Roetgen: Die Feuerwehr braucht dringend neue Fahrzeuge

Roetgen: Die Feuerwehr braucht dringend neue Fahrzeuge

Eine ausführliche Bilanz des abgelaufenen Jahres zogen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Roetgen auf ihrer Versammlung im Sitzungssaal des Rathauses. Die Gemeindebrandinspektoren, Wehrführer Joachim Wynands und sein Stellvertreter Joachim Grefen, legten dazu umfangreiche Berichte vor.

Zu den besonderen Ereignissen gehörte 2013 die offizielle Einweihung des neuen Rüstwagens für technische Hilfeleistungen. Dieses nach eigenem Konzept entwickelte Fahrzeug habe sich schon vielfach bewährt und sei auch bei anderen Feuerwehren schon auf großes Interesse gestoßen, vermerkte der Wehrführer stolz.

Im vergangenen Jahr war die Roetgener Feuerwehr, unterstützt von den Kameraden aus Monschau und Simmerath, federführend verantwortlich für das Treffen der Alters- und Ehrenabteilungen des ehemaligen Kreises Aachen. 420 Ehemalige gaben sich ein Stelldichein in der Vereinshalle in Kalterherberg.

Zeitaufwendige bauliche Veränderungen standen in den Feuerwehrwehrhäusern in Roetgen und Rott an, wo die vorgeschriebenen Abgasabsauganlagen eingebaut wurden. Recht umfangreich bis hin zur kompletten Umgestaltung der Hauselektrik gestaltete sich zudem in Roetgen die Installation eines Notstromaggregats.

Auch in diesem Jahr steht die Anschaffung neuer Fahrzeuge auf der Agenda. Die Ausschreibung für ein Einsatzleitfahrzeug sei beendet, es könne vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates noch in dieser Woche bestellt werden, berichtete der Wehrführer. Der bisherige, 14 Jahre alte Kommandowagen sei nur aufgrund eines „Gnadenaktes“ der Dekra noch einsatzfähig, unterstrich der Wehrleiter die Notwendigkeit dieser Investition.

Die Löschgruppe Rott muss ein 17 Jahre altes Tankfahrzeug ersetzen. Die Anschaffung der ersten digitalen Handfunkgeräte bringe nicht nur Kosten für die Gemeinde, sondern auch zusätzliche Arbeit für die Wehrleute, denn die neue Technik wolle auch beherrscht sein.

Eine große Baustelle im wörtlichen Sinn werde in Rott entstehen, blickte der Wehrführer weiter voraus. Mittelfristig steht hier der Ausbau des Gerätehauses auf dem Programm. Die jetzige Situation erfordere ein großes Maß an Enthusiasmus von allen Kameraden, erklärte Wynands, vor allem aber seien Bedingungen des Arbeitsschutzes nicht mehr gewährleistet.

Die Feuerwehr finde für ihre Belange stets ein offenes Ohr bei Rat und Verwaltung, betonte der Wehrführer die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Er dankte auch allen Sponsoren und Spendern, hier vor allem der Provinzial Feuerversicherung, die mit ihren Zuwendungen dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.

78 Mal mussten die Feuerwehren in Roetgen und Rott im vergangenen Jahr ausrücken, berichtete Wynands. Bei insgesamt 18 Feuereinsätzen lag in fünf Fällen bei Haus- und Wohnungsbränden eine akute Gefährdung von Personen vor. Einen ungewöhnlichen Einsatz gab es in Rott. Das gemeldete „Kleinfeuer“ erwies sich als brennende Phosphorgranate, ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, das nicht mit Wasser zu löschen ist. Technische Hilfe wurde 44-mal geleistet.

Scharf kritisierte der Wehrführer, dass aufgrund eines in seinen Augen höchst umstrittenen richterlichen Urteils die Roetgener Feuerwehr dabei auch 18-mal zur Beseitigung einer Ölspur ausrücken musste, um eine Arbeit zu verrichten, die zu den Aufgaben des Straßenbaulastträgers gehöre. Neben einem böswilligen Alarm rief eine Brandmeldeanlage die Feuerwehr fünf Mal auf den Plan, zum Glück ohne Schadensfall.

Verschont blieben die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr von den Folgen größerer Unwetter, lediglich an Heiligabend waren sie mehrere Stunden wegen umgestürzter Bäume unterwegs. „Ein Tag, den man sich eigentlich anders vorstellt“, unterstrich Wynands die stete Einsatzbereitschaft und dankte auch den Familien, die das Engagement mittragen.

11.806 Dienststunden

Im Rahmen dieser Einsätze fielen 1940 Dienststunden an. Insgesamt wurden von den Aktiven 11.806 Dienststunden geleistet, 195 mehr als im Vorjahr. Allein auf die theoretische und praktische Ausbildung vor Ort, auf Kreisebene oder am Institut der Feuerwehr in Münster entfielen 4337 Stunden. Mit 1233 Stunden schlug die Betreuung der Jugendfeuerwehr zu Buche.

Nicht in diesen Zahlen enthalten sind die von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr sowie der Alters- und Ehrenabteilung geleisteten Stunden.

(heg)
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