Eschweiler/Aachen: Der Norovirus grassiert wieder: Bislang 115 Fälle

Eschweiler/Aachen: Der Norovirus grassiert wieder: Bislang 115 Fälle

Winterzeit ist in der Regel auch Noroviruszeit: Und auch in diesem Jahr grassiert die hoch infektiöse Magen-Darm-Krankheit in der Städteregion.

Den jüngsten Fall meldete am Donnerstag das Eschweiler St.-Antonius-Hospital, das nach einem gehäuften Auftreten von Durchfallerkrankungen auf zwei Pflegestationen sechs Patienten isoliert hatte, wie Geschäftsführer Elmar Wagenbach berichtet: „Wir greifen lieber zu radikalen Maßnahmen, als dass wir eine Infektionswelle im Haus riskieren. Dank der schnellen Reaktion des pflegerischen Personals konnte der Ausbruch schnell eingedämmt werden.”

Schon bei zwei Verdachtsfällen greife in seinem Haus der Hygiene-Aktionsplan. „Auch wenn so mancher Angehöriger mit den Maßnahmen nicht einverstanden ist. Neben Desinfektionsmaßnahmen ist es bei Infizierten wichtig, dass sie möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen haben”, betont Wagenbach.

Dr. Verena Bochat vom städteregionalen Gesundheitsamt begrüßt die in Eschweiler getroffenen Maßnahmen und betont, dass in den vergangenen Wochen auch schon andere Häuser von Norovirus-Fällen betroffen waren. „Es geht recht lebhaft zu, wir verzeichnen eine Häufung von Fällen”, sagt die Expertin für Hygienefragen, doch „beunruhigend sind die Zahlen nicht. Wir bewegen uns in einem normalen Rahmen.”

Gab es im vergangenen Jahr 620 gemeldete Fälle, sind es in den ersten sechs Wochen des Jahres 2012 bereits 115. „Dabei sind diese Zahlen nur die Spitze des Eisbergs”, betont Bochat.

Schließlich werde bei weitem nicht jeder Norovirus-Fall als ein solcher diagnostiziert. Besonders gefährdet seien Kinder sowie ältere und immungeschwächte Menschen. Symptome sind plötzlicher Durchfall und heftiges Erbrechen, wobei beides nach relativ kurzer Zeit abklingt.

Häufig die Hände waschen

Eine Übertragung der Viren erfolgt über die Hände oder verunreinigte Gegenstände. Nur wenige Erreger reichen aus, um eine Erkrankung auszulösen. Wer sich schützen will, für den gilt: Hygiene.

Häufiges Händewaschen, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang, sei eine gute Vorbeugung, sagt die Gesundheitsärztin. „Die Hände mit Seife und warmem Wasser anständig waschen und am besten Papierhandtücher benutzen.”