Kalterherberg: Dichterin Clara Viebig bekommt ihren Platz in Kalterherberg

Kalterherberg: Dichterin Clara Viebig bekommt ihren Platz in Kalterherberg

Das Eifeldorf Heckenbroich ist ein anderer Name für Kalterherberg. Das trifft zumindest auf die Romane von Clara Viebig (1860-1952) zu. Die bekannte Autorin hielt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufiger und auch über längere Phasen in Kalterherberg auf, und ihre hier gesammelten Eindrücke finden sich wieder in Geschichten, die im fiktiven Eifeldorf Heckenbroich spielen.

65 Jahre nach dem Tod der Heimatschriftstellerin erinnert man sich in Kalterherberg der prominenten Besucherin und widmet ihr dauerhaft ein Gedenken. Die Grünanlage zwischen Eifeldom, Kindergarten und Friedhof soll künftig „Clara-Viebig-Park“ heißen. Der Zeitpunkt, um diese Namensgebung öffentlich zu machen, konnte von der Dorfgemeinschaft nicht geschickter gewählt werden.

Wenn die Jury im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ am Mittwoch mit kritisch-wohlwollendem Blick den Ort unter die Lupe nimmt, dann soll im Zuge des Dorfrundgangs der neue Clara-Viebig-Park präsentiert werden. Offiziell ist die Widmung der Fläche, in Kalterherberg auch „grüne Lunge“ genannt, damit zwar noch nicht, weil der Monschauer Stadtrat noch zustimmen muss. Bereits am Dienstagabend erteilte aber der Hauptausschuss dem Vorhaben seine Zustimmung.

Initiative der Zukunftswerkstatt

Die Initiative ging aus von der Zukunftswerkstatt Kalterherberg, für die Ortsvorsteher Norbert Rader am 15. August einen entsprechenden Antrag einreichte. Rader nimmt Bezug auf das erkennbar gewachsene Interesse der Bevölkerung an der Historie des eigenen Dorfes. In diesem Kontext sei auch die Idee entstanden, der Heimatschriftstellerin Clara Viebig gerecht zu werden und ihr ein „angemessenes Gedenken“ im Dorf zu geben. Auch der Geschichtsverein des Monschauer Landes befürworte diese Initiative.

Dabei war Clara Viebig, die in Trier geboren wurde, in Berlin starb und in Düsseldorf im Familiengrab ihre letzte Ruhe fand, zu Lebzeiten in Monschau nicht unbedingt gern gesehen, da sie in ihren Schriften dazu neigte, die Menschen am Hohen Venn als rückständig und weltfremd darzustellen, wie zum Beispiel in ihrem Roman „Das Kreuz im Venn“ (1908), der hauptsächlich in Kalterherberg spielt.

Sie selbst schrieb zu ihren Aufenthalten im Venn: „1904 brachte ich in meiner geliebten Eifel die Sommermonate zu, und zwar wie schon seit mehreren Jahren oben im Venn, in dem eigenartigen Kalterherberg, der Urstätte von Dorf Heckenbroich in meinen Roman ‚Das Kreuz im Venn‘.“

(P. St.)
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