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Roetgen: „Die großen Kahlschläge sind vorbei”

Roetgen : „Die großen Kahlschläge sind vorbei”

Auf der ersten Sitzung des Roetgener Umwelt-, Fremdenverkehrs- und Forstausschusses der neuen Wahlperiode wurde der Forstwirtschaftsplan 2005 verabschiedet. Er stellt die Weichen für die künftigen Betriebsmaßnahmen im Gemeindewald.

Nach der Verpflichtung der sachkundigen Bürger durch den Ausschussvorsitzenden Gerd Pagnia (Grüne) stellte Gemeindeförster Wolfgang Klubert die wichtigsten Punkte vor und beantwortete den Ausschussmitgliedern zahlreiche Detailfragen.

Im nächsten Jahr sollen auf einer Fläche von ca. 120 Hektar 7000 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Davon entfielen voraussichtlich 15 Prozent auf „Kalamitäten”, das heißt, auf Windwurf- und Käferholz. In diesem Jahr habe dieser Anteil als Auswirkung des Trockenjahres 2003 bei rund 20 Prozent gelegen, führte der Förster zum Vergleich aus.

An Erlösen aus dem Holzverkauf und Nebennutzungen will die Gemeinde 177.750 Euro erzielen. Dem stehen veranschlagte Ausgaben von insgesamt 177.700 Euro gegenüber. Unter anderem sollen für Neuanpflanzungen, Waldpflege und Bestandsschutz ca. 48.000 Euro und für Waldwegebau 42.250 Euro ausgegeben werden. Die Kosten für das Einschlagen des Holzes werden mit ca. 68.340 Euro angesetzt. Für „besondere Leistungen im Interesse der Allgemeinheit” - darunter ist zum Beispiel das Freischneiden von Wanderwegen, das Streichen von Hütten und Bänken oder die Erneuerung des Zaunes am Schwarzwildgehege zu verstehen - sind 2600 Euro veranschlagt.

Mehr Buche statt Fichte

Aufgeforstet werden soll im nächsten Jahr eine Fläche von rund 1,5 Hektar, davon zwei Drittel Buche und ein Drittel Fichte. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Simmerath sollen hier günstige Preise beim Einkauf erzielt werden. „Die Zeit der großen Kahlschläge ist vorbei”, stellte Klubert heraus und erläuterte, dass die angesprochenen 120 Hektar nur „durchforstet” werden und somit kein Missverhältnis zur geplanten Aufforstung besteht.

Bei den Wegebaukosten schlägt mit 23.000 Euro vor allem die Erneuerung einer Brücke über den Dreilägerbach zu Buche. Das 70 Jahre alte Bauwerk entspreche nicht mehr heutigen Anforderungen, es sei nicht mal eine Statik vorhanden, erläuterte Klubert. Die Ausschreibung der Arbeiten erfolge aus Kostengründen gemeinsam mit dem Wasserwerk, das weitere Brücken sanieren müsse.

Zusammenarbeit mit Simmerath und mit dem Wasserwerk, eventuell auch mit dem Forstamt Eupen, ist ebenfalls angesagt bei der Sanierung eines weiteren, 1,5 Kilometer langen Teilstücks des Roten Weges. Mit den dafür veranschlagten 17.250 Euro konnten sich CDU und Grüne zunächst nicht anfreunden, obwohl der Gemeindeförster die Bedeutung dieser insgesamt vier Kilometer langen „Hauptschlagader des Roetgener Waldes” besonders herausgestellt hatte. Erst nachdem in einer Sitzungspause die Erinnerung an eine im Frühjahr erfolgte Ortsbesichtigung aufgefrischt worden war, stimmten sie - ebenso wie SPD und FDP - dieser Maßnahme und auch dem Forstwirtschaftsplan insgesamt zu.

„Keine Trübung”

Auch die zunächst kontrovers diskutierte Aufarbeitung und Pflege von Entwässerungsgräben nahmen die Vertreterinnen der Grünen schließlich hin, baten aber um ein behutsames Vorgehen. Die von Silke Jüttner vorgebrachte Befürchtung, dass durch die Entwässerungsgräben eine Trübung des Trinkwassers verursacht werden könnte, wies der Gemeindeförster zurück. Alle Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Wasserwerk, betonte er.