Roetgen: Doppeljubiläum: Frauenhilfe seit 70 Jahren aktiv

Roetgen: Doppeljubiläum: Frauenhilfe seit 70 Jahren aktiv

Die Evangelischen Frauenhilfe Roetgen feiert gleich ein doppeltes Jubiläum: Seit 70 Jahren gibt es Evangelische Frauenhilfe und seit 40 Jahren den Müttertreff. Gefeiert wird am Sonntag, 27. November, um 9.30 Uhr in der evangelischen Kirche.

Der Adventsgottesdienst wird seit vielen Jahren vom Frauen- und Müttertreff nach einem Vorschlag des Landesverbandes liturgisch gestaltet. Da lag es in diesem Jahr nahe, das Doppeljubiläum gleich mitzufeiern. Das Thema des Festgottesdienstes ist „Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit“. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Chor Cantus Oecumenicus unter Leitung von Peter Emonds, der Posaunenchor unter Leitung von Helmut Bechtel und Christof Goffart an der Orgel. Nach dem Gottesdienst wird zum Empfang in das Gemeindehaus eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Die Gründerin der Frauenhilfe Deutschland ist die Kaiserin Auguste Viktoria, die aus Preußen um das Jahr 1900 Frauen zum „Kirchlichen Hilfsverein“ aufrief. Die Industrialisierung brachte Arbeitslosigkeit und Verelendung großer Bevölkerungsschichten mit sich und praktische Dienstleistungen, wie Krankenpflege, Familienversorgung und hauswirtschaftliche Unterweisung waren notwendig. Suppenküchen und Nähstuben wurden eingerichtet. Später entwickelte sich unter anderem die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland e.V. mit ehrenamtlich tätigen Frauengruppen in den Kirchengemeinden, die sich unterschiedlichsten Aufgaben stellten.

1934 gründete Emmi Welter den Kreisverband der ev. Frauenhilfe Aachen. Sie gehört zu den großen Frauen der Stadt Aachen, war Stadträtin und eine der ersten Frauen in Adenauers Kabinett. Im Kirchenkreis Aachen treffen sich zur Zeit etwa 27 Gruppen mit knapp 1000 Frauen regelmäßig zu Gesprächen oder Aktionen. Besonders wichtig ist den Frauen die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung des jährlichen Weltgebetstages der Frauen.

Vor 40 Jahren leitete Pfarrer Dr. Eltester die ältere Frauenhilfe in Roetgen, die 1990 sein Nachfolger Pfarrer Wolfgang Köhne übernahm. Karin Eltester. Ingeborg Schildknecht und Brigitte Merkwitz gründeten am 11. November 1976 die jüngere Frauenhilfe, den „Frauen- und Müttertreff“. Themen aus Erziehung, Bildung, Gesellschaft und Politik wurden mit aufgenommen.

Auch die Gen-Technik, der Paragraf 218 und Umweltprobleme wurden mit Hilfe von Referenten der Erwachsenenbildung erörtert. Aktuell ist das Thema „Flüchtlingspolitik“ und Flüchtlingssituation in Roetgen sehr präsent. Die Treffen der Frauenhilfe sind jeweils mittwochs um 15 Uhr, der Frauenhilfe-Müttertreff kommt an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 15 Uhr zusammen,

Dankbar, dass von etwa 30 Gründungsmitgliedern noch zwölf Frauen aus der ersten Runde dabei sind, freuen sich die Frauen auf das Fest.