Rohren: „Dorflädchen Rohren“: Umsatzrückgang trotz großem Bemühen

Rohren: „Dorflädchen Rohren“: Umsatzrückgang trotz großem Bemühen

Im rund 600 Einwohner zählenden Dorf Rohren gibt es noch ein Lebensmittelgeschäft. Es befindet sich in der Ortsmitte und ist gut zu erkennen am weithin sichtbaren gelben Schild mit der Aufschrift „Dorflädchen Rohren“. Eine nach Jahreszeit und aktuellen Ereignissen wechselnde Dekoration fällt zusätzlich ins Auge. Das Warensortiment erfüllt die Ansprüche für einen normalen Haushalt, sogar frischer Wurstaufschnitt wird in guter Qualität angeboten.

Dies alles wurde auf der Generalversammlung der Konsumgenossenschaft Rohren hervorgehoben. Und trotz aller Bemühungen sind die Umsätze rückläufig.

In der Alten Schule kamen die Mitglieder der Konsumgenossenschaft und des Aufsichtsrates am Dienstagabend zusammen. Geschäftsführer Heinz Josef Hermanns legte den Jahresabschluss 2015 vor. Ein kleiner Überschuss von 2600 Euro konnte nur dadurch erzielt werden, dass man Spenden bekam, beispielsweise vom Ortskartell aus der Versteigerung des Kirmesbaums. Erfreulich sei, dass die Verschuldung kontinuierlich zurückgehe und man voraussichtlich in fünf Jahren schuldenfrei wirtschaften könne, erläuterte Hermanns.

Die Stufen zum Eingang des Ladens seien erneuert worden, ebenso die Schaufensterscheiben und die Eingangstür; dabei haben sich Handwerker unentgeltlich eingesetzt. Heinz Josef Hermanns bedankte sich „bei allen Rohrenern, die den Laden immer wieder unterstützen“.

Auch Monika Krings, die Vorsitzende des Aufsichtsrates, bestätigte einen leichten Umsatzrückgang: Im Jahr 2015 habe der Umsatz 211 000 Euro betragen, im Vorjahr noch 216 000 Euro. „Die Lage bleibt problematisch“, resümierte sie, „Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat sowie etliche Handwerker arbeiten ehrenamtlich. Jedoch müssen die Fixkosten verdient werden.“

Ein Ärgernis ist für die Genossenschaftsmitglieder die alle zwei Jahre stattfindende gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des Genossenschaftsverbands. Dazu äußerte sich Heinz Josef Hermanns: „Die setzen drei Tage Prüfung an für unseren Tante-Emma-Laden, und zum Schluss bekommen wir eine Rechnung, höher als 2000 Euro.“ Das will er nicht mehr hinnehmen und hat sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gewandt.

Es gebe eine vage Hoffnung, von dieser Prüfung befreit zu werden, berichtete er. Bruno Gerhards beklagte, dass bei allem sorgfältigen Wirtschaften und Sparen ihnen von außen Abgaben aufgezwungen werden, die das Überleben erschweren: „Wir strengen uns an, um eine schwarze Null zu erreichen, zahlen keine Steuern, aber wohl Fremdenverkehrsabgabe. Das kann doch nicht sein!“ Rasch war man sich bei den anstehenden Wahlen einig, dass Bruno Gerhards im Vorstand bleiben soll, ebenso wurde Mathilde Schmitz wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

In der lebhaften Diskussion zum Schluss der Versammlung wurde hervorgehoben, dass ein „Brandbrief“ an die Rohrener Bevölkerung, wie er beispielsweise in 2014 verteilt wurde, „für einige Monate Wirkung zeigt, aber die verpufft dann wieder“. Wie wichtig es sei, im Dorflädchen einzukaufen, das wolle man den Rohrenern wieder ans Herz legen, denn „wenn die Umsätze nicht stabilisiert werden können, wird die Lage bedrohlich“. An den freundlichen und kompetenten Verkäuferinnen kann es nicht liegen. Als Zeichen der Anerkennung erhielten Anita Brandenburg, Therese Dederichs, Monika Krings, Christel Kirfel und Hermine Offermann eine Rose.

(ale)
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