Rohren: Der Skilift in Rohren steht für immer still

Rohren: Der Skilift in Rohren steht für immer still

Dicke weiße Flocken fallen vom Himmel, doch die Lifte im Sommer- und Wintersportzentrum in Rohren stehen still. Die Schneemenge reicht mal wieder nicht zum Skifahren. Selbst wenn in diesem Winter noch einmal genügend Schnee fallen sollte, wird weder der große noch der kleine Lift in Betrieb genommen.

Stattdessen liegen schon Bauzäune bereit, um das Gelände abzuriegeln. Zum Jahreswechsel ist endgültig Schluss, und nach fast 50 Jahren geht eine Ära zu Ende.

Jahrzehntelang waren die 751 Meter lange Sommerbobbahn und der Skilift die Attraktionen in dem kleinen Dorf und zogen Tausende von Besuchern an. Das ist vorbei. Der Betrieb lohne sich einfach nicht mehr, sagt Betreiber Manfred Stein, der zurzeit mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt ist. Die verbliebenen Skier und Schlitten werden verkauft und stehen zur Abholung bereit. Danach wird Stein ein letztes Mal den Schlüssel im Schloss umdrehen und sich neuen Projekten zuwenden. „Das werden viele Leute bedauern“, sagt der langjährige Mitarbeiter Josef Förster.

Investitionen nötig

Der Winterbetrieb habe sich „nie gerechnet“, seit er vor sechs Jahren die Anlage übernommen habe, sagt Stein. Nur der Winter 2013/14 und der vergangene Januar seien „relativ gut“ gewesen. Die Bilanz der Sommerbobbahn sehe zwar deutlich besser aus, aber auch hier müssten sich Investitionen rechnen, erklärt Stein. Als Pächter sei es ihm aber nicht möglich langfristig zu investieren.

„Und hier ist einiges, was gemacht werden müsste“, sagt er. Zum Beispiel hätten der Skilift und die Bobbahn für einen in diesem Monat anstehenden TÜV-Termin auf Vordermann gebracht werden müssen. „Wenn man das alles selbst machen kann, ist man locker mit einem fünfstelligen Betrag dabei“, sagt Stein.

Die Eigentümer wollten schon seit Jahren nicht mehr investieren und hätten im April auch den Betrieb der Gastronomie eingestellt, was das Geschäft noch schwieriger mache. Als Pächter wolle er dies alles nun nicht mehr allein schultern, sagt Stein, der sich in Zukunft auf den Verleih von Langlaufskiern, Mountainbikes und Aktivitäten im Outdoor-Bereich konzentrieren will. Die Eigentümer wollen sich zu dem Thema nicht äußern.

Die Stadt Monschau habe mit der Investition in einen Skilift im Jahr 1971 die Grundlage geschaffen, ein Winterfreizeitangebot für die gesamte Aachener Region anzubieten, erklärt Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter. Mit der Veräußerung im Jahr 1992 an eine Unternehmergemeinschaft um den langjährigen Ortsvorsteher Rudi Hermanns habe die Stadt Monschau ganz bewusst auf das unternehmerische Engagement gesetzt.

Jetzt, 45 Jahre nach der Investition, seien eine Sanierung und erneute Investitionen erforderlich, für die weder die Eigentümerfamilie noch der Pächter Bereitschaft gezeigt hätten. Trotz persönlicher Vermittlungsversuche sei keine Lösung gefunden worden. „Wir bedauern aus touristischer Sicht den Wegfall dieses Freizeitangebotes“, sagt Ritter.

Die Stadt werde den Ort im Blick behalten und versuchen, einen touristischen Ausgleich zu schaffen. Wenn Kalterherberg fahrradtouristisch entwickelt werde, solle auch Rohren über eine Fahrradroute mit in das Projekt eingebunden werden.