Roetgen: Das Problem ist die Ebbe in der Kasse

Roetgen: Das Problem ist die Ebbe in der Kasse

Ausschussvorsitzender Karsten Knoth (SPD) dankte für die „schonungslose” Beschreibung des Ist-Zustandes, den der neue Projektsteuerer Alexander Pauls vom Büro Kempen & Krause in Aachen zur Schulsanierung gab.

Der forsche junge Bau-Ingenieur überzeugte im Bauausschuss mit seiner Entschlossenheit, die Arbeiten seriös und zügig zu einem Ende zu bringen, überraschte die Fraktionen allerdings in einem Punkt nicht wirklich mit einer Neuigkeit: Zentrales Problem ist die Finanzierung, der Puffer in der Kalkulation wird dahinschmilzen und das Budget wird nicht ausreichen, weil man im Bestand arbeitet. Das ist bekanntermaßen oft eine Wundertüte, die die Sanierungskosten eklatant in die Höhe treiben kann.

Neu waren dann schon eher die Informationen, wonach die Unterdeckung des Budgets von rund 6,5 Millionen Euro teilweise durch Positionen verursacht worden war, die in der Kalkulation „nicht berücksichtigt oder vergessen” worden waren. Laut Pauls habe sein Vorgänger für den 2. Bauabschnitt (die Sanierung des Altbaus) keine Projektsteuerungskosten eingerechnet. Es seien 35.000 Euro für justistische Beratung aufgelaufen, die „nie in einer Liste aufgetaucht sind”, und die Umzüge der Schulklassen in die Container, die man mit 31.000 „angenommen” habe, tauchten ebenfalls nirgendwo auf. Die Mietkosten für die Container habe man anfangs nicht ins Budget aufgenommen, jetzt würden sie plötzlich eingerechnet.

Nach Einschätzung von Alexander Pauls ist verbindlich zu klären, ob solche zusätzlichen Kosten in das Budget der Sanierung gehören oder nicht. Außerdem muss die Politik entscheiden, ob höhere Kosten durch eine Erhöhung des Budgets aufgefangen werden sollen, und wenn ja, wann?

Der Projektsteuerer warnte vor übertriebener Eile. Für den 1. Bauabschnitt (den Neubau) lägen einige Schlussabrechnungen noch nicht vor. Die Vergabe für den 2. Bauabschnitt sei im Gange, so dass man auch dort noch nicht wisse, was in Euro und Cent auf einen zukomme. In zwei bis drei Monate dürfte sich der Nebel lichten. Dann könne man über konkrete Zahlen sprechen. Derzeit redet man konkret über einen Fehlbetrag von 151 000 Euro.

Noch vor Beginn der Osterferien 2012 will man mit der Sanierung des Altbaus fertig sein. Und vor den Sommerferien soll der letzte Handwerker das Schulgebäude verlassen haben. Diese Terminplanung bezeichnete Pauls als „anspruchsvoll”. Letztlich hänge vieles auch davon ab, wann der Winter Roetgen ereile und wie lang und hart er werde.

Nicht unwahrscheinlich also, dass die Schule weiterhin für reichlich Gesprächsstoff sorgt.