1. Lokales
  2. Eifel

Nach Corona-Pause : Die Landkirmes feiert ein großes Comeback in der Nordeifel

Nach Corona-Pause : Die Landkirmes feiert ein großes Comeback in der Nordeifel

Nach zwei Jahren Zwangspause konnte traditionell am Wochenende nach Johannes in vielen Orten wieder auf unterschiedliche Art und Weise Landkirmes gefeiert werden – und wie!

Vieles, sehr Vieles ist in den vergangenen zwei Jahren wegen des Coronavirus auf der Strecke geblieben. Auch das Vereinswesen und lieb gewonnene und traditionsreiche dörfliche Veranstaltungen konnten nicht stattfinden. Und nicht Wenige haben befürchtet, dass es „nach Corona“ nicht mehr so sein würde wie vorher. Doch das vergangene Wochenende hat gezeigt, dass die Menschen in den Dörfern die Rückkehr der Landkirmes mit großer Anteilnahme gefeiert haben. So wie in Mützenich, Konzen und Rollesbroich.

Mützenich: Vier Tage volles Haus

Nach zwei Jahren Corona-Pause ging wieder was: Die Mützenicher Kirmes erlebte ein sensationelles Comeback. Und dies, obwohl die Organisation und Planungen äußerst kompliziert, aber auch spannend waren, wie von den Hauptverantwortlichen der Kirmes-GbR im Venndorf, Leonie Sommer, Stefan Jollet, Marco Ruland, Dominik Weishaupt und Ralf Sommer zu erfahren war. Doch die Resonanz der vom Kirmesvirus infizierten belohnte ihren wahrlich nicht geringen und beneidenswerten Arbeitsaufwand: Alle Programmpunkte von Freitag bis Montag waren bestens besucht und die Kirmes-Feierbiester in Top-Stimmung.

 Ein dreifaches "Hoch!" auf den neuen Schützenkönig Frank (Peters) und seine Prinzessin Jessica, hieß es gleich mehrfach am Montag, als die Mützenicher traditionell den Höhepunkt und Abschluss der viertägigen Landkirmes feierten.
Ein dreifaches "Hoch!" auf den neuen Schützenkönig Frank (Peters) und seine Prinzessin Jessica, hieß es gleich mehrfach am Montag, als die Mützenicher traditionell den Höhepunkt und Abschluss der viertägigen Landkirmes feierten. Foto: MHA/Heiner Schepp

Schon bei der Kirmeseröffnung am Freitag mit dem anschließenden Dorfabend und vor allem bei der Summerparty am Samstagabend drohte das Festzelt aus allen Nähten zu platzen; hier sorgten Besucherzahlen, Stimmung und Verzehr für zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen. Der Ansturm wiederum brachte Klagelieder des bedienenden Personals zum Vorschein: „Merr wosste et net jedonn ze krie (Wir konnten es kaum bewältigen),“ war zu vernehmen.

Der sonntägliche Familientag mit dem Frühschoppen der musiktreibenden Vereine, einer Platt-Einlage von Dirk „Pooste“ Neuß und Schösch Sommer und liebevollen Kinderspielen wurde dann trotz gutem Besuch auch für das Thekenpersonal etwas entspannter, was auch für den Montag galt. Hier marschierten Dorfvereine und -bevölkerung zur neuen Königsresidenz in den „Schnellenwind“ und erwiesen den neuen Majestäten, Königspaar Frank und Jessica Peters, Jungprinz Simon Litt und Ehrenkönigin Gertrud Steffens die Ehre. Nach dem Festzug schien es, dass beim Königsball einige die allerletzten Reserven aus sich rausholten und spätestens beim nächtlichen, abschließenden Kirmesbegraben dann doch noch satt wurden. Letztlich hatten die Mützenicher und ihre Freunde aus benachbarten Ortschaften alles gegeben und eine wunderbare Kirmes erlebt, hatten diese ja aber auch zwei Jahre schmerzlich vermisst…

Konzen: Marvin Steffens gefeiert

Kräftiger Beifall und lautstarke Jubelrufe hallten am Sonntagnachmittag aus dem Saal der Gaststätte „Achim und Elke“, als Marvin Steffens der entscheidende Schlag gelang und er beim traditionellen Hahneköppen anlässlich der Konzener Großkirmes nach dreijähriger coronabedingter Abstinenz als neue Majestät gefeiert wurde. Gemeinsam mit ihm freuten sich Ehefrau Marina und Söhnchen Ben. Zuvor hatte er sich mit seinen insgesamt sechs Mitstreitern einen gut einstündigen Wettkampf auf der Bühne im Saal geliefert. Neben ihm rangen Leo Huppertz, Jochen Huppertz, Christof Schmitz, Philipp Banzet, Sebastian Thoma und Max Thomas um den Thron.

 Nach dreijähriger Corona bedingter Pause gibt es in Konzen wieder einen neuen Hahnenkönig: Marvin Steffens bewies am Sonntagnachmittag im Saal der Gaststätte „Achim und Elke“ starke Nerven und konnte mit einem beherzten Schlag den goldenen Treffer erzielen. Mit ihm freuen sich seine Frau Marina und Söhnchen Ben.
Nach dreijähriger Corona bedingter Pause gibt es in Konzen wieder einen neuen Hahnenkönig: Marvin Steffens bewies am Sonntagnachmittag im Saal der Gaststätte „Achim und Elke“ starke Nerven und konnte mit einem beherzten Schlag den goldenen Treffer erzielen. Mit ihm freuen sich seine Frau Marina und Söhnchen Ben. Foto: MHA/Michael Förster

Zu Beginn des Wettbewerbs oblag es dem scheidenden Hahnenkönig Stefan Banzet, den ersten Schlag auszuüben. Dieser ließ seine Rekords-Amtszeit von drei Jahren noch einmal kurz Revue passieren: „Es war eine verdammt tolle Zeit, in der bei uns viel passiert ist, unter anderem zwei Kinder und ein Hausbau“, sagt Banzet mit einem Lächeln im Gesicht. Stephan Förster, 1. Vorsitzender des Musikvereins „Eintracht“ Konzen, der gemeinsam mit „Achim und Elke“ die traditionelle Großkirmes ausrichtet, lobte das enorme Engagement Banzets: „Du warst auf nahezu allen Dorfveranstaltungen, die in den letzten drei Jahren stattfinden konnten, dabei.“

Für Marina Steffens, Dietmar Call, Gina Steffens, Viola Haskenhoff, Bianca Steinröx, Matthias Prickartz, Christian Huppertz, Frederick Hoff, Matthias Kaulartz, Timo Steffens und Heinz Schreiber waren zahlreiche Schläge gekauft worden, Hahnenkönig wollte jedoch niemand von ihnen werden. „Es wurden über 300 Schläge gekauft, das war ein richtiger Hype“, resümiert Stephan Förster und freut sich über den großen Anklang des Hahneköppens bei Jung und Alt nach der langen Zwangspause. Draußen hielt währenddessen eine Kinderbelustigung eine große Portion Spiel und Spaß für die kleinen Kirmesbesucher bereit.

Nach dem 60. Schlag machte sich das Gefolge des neuen Königs sogleich auf den Weg, um das „Schloss“ des neuen Königs feierlich erstrahlen zu lassen. Währenddessen durfte Marvin Steffens sich von allen Kirmesbesuchern feiern lassen.

Bereits am Freitag fiel der Startschuss für die Konzener Großkirmes. Hier hatten sich einige Kirmesfreunde in der Konrad-Adenauer-Straße eingefunden, als der Kirmesbaum aufgestellt wurde. Anschließend gab es dank der Löschgruppe Konzen sowie der „Eintracht“ am Musik- und Kulturzentrum (MuK) Leckeres vom Grill und Kühles vom Fass. Auch am Kirmessamstag wurde nach einem Wortgottesdienst, der vom Jugendorchester der „Eintracht“ sowie dem Kirchenchor „St. Peter und Pankratius“ festlich gestaltet wurde, und dem anschließenden Umzug der Ortsvereine durch das Dorf auf dem Kirmesball im Saal zu bester Musik der Partyband „AixFive“ ordentlich gefeiert.

Rollesbroich: 30 Jahre Ortskartell

 Die Vertreter der Rollesbroicher Vereine bekräftigten bei der Feier zum 30. Geburtstag des Ortskartells den dörflichen Zusammenhalt.
Die Vertreter der Rollesbroicher Vereine bekräftigten bei der Feier zum 30. Geburtstag des Ortskartells den dörflichen Zusammenhalt. Foto: MHA/Michael Heck

Man muss die Feste feiern wie sie fallen: Diesem Leitspruch gemäß, nahm man in Rollesbroich die Kirmes am vergangenen Wochenende zum Anlass, das dreißigjährige Bestehen des Ortskartells zu feiern. Der runde Geburtstag des gemeinnützigen Dachverbandes begann am Sonntag mit einem Festzug der angegliederten Vereine – Freiwillige Feuerwehr, KG Klev Botze, St. Josef Schützenbruderschaft mit Schützenkönig Florian Förster und SV Roland Rollesbroich – unter der musikalischen Begleitung des Trommler- und Pfeiferkorps und des Musikvereins Harmonie. Auf dem Sportplatz des SV Roland stellten sich alle Zugteilnehmer in der Formation einer „30“ auf, was mittels einer Drohne für die Ewigkeit festgehalten wurde. Zu den Gratulanten schien auch Petrus zu gehören, denn die mitgeführten Regenschirme mussten entgegen der Prognose nicht aufgespannt werden und man erreichte trockenen Fußes den Dorfplatz, wo die Feier quasi unter der Schirmherrschaft der Dorfkirmes weiterging. In seiner Rede beschrieb der Vorsitzende Marc Topp die Entstehung und Entwicklung des Ortskartells, die vom Rollesbroicher Heimatverein in einer Ausstellung bildlich sehr ansprechend dargestellt wurde. Zum Schluss dankte Marc Topp den ehemaligen Mitgliedern des Vorstandes. Rollesbroichs Ortsvorsteher Armin Voßen schloss sich den Wünschen an, dankte auch dem aktuellen Vorstand und wünschte für die Zukunft des gemeinschaftstiftenden Gremiums alles Gute. Nachdem auch die obligatorische Geburtstagstorte vom ehemaligen und vom aktuellen Vorstand angeschnitten worden war, fand das bunte Kirmestreiben seinen Fortgang.

Begonnen hatte die erste Rollesbroicher Landkirmes seit 2019 mit einer Bruderschaftsmesse der St. Josef-Schützen mit Inthronisierung der neuen Majestäten mit König Florian Förster an der Spitze. Der folgende Festzug führte zunächst zu dessen Residenz in die Fuhrtstraße und anschließend zum Dorfplatz, wo der Königsball seinen Lauf nahm. Der Kirmesmontag begann mit dem Wecken in aller Frühe und bot das traditionelle Erbsensuppenessen und die Ermittlung der Kappenkönige unter den großen und kleinen Rollesbroichern. „Was für eine geniale Feier!“, jubelte die KG Klev Botze am Sonntagabend auf ihrer Facebookseite und stellte fest: „Dorfgemeinschaft und Vereine in Rollesbroich – wir halten zusammen!“

(ges/nap/uma)