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Monschau: Das große Geschäft bleibt diesmal aus

Monschau : Das große Geschäft bleibt diesmal aus

„Jetzt haben wir Wasser von unten und von oben”, lachte Monika Hupperich aus Herzogenrath, „von unten die Rur und von oben den Regen.” Die gute Laune konnte ihr das Wetter aber nicht trüben. Zusammen mit Anja Bieck aus Alsdorf stand sie am Pfingstmontag in ihrer kleinen Bude auf dem Kunsthandwerkermarkt, um den Besuchern ihre Karten, Schachteln und Bilder anzubieten.

Obwohl viele Schaulustige nach Monschau gekommen waren - das große Geschäft blieb für die meisten Künstler aus. „Die Leute haben bei dem Regen nicht die Laune, ihre Köpfe unter dem Schirm hervorzubeugen, um sich lange mit der Kunst auseinanderzusetzen”, stellte Jo Zinken fest, der den Markt zum vierten Mal organisiert hatte.

Aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland waren 53 Aussteller angereist, um ihre Ware feilzubieten. Das Angebot reichte von Gemälden und Skulpturen über Glaskunst bis hin zu Kleidung und Schmuck aus allen erdenklichen Materialien. „Mir ist es wichtig, eine möglichst große Auswahl zu zeigen. Die Leute sollen sehen, was es alles gibt und dann sollen sie feststellen, dass die Kunst nicht nur schön und abwechslungsreich, sondern auch noch bezahlbar ist”, fasste Zinken die Idee hinter dem Kunsthandwerkermarkt zusammen.

„Schön, abwechslungsreich und bezahlbar”, mit den gleichen Adjektiven beschrieb auch Jutta Stubenrauch aus Vaals ihre Schmuckkreationen. An ihrem Stand war trotz des Wetters immer eine Traube von Menschen versammelt, und während die Künstlerin geduldig die Materialien und die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten ihrer Ketten und Armbänder beschrieb, wärmte sie sich die Hände an einer Tasse mit dampfender Suppe.

Corinna de Jong hatte eine andere Strategie, sich von der Kälte abzulenken: Sie bastelte an einer neuen Figur. Die Bildhauerin aus Rotterdam hat schon für Shell eine riesige Bronzeskulptur geschaffen. Den Markt in Monschau wollte sie nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen. Schließlich ist es für Künstler wichtig, sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen zu machen.

Die Verkaufsbude, die am besten zum Wetter passte, gehörte Margret Meyer aus Gemmenich: Warme Decken, Kissen, Babyschlafsäcke und Schuheinlagen aus Schafwolle konnten die Besucher an ihrem Stand erwerben. Die Belgierin webt nicht nur die Wolle selbst, sie zieht sogar die Schafe in ihrer eigenen kleinen Herde heran. Die Schäferin war zum ersten Mal bei dem Kunsthandwerkermarkt dabei, aber sicher nicht zum letzten Mal: „Bei einer so guten Organisation und einer so schönen Kulisse darf einen das Wetter nicht stören.”