Deutsche Glasfaser stoppt Bauarbeiten

Fehlende Genehmigungen : Glasfaserausbau in Roetgen und Simmerath gerät ins Stocken

Die Deutsche Glasfaser hat ihre Arbeiten in Roetgen und Simmerath vorübergehend eingestellt. Auch das Baubüro des Unternehmens am Rathausplatz in Simmerath wurde bis Ende Januar geschlossen.

Um die Arbeiten fortsetzen zu können, müssten zunächst weitere Genehmigungen erteilt werden, erklärt die Deutsche Glasfaser auf Anfrage. „Das Genehmigungsverfahren der Behörden ist im Raum Aachen/Köln komplexer als in anderen Regionen Deutschlands“, teilt das Unternehmen schriftlich mit.

„Als Bauherr erwirken wir für unseren Generalunternehmer in den meisten Fällen ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren. Die üblichen verkehrsrechtlichen Anordnungen sind für den Ausbau von Glasfaser wegen der großen Dimensionen dieser Infrastrukturprojekte ungeeignet, weil sie sehr detaillierte Angaben für kurze Bauabschnitte erfordern. Das bedingt eine hohe Anzahl an Anträgen und hätte zur Folge, dass die Ausbauzeiten deutlich länger wären als von allen Beteiligten gewünscht“, schreibt die Deutsche Glasfaser.

Das Unternehmen stimme sich bereits eng mit den Gemeinden Simmerath und Roetgen ab, um diesen Prozess zu beschleunigen. „Jeder der beteiligten Partner hat ein großes Interesse daran, die Haushalte zügig an das Glasfasernetz anzuschließen und Lösungen zu finden, damit der entsprechende Ausbau so schnell wie möglich fortgesetzt werden kann“, erklärt die Deutsche Glasfaser in ihrem Antwortschreiben.

Im Frühjahr 2019 könnte es weitergehen

Gelinge es noch in diesem Jahr, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten, dann würden die Bauarbeiten im Frühjahr 2019 fortgesetzt. Die Aktivierung der Anschlüsse erfolge dann sukzessive. In der Regel sei dies acht bis zehn Wochen nach dem Start der Tiefbauarbeiten der Fall, schreibt die Deutsche Glasfaser.

„Die Maßnahme ist für dieses Jahr beendet“, bestätigt auch Dirk Meyer, der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, auf Anfrage. Die Maßnahme sei „im Ganzen nicht so einfach“. Teilweise würden Genehmigungen fehlen oder müssten neu beantragt werden. Dabei handele es sich um verkehrsrechtliche Anordnungen und Gewässerquerungen, die von der Unteren Wasserbehörde zu genehmigen seien. Damit sei aber vor dem Winter nicht mehr zu rechnen. „Wir gehen davon aus, dass es nächstes Jahr weitergeht“, sagt Meyer.

Für die meisten Genehmigungen ist die Städteregion als Straßenverkehrsbehörde zuständig. Die geplanten Maßnahmen seien in der Regel einzeln zu bewerten und zu genehmigen, erklärt Pressesprecher Detlef Funken auf Anfrage. Jede Situation sei einzeln für sich zu betrachten.

Beispielsweise würden an einer Bundesstraße mit Blick auf die Sicherheit der Fußgänger andere Regelungen gelten als innerorts an einer Stichstraße. Gerade in der Anfangsphase hätten die von der Deutschen Glasfaser beauftragten Unternehmen über keinerlei Erfahrung mit den entsprechenden Genehmigungsanträgen verfügt. Man habe sich daraufhin mit den Firmen und den Sachbearbeiten innerhalb der Behörde zusammengesetzt, um überhaupt weiter zu kommen, sagt Funken. Inzwischen würden die Anträge in einer genehmigungsfähigen Form eingereicht.

„Auch wir sind in Gesprächen mit der Deutschen Glasfaser, weil wir gehört haben, dass es Schwierigkeiten gibt, die Maßnahme fortzusetzen“, sagt Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. Man setze darauf, dass die Deutsche Glasfaser die Arbeiten in der Gemeinde Simmerath zeitnah fortsetzt, „damit dann auch bald die ersten Häuser angeschlossen werden können“.

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