Nordeifel: Der April war in diesem Jahr so warm wie ein Mai

Nordeifel : Der April war in diesem Jahr so warm wie ein Mai

Seit 1889 werden Temperaturdaten in der Hocheifel oder Schneifel erhoben. Während in weiten Teilen von NRW und auch zwischen Düren und Euskirchen alle bisherigen Werte übertroffen wurden, blieb es in der Nordeifel und im Raum Aachen entlang der belgischen Grenze bei Südweststau der Wolken oft bedeckt oder gewittrig, und daher war hier der April 2007 noch einen Tick wärmer.

Einige Werte: Alsdorf-Warden, Mitteltemperatur 13,2 Grad (Rekord bisher 13,3 Grad im April 2007), Aachen-Orsbach, Mitteltemperatur 12,7 Grad (Rekord bisher 14,1 Grad im April 2007), Schneifel-Hocheifel, Mitteltemperatur 10,2 Grad (Rekord bisher 11,2 Grad im April 2007). Die Mittelwerte lagen 3,5 bis 4,5 Grad über den Durchschnittswerten der letzten 30 Jahre (1981-2010).

Seit 2007 häufen sich die sehr warmen Aprilmonate mit einer Mitteltemperatur von 11 bis 12 Grad rund um Aachen und in der Nordeifel. Der Klimawandel prägt den April langsam zum Mai, und das ist auch in der weit fortgeschrittenen Natur in diesem Jahr gut zu beobachten. Anders als im Vorjahr blieben 2018 auch die schädlichen Nachtfröste im April aus, und sogar die Eisheiligen sollen in diesem Jahr zahm bleiben.

Ein gutes Erntejahr dürfte uns im Sommer bevorstehen. Nur am 6. April gab es bis in die Niederungen letzte Luftfröste von 0 Grad in Aachen und -3 Grad in Kalterherberg. Die Bodenfröste waren für Anfang April mit -3 Grad in den Niederungen wenig schädlich. Rund um Monschau wurde es in den Tälern auch nur -5 Grad kalt.

Südliche Winde und beständige Hochdruckgebiete prägten den Monat. Die absoluten Höchstwerte des Monats wurden dank Hoch „Norbert“ zwischen dem 18. und 22. April abgelesen. Im Raum Aachen wurden Höchstwerte bis 27 Grad gemessen, auch in den Höhengebieten des Nationalparks Eifel wurden sehr seltene Sommertage von 25 bis 27 Grad abgelesen.

Die Schattenseite des warmen Wetters war die Trockenheit. Die Natur erlebte ein explosionsartiges Aufwachen und die Waldbrandgefahr wuchs ständig. Die Allergiker mussten Massen von Pollen verkraften, und der Blütenstaub reichte bis in die letzten Ecken. Erst der Saharastaub im März und dann die Fichten- und Rapspollen bis Anfang Mai. Autos oder Fenster putzen lohnte sich nur für wenige Stunden.

Die nächtlichen Gewitter vom 29. zum 30. April erhöhten die Regensummen des trockenen Monats erheblich. Hier zum Vergleich einige Summen des Niederschlags: Aachen 92 l (davon am 29. enorme 63,3 l/qm in wenigen Stunden), Alsdorf-Warden 85 l (davon 47,9 l/qm am 29.), Monschau-Mützenich 82 l (davon 35,8 l/qm am 29.), Perlenbachtalsperre 77 l (davon 44,0 l/qm am 29.), Kalterherberg 76 l (davon 43,4 l am 29.), Roetgen 73 l (davon 48,4 l/qm am 29.), Höfen 62 l und Simmerath-Strauch 64 l/qm. Zudem gab es Sturmböen in diesem Unwetter von 72-81 km/h in allen Höhenlagen.

Zum Abschluss dieses bemerkenswerten Monatsreports einige Angaben zur Sonnenscheindauer. Gut ein Drittel mehr als im Mittel (1981-2010) kamen uns und den Sonnenkollektoren zugute.

Folgende Summen wurden gemeldet: Schöneseiffen und Alsdorf-Warden 200 Stunden, Kalterherberg 196 Stunden und am Schulzentrum Monschau 182 Stunden.

(kjl)
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