Monschau: Die Herren der Töne hoch auf der Burg

Monschau: Die Herren der Töne hoch auf der Burg

„Die leisten hervorragende Arbeit - wir hatten noch nie so einen guten Sound.” Helmut Lanio, Organisator und „graue Eminenz der Monschau Klassik” (Bürgermeisterin Margareta Ritter), stellt Manfred Bamberg (54) und Florian Montebaur (24) das denkbar beste Zeugnis aus.

Der Theatertonmeister aus Kiel und die „Fachkraft für Veranstaltungstechnik”, so die offizielle Bezeichnung für Montebaurs Beruf, aus Kottenheim bei Koblenz sorgen bei jedem Konzert und jeder Aufführung im Zuge des Festivals für den denkbar besten Klang - mit ausgefeilter Technik, gutem Gehör und - zumindest manchmal - einer gehörigen Portion Improvisationstalent.

Nicht nur für die Zeit für die letzte Aufführung am 14. August stellt Manfred Bamberg, der sein Metier - Partiturkenntnis eingeschlossen - an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg studiert hat, etwas eindeutig klar: „Lautstärke kannst du ausgleichen, schiefe Töne nicht.” Da hilft auch die ganze, rund 20.000 Euro teure Technik an und in dem breiten Pult, mit dem der Norddeutsche seine Arbeit tut, nichts. Seine Aufgabe sieht er dann auch nicht im kosmetischen Bereich: „Ich will das Orchester so naturgetreu abbilden wie möglich. „Rang und Bedeutung seines Tuns sind dem Fachmann aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt wohl bewusst: „Vom Vertrag her ist unsere Tätigkeit überwiegend künstlerisch.” „Ein, zwei Tage zum Eingewöhnen” haben Bamberg und Montebaur gebraucht.

Zwischen den beiden Fachleuten gibt es im Übrigen nicht nur vom Alter her einen Unterschied: Der Veranstaltungstechniker ist, obwohl an Jahren der Jüngere, in Sachen Monschau bereits ein alter Hase: Er arbeitet schon seit sechs Jahren jeweils zur Festival-Zeit auf der Burg. Im Gegenzug verfügt Bamberg über die längere Erfahrung bei + -Veranstaltungen. Unter anderem war oder ist er beim Classic-Open-Air auf dem Gendarmenmarkt in Berlin und beim Schleswig-Holstein-Musikfestival tätig.

Summa summarum, zusammen mit der Tätigkeit im Kieler Theater, macht das für Bamberg 300 Arbeitstage als Theatertonmeister. Montebaur, der fast ausschließlich mobil arbeitet, kommt da immerhin auf 250 Tage.

Das Ambiente der Burg sei jedenfalls „zwar sehr schön, aber wegen der beiden Tribünen beschallungstechnisch nicht ohne”, gibt der Senior des Duos im Gespräch zu Protokoll. Gerade darum sei „eine gut angemessene Anlage und eine richtig aufgebaute Mikrofonie” .

Das ist der Grund, warum Bamberg, ein Neuling zwar nicht in seinem Metier, aber doch in Monschau ganz frisch dabei, nicht nur glücklich und zufrieden ist, wenn es um seine hinzugewonnene Wirkungsstätte sowie die gute Betreuung durch Herbergsvater Michael Drewniok und seine Truppe geht. Es ist das Miteinander mit dem ebenso jungen wie routinierten und versierten Techniker Montebaur, die es ihm ermöglicht, sein Können am Regelpult zu entfalten.

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