Nordeifel: Der zweitwärmste Herbst in 100 Jahren

Nordeifel: Der zweitwärmste Herbst in 100 Jahren

Am ersten Advent ging der zweitwärmste meteorologische Herbst — das sind die Monate September, Oktober, November — der vergangenen 100 Jahre in der Eifel- und Voreifelregion zu Ende. Nur im Herbst 2006 war es noch knapp ein Grad wärmer, was die Zahlen aus Höfen zeigen.

Die Herbstmitteltemperatur war in 2006 11,7 Grad und jetzt 10,9 Grad. Der Trend der langjährigen Herbsttemperaturen geht damit weiter eindeutig nach oben. Die ungewöhnlich milde Witterung der Vormonate wurde auch im November fortgesetzt. Im Vergleich zu den Werten der letzten Jahrzehnte liegt der November 2014 in den Höhengebieten mit 6,1 Grad auf Platz sechs.

1. November: 21,2 Grad in Roetgen

Gleich zum Monatsanfang gab es im Rheinland den sogenannten „Allerheiligen-Sommer“ mit zahlreichen Temperaturrekorden. Die höchsten Temperaturen wurden bei leichtem Eifelföhn am 1.11. zwischen Stolberg (22,0 Grad) und Aachen-Orsbeck (21,7 Grad) gemessen.

Selbst Roetgen meldete noch 21,2 Grad Erst zum Monatsende am 25. gab es verbreitet die ersten Herbstfröste von -0,7 Grad im Flachland (Aachen) und bis -3,3 Grad in Kalterherberg (Küchelscheid an der Rur sogar -5,7 Grad). Im Raum Monschau kamen die ersten Luftfröste gut drei Wochen zu spät. Am Erdboden meldete Kalterherberg sogar -8 Grad.

Schneefälle waren im ganzen Herbst in der Eifelregion nicht zu beobachten. Den letzten winterlichen November gab es übrigens vor 21 Jahren (1993) bis herunter nach Aachen.

Bei der Sonnenscheindauer lagen die Werte verbreitet im Normalbereich, nur örtlich gab es bis zu 10 Prozent Überschuss. Hier die Sonnenscheinstunden aus dem Kreis Aachen: Alsdorf-Warden 93 Stunden, Windpark Schöneseiffen 92 Stunden (häufige Föhnwetterlagen), Aachen 89, Kalterherberg 82 und Mützenich am Vennrand nur 38 Stunden durch den häufigen Wolkenstau oder Nebel bei Südwetterlagen.

Auch die Versicherungen erlebten den November 2014 als windschwachen und unwetterfreien Herbstmonat. Windstärke acht wurde nur örtlich oberhalb von 400 m Seehöhe am 3.11. notiert.

Zum Abschluss noch der Blick auf die mageren Niederschläge im vorletzten Monat 2015. Häufiger Hochdruck und Föhnwetterlagen ließen die Monatssummen um 15 bis 20 Prozent sinken. Für die Landwirte in den Niederungen eine ideale Witterung bei der Mais- und Rübenernte, aber auch auf den Höhen stand das Vieh noch Anfang Dezember auf den Weiden.

Alle Wetterstationen lagen mit ihren Summen zwischen 35 und 65 l/qm. Kurios: Besonders trocken war es in Mützenich mit 35 l/qm, und der meiste Regen fiel mit 64 l/qm im Nachbarort Kalterherberg.

Noch keine Weihnachtstendenz

Auch wenn es jetzt, Anfang Dezember, etwas kälter geworden ist, so zeigen die Wetterkarten vom zweiten Advent doch noch eher mildes Wetter bis mindestens zum vierten Advent. Zwar fallen hin und wieder ein paar Schneeflocken oder es friert leicht, vor allem nachts, aber ein großer Wintereinbruch ist nicht zu erkennen. Mehr Schnee könnte allerdings auf den Bergen oberhalb von 500 bis 600 m fallen, jedoch zum Leidwesen der Schneefans immer wieder von Tauperioden unterbrochen. Für die Weihnachtstage ist noch keine Tendenz erkennbar.