Die Grünental-Brücke zwischen Widdau und Imgenbroich ist Geschichte

Abriss der rund 100 Jahre alten Verbindung : Die Grünental-Brücke der K21 ist Geschichte

Seit Montag gibt es endgültig kein Durchkommen mehr: Mit dem Beginn der Abrissarbeiten an der Rurbrücke Grünental ist die Verbindung für den Kraftfahrzeugverkehr auf der Kreisstraße 21 zwischen Hammer/Grünental/Widdau und Imgenbroich für voraussichtlich neun Monate unterbrochen.

Grund für die Vollsperrung der K21 ist die Erneuerung der Brücke durch den Straßenbaulastträger, die Städteregion Aachen. „Jetzt geht es ans Eingemachte“, meinte Barbara von Rey, Sprecherin der Städteregion Aachen, am Montag zum Beginn der Abrissarbeiten an der rund 100 Jahre alten Brücke im Grünental. Die offizielle Sperrung begann zwar schon in der vergangenen Woche, doch war die Brücke bislang noch zu queren, wenn Autofahrer sich über die Sperrschilder hinwegsetzten – bewusst oder unbewusst…

„Die ausführenden Firmen haben seit vergangenen Monaten die Baustelle eingerichtet und Umleitungen ausgeschildert, es wurden noch wichtige Vermessungen durchgeführt und Stahlrohre in die Rur verlegt, damit das Gewässer auch während der Abriss- und Bauarbeiten jederzeit ungehindert fließen kann“, erklärte von Rey die Vorarbeiten. Sehr wichtig sei auch gewesen, mehrere Standorte für die schweren Krane vorzubereiten, die im weiteren Verlauf der Arbeiten die Teile der neuen Brücke auflegen werden, so die Sprecherin.

Diese umfangreichen Vorarbeiten wurden vergangene Woche weitgehend abgeschlossen, so dass bereits am Montag zunächst mit der Wegnahme des stählernen Brückengeländers begonnen werden konnte. Im Laufe des Tages begannen dann bereits die Bagger damit, das Bauwerk Stück für Stück einzureißen und die maroden Mauerstücke für den Abtransport aufzuladen.

Schilder lügen nicht: Wer von Imgenbroich nach Rohren, Widdau oder Hammer möchte, muss nun für neun Monate den Weg über Höfen oder Eicherscheid wählen. Foto: Heiner Schepp

Auch die Aachener Firma BHR, die unter anderem auf Brückenabrisse spezialisiert ist, wird bereits in Kürze ihre Arbeiten beendet haben und ihre Zelte im Grünental wieder abbrechen. Dann geht es an die von langer Hand vorbereiteten Neubauarbeiten für die Brücke über die Rur. Warum diese Bauarbeiten und vor allem die damit einhergehende Vollsperrung der kleinen, aber wichtigen Verbindung zwischen Rohren/Widdau bzw. der Gemeinde Simmerath (Hammer) und Imgenbroich einen so langen Zeitraum in Anspruch nehmen, dies war eine der meist gestellten Fragen seit Bekanntgabe der Baustelle.

„Das hat mehrere Gründe und wurde von unseren Planern nicht einfach so ins Blaue vorhergesagt“, meinte dazu am Montag Pressesprecherin Barbara von Rey. Zunächst einmal handele es sich im Grünental um eine Winterbaustelle, für die grundsätzlich eine längere Bauzeit einkalkuliert werden müsse, da bei tieferen Temperaturen nicht im normalen Umfang gearbeitet werden könne, so van Rey. „Es lässt sich halt nicht jede Baustelle im Sommer machen“, sagt die Pressesprecherin. Markantester Grund für die lange Bauzeit ist jedoch die Enge der Baustelle. „Hier spielt sich alles auf sehr engem Raum ab, ist nicht viel Platz für Materiallagerungen und wird es mehr Anlieferungen geben als bei einer normalen Baustelle“, so die Sprecherin. Zudem sorge die vorhandene Hochspannungsleitung für Einschränkungen in den Abläufen, beispielsweise beim Drehen des Großkrans.

Bis zuletzt und auch nach der eingerichteten Vollsperrung suchten Autofahrer – bewusst oder unbewusst – den Weg über die Brücke. Selbst am Montag mussten einige enttäuscht umdrehen, weil sie den Schildern nicht getraut hatten. Foto: Heiner Schepp

Natürlich habe man auch eine Ersatzbrücke in Betracht gezogen, um die Belastungen fürt den Verkehr aus Richtung Rurtal und Rohren noch geringer zu halten. „Dies war aus Gründen des Naturschutzes und der Kosten aber nicht darstellbar“, erläutert die Städteregionssprecherin.

Regelmäßig durchgeführte Bauwerksprüfungen hatten bereits vor geraumer Zeit massive Schäden an der alten Rurbrücke im Grünental gezeigt. Eine Sanierung kam wegen des schlechten Zustandes nicht mehr in Frage, stattdessen wurde die Brücke aus Gründen der Standsicherheit bereits im April 2012 halbseitig für den Verkehr gesperrt. Im Zuge des nun begonnenen Ersatzneubaus wird in dem Teilbereich entlang der K21 (Grünentalstraße) sowie über die neue Brücke auch der Rur-Ufer-Radweg ergänzt. Ebenso sind die Erneuerung der Fahrbahndecke in Teilbereichen der K21 sowie die Anpassung des Einmündungsbereiches zur K26 vorgesehen. Die gesamten Baukosten betragen ca. 1,7 Millionen Euro.

Die Vollsperrung betrifft übrigens auch Radfahrer, die ebenfalls keine Möglichkeit haben, die Baustelle im Tal zu umfahren – es sei denn, sie tragen ihren Drahtesel durch die Rur.