt und dass die Höhe als höchster „Berg” in Konzen 572 Meter hoch ist. Lohn für den Sieger war ein Einkaufsgutschein.

Der „Dorfrundgang” in Konzen wird demnächst noch mit mehr als einem Dutzend Bänke ausgestattet, der Eifelverein wird aus dem Bauholz, das die Stadt liefert, die Bänke zimmern.

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