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Monschau: Die alte Treppe hoch zur „Sonntagsley" wird aufgegeben

Monschau : Die alte Treppe hoch zur „Sonntagsley" wird aufgegeben

Sanierung oder Aufgabe? Vor dieser Frage werden die Monschauer Stadtväter und -mütter in Zukunft wohl noch häufiger stehen, wenn es um städtische Liegenschaften geht, an denen der Zahn der Zeit nagt.

Im Falle der Bruchstein-Treppenanlage zur „Sonntagsley“ hoch über der Altstadt Monschau hat der Rat nun den Daumen gesenkt: Das einstmals beliebte, seit gut einem Jahr aber massiv einsturzgefährdete und seither gesperrte „Pädchen“ wird aufgegeben, weil eine Sanierung in Zeiten knapper Kassen zu aufwendig wäre.

Seit der Sperrung des Fußweges von den „Planken“ hoch zur „Sonntagsley“ (Bild oben) ist die Treppenanlage stark verwildert (unten). Eine Stahlkonstruktion sichert die darüber liegende Mauer. Foto: Heiner Schepp

Massiv einsturzgefährdet

Seit der Sperrung des Fußweges von den „Planken“ hoch zur „Sonntagsley“ (Bild oben) ist die Treppenanlage stark verwildert (unten). Eine Stahlkonstruktion sichert die darüber liegende Mauer. Foto: Heiner Schepp

Hinter der ehemaligen Schreinerei „Auf den Planken“ in Monschau verläuft ein Fußweg über einen Treppenaufgang entlang mehrerer Bruchsteinmauern hoch zur „Sonntagsley“ und zum Friedhof der Altstadt. Anfang Mai 2013 wurde festgestellt, dass durch den Einsturz eines in den Berg hineinragenden Gewölbes das enorme Gewicht der Bruchsteinmauer nicht gehalten werden konnte, so dass sich diese massiv in Richtung „Rur“ auf das Gebäude der ehemaligen Schreinerei bewegte.

Durch einen Fachplaner und einen Statiker wurde eine akute Einsturz- und Unfallgefahr festgestellt. Sowohl die Decke des alten Gewölbes unterhalb vom Fußweg als auch die Naturstein-Stützmauer der Treppenanlage waren massiv beschädigt und einsturzgefährdet. Durch die Installation einer Stahlseilkonstruktion wurde der Druck der Bruchsteinmauer aufgefangen, so dass der Bauhof im Juni 2013 das Mauerwerk abtragen konnte. Nach der direkten Gefahrenbeseitigung wurden jedoch noch weitere kostenintensive Hangsicherungsarbeiten und Prüfungen des Gewölbes erforderlich.

Eine grobe Kostenschätzung zur Wiederherstellung der Natursteinmauer bezifferte im Mai die Baukosten für die Wiederherstellung einer Naturstein-Treppenanlage einschließlich weiterer Maßnahmen im Umfeld des Fußweges auf rund 115.000 Euro. Alternativ könnte die Wiederherstellung in einer Treppen-Stahlkonstruktion für etwa 97.000 Euro erfolgen.

Parallel zu den Überlegungen der Mauerinstandsetzung wurden mit dem Eigentümer des angrenzenden Grundstückes, der zurzeit Umbauarbeiten in der ehemaligen Schreinerei durchführt, Verhandlungen hinsichtlich einer Grundstücksübertragung geführt. „Die Anlage würde dann durch den Eigentümer im Zusammenhang mit den Umbauarbeiten an der ehemaligen Schreinerei zurückgebaut“, so die Verwaltung.

Dieser Vorgehensweise stimmte der Rat nun mehrheitlich zu. „Es fällt schwer, den Weg aufzugeben, aber es gibt noch andere Wege zum Friedhof und zur Sonntagsley“, sagte Ortsvorsteher Georg Kaulen, und Hilmar Weber (beide CDU), ebenfalls Altstadt-Vertreter hofft, „dass es hoffentlich eine einmalige Aufgabe eines Weges“ bleibe. Dem pflichtete Werner Krickel (Grüne)bei: „Der Aufwand wäre sehr hoch. Wir müssen in den sauren Apfel beißen, aber schauen, dass wir alle anderen Wege erschließen, entsprechend kennzeichnen und zeitnah in Ordnung halten.

Gegen die Aufgabe und Veräußerung der 114 Quadratmeter großen Wegeparzelle stimmten FDP und Bürgerforum.

(hes)