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Nordeifel: Dieser Dezember geizte mit der Kälte

Nordeifel : Dieser Dezember geizte mit der Kälte

Der Dezember 2003 war trotz einiger kurzzeitiger Kaltluftvorstöße wieder zu mild - wie schon viele seiner Vorgänger in den letzten Jahren.

Die letzten kalten und teils schneereichen Dezember gab es 1995 und 1996 in unserer Region. Die Abweichung von der langjährigen Durchschnitts-Gesamttemperatur („Mittel”) betrug meist +0,5 Grad - in Simmerath sogar +0,6 Grad - und passte damit gut ins viel zu warme Jahr 2003.

Mit einem fast frühlingshaften Paukenschlag startete der 1. Dezember. Eine böiger Föhnwind steigerte die Höchsttemperaturen in der Nordeifel und im Raum Aachen auf 12 bis 17 Grad Wärme.

So wurden 12 Grad in Mützenich, 13 Grad in Höfen, 14 Grad in Roetgen und 17 Grad in der Aachener Innenstadt und in Würselen gemessen. Der Wärmerekord des Dezember wurde nur knapp verfehlt, denn am 4.12.1953 wurden 17,6 Grad festgehalten. In den letzten 25 Jahren wurde im Höhengebiet kein wärmerer Dezembertag registriert.

Es gab aber auch Kältevorstöße mit Schneefall in der Eifel. Kurz vor Weihnachten schneite es sogar bis ins Flachland, selbst in Aachen bildete sich die erste Schneedecke des Jahres, die dann aber leider über Weihnachten nicht liegen blieb.

Normalerweise wird wenigstens eine Höhe von rodeltauglichen fünf Zentimetern im Flachland aufgeschrieben. Auch in den Hochlagen reichte die Schneedecke bis zum 31.12. nicht fürs Skifahren. Zu Heiligabend wurde wenigstens in den höher gelegenen Orten um Monschau und Simmerath, vor allem in Höfen, Kalterherberg und Mützenich, bei 8 bis 12 Zentimetern Schneedecke die „Weiße Weihnacht” Wirklichkeit. Doch schon an den Weihnachtsfeiertagen setzte das berüchtigte Tauwetter ein und ließ alle Wintersportwünsche zerfließen.

Die niedrigsten Temperaturen waren alles andere als klirrend kalt. Um Nikolaus wurden die Tiefstwerte des Monats abgelesen. Aus Würselen wurden -5,2 Grad gemeldet, und selbst in den Höhengebieten des Kreises Aachen waren es „nur” -7,5 Grad in Höfen und Kalterherberg. Nur die Tallagen wiesen extreme Tiefstwerte durch Kaltluftseenbildung auf, so zum Beispiel Küchelscheid im Oberen Rurtal mit -10,5 Grad. Mit -13 Grad am Erdboden verzeichneten die Mulden des Hohen Venns da schon eher winterliche Werte.

Statt an den üblichen neun Frosttagen mussten wir im Dezember in den Niederungen nur in sieben Nächten richtig heizen. In Mützenich und Höfen wurden zwar 20 Frosttage errechnet, aber auch das war nicht wirklich viel. Die Heizkostenersparnis war 2003 sicherlich in jedem Haushalt ein guter Puffer für die anstehenden Erhöhungen.

Wenn man sich die numerische Entwicklung der Frostnächte im 20-jährigen Mittel anschaut, so zeigt der erste Wintermonat eine deutliche Tendenz: Von 1924 bis 1943 wurden in Aachen 14 Frostnächte im Mittel beobachtet, von 1944 bis 1963 wurden noch 12 Frostnächte ermittelt, von 1964 bis 1983 waren es nur noch 11 Frostnächte und in den letzten 20 Jahren (1984 bis 2003) sogar nur noch 10 im Schnitt.

Das Mittelmeerklima rückt auch in den Wintermonaten immer näher, dies belegen auch die Schneehöhen in den Wintersportorten.

Zum Wind: Mehrere Sturmtiefs produzierten im Dezember die stärksten Windböen des Jahres, ohne dass aber großer Schaden angerichtet wurde. Am dritten und vor dem vierten Adventwochenende stürmten „Fritz” und „Jan” mit Stärke 8 bis 9 über die Eifel hinweg.

Ganz außerhalb der Normalsituation eines Dezember lagen die Sonnenstundenzahlen. Das war aber 2003 keine Seltenheit, so dass der letzte Monat des Jahres mit 76 Stunden in Würselen ein „Tüpfelchen” auf das Sonnenjahr setzte. Gegenüber den Normalwerten bedeutete dies 190 Prozent Sonnenschein, also fast eine Verdoppelung. Die Höhengebiete der Nordeifel erreichten beispielsweise in Schöneseiffen mit 63 Stunden und in Kalterherberg mit 59 Stunden ebenfalls enorm hohe Werte.

Trockenheit

Gleiches passierte beim Niederschlag, auch hier wurde die Trockenheit des Jahres 2003 vollendet. Meist wurden im Flachland nur 40 bis 60 Prozent des normalen Regens oder Schneefalls beobachtet, in den Bergen war es etwas besser.

Einige Werte: Mützenich 159 Liter, Kalterherberg 113 Liter, Höfen 107 Liter, Roetgen 103 Liter, Lammersdorf 94 Liter, Schöneseiffen 90 Liter, Strauch 85 Liter, Aachen 80 Liter, Heimbach 63 Liter und Würselen 57 Liter.