Woffelsbach: DLRG-Boot kentert: Alle zehn Insassen gerettet

Woffelsbach: DLRG-Boot kentert: Alle zehn Insassen gerettet

Dramatischer Zwischenfall in der Woffelsbacher Bucht mit glimpflichem Ausgang: Nach dem Kentern eines Bootes der DLRG blieben am Montagmorgen alle zehn Insassen, darunter vier Kinder der Aachener Kleebachschule für Geistigbehinderte, unverletzt. Lediglich Unterkühlungen durch das zehn Grad kühle Rurseewasser und den ein oder anderen gehörigen Schrecken mussten die beiden Notärzte und der Rettungsdienst diagnostizieren.

Großeinsatz am Rursee am Montagmorgen: „Boot mit teils behinderten Personen gekentert“ lautete die Meldung, die um 11.34 Uhr über die Leitstelle herausgegeben wurde. Es erfolgte eine großflächige Alarmierung für die Feuerwehren in Rurberg, Woffelsbach, Kestermnich, Steckenborn und die Führungsgruppe der Gemeindewehr, für das Technische Hilfswerk, die Polizei, Rettungsdienste in Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg, zwei Notärzte sowie den Rettungshubschrauber des ADAC.

Das THW machte sich am Nachmittag auf die Suche nach dem Wrack. Foto: R. Roeger

Ein Boot mit zehn Insassen war circa 200 Meter vom Ufer der Woffelsbacher Bucht im Bereich des Yachthafens in Not geraten, nachdem ein Leck, so erste Erkenntnisse der DLRG, Wasser in den Bootskörper eindringen ließ. Auf dem rund 5,50 Meter langen Motor-Rettungsboot, einer „Vieser Shadow“, befanden sich nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr, Christian Förster, vier Kinder mit Behinderung sowie drei Betreuer und drei Helfer der DLRG. „Glücklicherweise trugen alle Bootsinsassen Rettungswesten“, so der Sprecher der Feuerwehr, die sich unter anderem von Rurberg aus mit dem Feuerwehrboot zum Unglücksort begeben hatte.

Versuche, das gesunkene Boot zu bergen, gestalteten sich als schwierig. Foto: R. Roeger

Dort angekommen, mussten die freiwilligen Helfer jedoch nicht mehr eingreifen, da die Bootsinsassen von der zufällig vorbeikommenden „Stella Maris“ der Rurseeschifffahrt und einem Hilfsboot des Yachtclubs Rurseeaufgenommen und gerettet worden waren.

Es erfolgte eine großflächige Alarmierung für die Feuerwehren im Umland. Foto: psm

"Wir unternehmen mehrmals im Jahr mit behinderten Kindern der Aachener Kleebachschule solche Ausflugsfahrten zum Rursee. Meistens können die jungen Teilnehmer dann in Begleitung eines unserer Rettungsboote segeln. Das war diesmal aber wegen des ruppigen Windes nicht möglich“, berichtete Martin Pieren, Einsatzleiter der DLRG im Bezirk Aachen. Ersatzweise beschloss man daher, eine Bootstour zu einem Spielplatz auf dem gegenüberliegenden Ufer der Wioffelsbacher Bucht zu unternehmen.

Rettungsdienste aus Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg waren bei dem Großeinsatz am Rursee vor Ort. Foto: psm

Auf dem Weg dorthin ging dann wenige Minuten nach dem Ablegen alles ganz schnell: Wasser drang ein, die zehn Bootsinsassen retteten sich ins Wasser und schließlich auf die „Stella Maris“. Nur wenig später sank das havarierte Boot und trudelte auf den Rurseegrund.

Neben Feuerwehr und Notarzt war auch das Technische Hilfswerk war im Einsatz.

Der Wasserverband Eifel-Rur als Talsperrenbetreiber und die DLRG als Besitzer des gesunkenen Bootes, veranlassten umgehend die Bergung durch das Technische Hilfswerk. Am Montagabend konnte das Wrack jedoch nicht mehr gefunden werden. Betriebsstoffe des mitgesunkenen Motors traten jedoch nach ersten Erkenntnissen nicht in den Trinkwasserspeicher aus, „wir sind die Unfallstelle mehrfach abgefahren und haben weder Öl noch Benzin auf der Oberfläche feststellen können“, so Christian Förster.

Die freiwilligen Helfer mussten jedoch nicht mehr eingreifen.

„Sehr erleichtert“, äußerte sich am Nachmittag Helmut Heinzen, der Leiter der Kleebachschule, über den glimpflichen Ausgang des Bootunfalls: „Die vier Kinder sind zwar vorsorglich ins Stolberger Krankenhaus gebracht worden, aber sie scheinen so weit wohlauf zu sein“, so der Schulleiter, der auch den drei begleitenden Lehrkräften der Zehn- bis Zwölfjährigen umsichtiges Verhalten attestierte. Die
Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren kamen mit Unterkühlungen in ein Krankenhaus. Mindestens eines von ihnen sollte zur Beobachtung die Nacht dort verbringen, berichtete Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Förster in Simmerath (Städteregion Aachen).

Warum das als „unsinkbar“ geltende Motorboot sinken konnte, müssen nun die weiteren Ermittlungen erbringen. Foto: psm

Warum das als „unsinkbar“ geltende Motorboot sinken konnte, müssen nun die weiteren Ermittlungen erbringen.

Auch ein Rettungshubschrauber des ADAC wurden angefordert. Foto: psm