Nordeifel: „Das schöne Sommerhoch hat kalte Füße bekommen”

Nordeifel: „Das schöne Sommerhoch hat kalte Füße bekommen”

Auch wenn am Mittwoch statt des prognostizierten Regens zunächst die Sonne völlig unangemeldet am Himmel auftauchte, täuscht das nicht darüber hinweg, dass dieser Sommer bisher seinen Namen nicht wirklich verdient hat.

„Das wunderschöne Sommerhoch hat kalte Füße bekommen”, bewertet der erfahrene Meteorologe Bodo Friedrich aus Mützenich die vorherrschende Wetterlage in der Nordeifel.

Nach einem viel zu kühlen und zu trüben Juli hat inzwischen zwar reichlich tropische Warmluft von der iberischen Halbinsel die Region erreicht und ihr zu Wochenbeginn „feinstes Sommerwetter” beschert. Doch, so der bekannte Eifeler Wetterfrosch, folgen der Warmluft Tröge und Randtiefs, die sich irgendwo ausschütten. Friedrich: „Das ist typisch.” Die Temperaturen bleiben jedoch trotz des Regens auf recht hohem Niveau.

„Typisch” ist im Prinzip auch die derzeitige Großwetterlage, so Bodo Friedrich weiter. Zwar sei der 27\. Juni, der Siebenschläfertag, ein „knochenheißer Tag” gewesen, den man aber nicht isoliert betrachten dürfe. Denn an den Tagen drumherum habe es „kotziges Wetter” gegeben, Wetter zum Gruseln also, in manchen Prognosen charmant mit „frühherbstlich” beschrieben. Das heißt gemäß einer seit Generationen bekannten Regel: Das Wetter, das es rund um Siebenschläfer gibt, dauert sechs Wochen an.

Das bedeutet dann nach Adam Riese, dass Mitte August der Sommer zurückkehrt, mit höheren Temperaturen und viel Sonnenschein.

„Das kann bis in den September hinein reichen, Womöglich gibt es sogar noch einen schönen Altweibersommer bis in den Oktober hinein”, so die persönliche Einschätzung von Bodo Friedrich, fußend auf jahrzehntelanger Erfahrung. „Solche Aussagen sind nur mit Vorbehalt möglich. Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, dass es Mitte des Monats so kommt. Genauso wenig kann ich jetzt sicher vorhersagen, ob wir Weihnachten Schnee haben oder nicht.”

Auf den Wintersport in der Eifel sieht Bodo Friedrich schwere Zeiten zukommen, denn als Folge des Klimawandels werden die Temperaturen dauerhaft ansteigen.

Die Winter werden weniger kalt, dafür aber zunehmend nasser. Im vergangenen Winter habe es Schnee satt gegeben. Friedrich: „Davon sollte sich niemand täuschen lassen.” Das werde in Zukunft die Ausnahme sein. Die Folgen des Klimawandels seien „nicht mehr wegzudiskutieren”. Absehbar, so Bodo Friedrich, werde Wintersport nur noch „oberhalb von 2000 Metern” möglich sein.

Im Gegenzug würden die Sommer künftig trockener und heißer. Während es dann in Spanien bereits afrikanisches Klima gebe, werde in unseren Breiten spanisches Klima Einzug halten, mit all seinen Folgen: Dürre, Ernteausfälle größeren Ausmaßes, eine Zunahme von Unwettern bis hin zu Tornados, „auch wenn das heute noch keiner glauben will”.

Fürs Erste aber sollten die sonnenhungrigen Nordeifeler sich noch bis zur Monatsmitte gedulden, weil dann der Sommer kommt. Also: Sommerklamotten und luftige Fummel noch nicht in Winterschlaf legen, Grills und Grillkohle in Reichweite halten.

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