Lammersdorf: Die Bildungsstätte als Aushängeschild

Lammersdorf: Die Bildungsstätte als Aushängeschild

Einen umfassenden Überblick über die Flora und Fauna in der Nordeifel gibt die naturkundliche Bildungsstätte Nordeifel. Über 100 Exponate sollen dazu dienen, das Naturverständnis fördern, so hat es der unlängst verstorbene Oberförster Jürgen Mueller, der Initiator der Bildungsstätte, einmal gesagt.

Viele Jahre war die Sammlung im Flur der Grundschule in Lammersdorf untergebracht. Wegen Baumaßnahmen musste die Ausstellung, zu der auch eine hervorragende Schmetterlingssammlung gehört, vor den Sommerferien 2007 abgebaut werden. Seither wird sie zwischengelagert, lediglich eine Vitrine ist in der Schule verblieben.

Dieser wenig zufrieden stellende Zustand soll nach dem Willen der Gemeinde Simmerath in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören.

Geplant ist, in direkter Nachbarschaft zum Bauernmuseum Lammersdorf neue Räumlichkeiten und damit ein weiteres touristisches Aushängeschild für Simmerath zu schaffen. Die Angliederung an das Bauernmuseum würde Synergieeffekte schaffen, zudem wäre die Lage unmittelbar am künftigen Ravel-Radweg ideal.

Während die Gemeinde den Prozess um die grundsätzliche Realisierbarkeit des Projektes bereits eingeleitet hat, herrscht auf politischer Ebene noch keine Einmütigkeit.

Im Rahmen der kürzlich stattgefundenen Haushaltsdebatte ließ CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer keinen Zweifel daran, dass der Bau der naturkundlichen Bildungsstätte neben dem Bauernmuseum eine für das Image der Gemeinde und für Touristen „notwendige Investition”Ô darstelle. Voraussetzung sei allerdings eine entsprechende Zuschussgewährung.

SPD-Fraktionssprecher Gregor Harzheim bezeichnete solche Überlegungen allerdings als „Wunschkonzert”. Er sprach von 250000 Euro Kosten bei 90.000 Euro Zuschuss. Auch wenn es bedauerlich sei, dass die Sammlung nicht angemessen präsentiert werden könne, dürfe die Gemeinde nicht „umgebremst” mehr Geld ausgeben als vorhanden sei.

Aus Sicht der Gemeinde Simmerath ist über die Finanzierung noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. „Erklärtes Ziel” sei es, dass die Belastung des Gemeindehaushaltes „so gering wie möglich” ausfallen soll, erklärt Ulrike Lange-Wiemers, die Referentin von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf Anfrage.

Die Gemeinde habe daher eine Reihe von Kooperationspartnern ins Boot geholt, um innerhalb einer Projektgruppe ein Konzept für die naturkundliche Bildungsstätte zu erarbeiten. Zielgruppen, Didaktik und die Gestaltung der Ausstellung sollen dabei eine Rolle spielen. Mit Hilfe eines Fachplaners soll das Konzept dann verfeinert und die passende Förderkulisse ausgewählt werden. Sowohl das Leader-Programm wie auch eine Interreg-Förderung kommen hier als Möglichkeiten in Betracht. Ulrike Lange-Wiemers: „Die konkrete Synopse der Förderprogramme kann erst nach Erstellung des musealen Konzeptes erfolgen.”

Auch der zunächst einmal der erforderliche Grundstückstausch bzw. -ankauf ist abhängig von der Förderkulisse und den entsprechenden Beschlüssen des Fachausschusses.

Das Grundstück liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Raeren, weshalb auch die deutschsprachige Gemeinschaft in Person von Minister Karl-Heinz Lambertz und Tourismusministerin Isabelle Weykmans, die dem Projekt sehr positiv gegenüberstehen, zu den Kooperationspartnern gehören.