Rohren: Das Sonnenland hat jetzt einen Kindergartenwald

Rohren: Das Sonnenland hat jetzt einen Kindergartenwald

Die liebe Hexe Tannenmütterchen saß bitterlich weinend unter ihrem Baum im Kluckbachtal bei Rohren. Böse Buben hatten das von ihr gehütete Versteck mit dem Hinweisschild „Kindergarten Sonnenland” entdeckt und die Infotafel gestohlen.

Wie gut, dass es den treuen Schmetterling gab, denn er hatte die Beute der Diebe aufgespürt und flatterte den Jungen und Mädchen voran, um ihren Schatz zurück zu erobern, um damit in den „Kindergartenwald” heimzukehren. Die Kleinen glichen dabei märchenhaften Feen, listigen Kobolden und guten Geistern.

Seit einem Jahr bereits besuchen Rohrens Kindergarten-Leiterin Birgit Theißen und ihre Kolleginnen, die Erzieherinnen Alexandra Janis-Hupp und Natascha Hirch, jeden Mittwoch mit ihren 18 Schützlingen das naturbelassene Waldstück um den Naturlehrpfad des Bergdorfes.

Nun erhielt ihr bewährtes Projekt „Waldpädagogik” ein offizielles Gütesiegel. Felix Meyer, Förster der Stadt Monschau, übergab, in Anwesenheit von Bürgermeisterin Margareta Ritter, Anneliese Erler von der Städteregion und der Rohrener Ortsvorsteherin Waltraud Haake, den Sonnenlandkindern ihr kleines, eingezäuntes Reich „Kindergartenwald”. Kerstin Jansen vom Elternbeirat der Tagesstätte in rurstädtischer Trägerschaft hatte für die optisch ansprechende Markierung wie die bunte Gestaltung ihrer Botschaft gesorgt.

Freude und Kreativität

„Wir verbringen im gekennzeichneten, heimischen Gebiet miteinander viel Freizeit mit Freude und Kreativität”, erklärt Birgit Theißen. Die Vorschüler fänden dort abenteuerliche Verstecke in Bäumen, Ästen und großen Wurzeln, erlebten in gemütlichen Sitz- und Bastelecken die Natur aktiv, mit allen Sinnen und immer wieder neu.

Als wesentlichen Aspekt ihres kommunikativen Aufenthaltes im Grünen betrachten Theißen und ihr Kollegium „die Förderung der Grob- und Feinmotorik der Betreuten, denn die Wege in unserem Gelände sind schmal und holprig, oft müssen kleine Hindernisse umgangen oder überstiegen werden”.

Das unbeschwerte Spiel und der Aufenthalt im Freien, versichert das Erzieherinnentrio, stärke zudem das Immunsystem von Groß und Klein, sei also Balsam für Körper, Geist und Seele. Der Wald fördere die Sonnenlandkinder auf vielfältige Weise, wie beispielsweise durch Riechen und Tasten.

Ganz wesentlich erscheine die didaktische Botschaft der Walderkundung: „Diese Quelle von Gesundheit und Erbauung für die Menschen wie Lebensraum für Tiere und Pflanzen gilt es zu pflegen und zu erhalten.”

Um dem „Tag des Waldes” auf Sonnenlandart den gebührenden Rahmen zu geben, machten Initiatoren und Gäste aus dem schauspielerisch spannenden Sieg über die Schilderräuber ein lustiges Fest.