1. Lokales
  2. Eifel

Rurberg/Woffelsbach: Das erwartete Verkehrschaos bleibt aus

Rurberg/Woffelsbach : Das erwartete Verkehrschaos bleibt aus

Über dem See funkeln hunderte Lichter. Auf den Schiffen der Rurseeschifffahrt wird getanzt, gesungen und geschunkelt. Dazwischen tummeln sich kleinere Boote, alle mit Lichtern geschmückt. Am Ufer brennen bengalische Feuer und auch die Häuser erstrahlen im Lichterglanz.

Rund um den See warten mehrere zehntausend Besucher darauf, dass es endlich los geht. Dann plötzlich sind die ersten Böllerschüsse zu hören. „Aaahs” und „Ooohs” gehen durch die Reihen, als das Feuerwerk beginnt.

Es ist der Höhepunkt des diesjährigen Rurseefestes in den Orten Rurberg und Woffelsbach.

Seit dem Nachmittag ist der Feuerwerker mit Vorbereitungen beschäftigt, damit um 22.35 Uhr in Rurberg auch alles klappt. Gleich danach darf der Feuerwerker ausnahmsweise durch den Nationalpark fahren, damit er das nächste Feuerwerk in Woffelsbach rechtzeitig entzünden kann. In Rurberg wird das Feuerwerk gegen 22.30 Uhr auf dem Hohen Hövel gezündet, in Woffelsbach vom Seeufer aus gegen 23.15 Uhr.

Der Wettergott hatte sich schließlich doch noch gnädig gezeigt. Pünktlich zum Höhepunkt des Rurseefestes präsentierte sich der Himmel sternenklar. „Der Regen kann dem Feuerwerk aber auch nichts anhaben. Dann kommt eben ein Zelt drüber und wenn es los geht, wird es einfach weggezogen”, erklärt Sander Lutterbach. Solange er denken könne sei das Feuerwerk noch nie ausgefallen.

Seit diesem Jahr ist er der verantwortliche Organisator des Rurseefestes. Sein Vorgänger Heiner Jansen hatte nach 18 Jahren die Verantwortung abgegeben.

Lutterbach ist bei der Aseag Abteilungsleiter des Bereichs Verkehrslenkung und Betriebssteuerung. Bei großen Veranstaltungen wie dem Aachener Weihnachtsmarkt oder dem Chio ist er für die Verkehrsleitung verantwortlich. „Ich will meinem Heimatort etwas zurückgeben und meine berufliche Erfahrung dafür einsetzen”, erklärt der 32-Jährige.

Das klappte in diesem Jahr schon ganz gut, das Verkehrschaos der vergangenen Jahre blieb aus. Viele hatte wohl das schlechte Wetter am Nachmittag abgehalten, so dass am Abend gegen 20 Uhr nur rund 30.000 Besucher anwesend waren, deutlich weniger als in den Vorjahren. Im Laufe des Abends rechneten die Veranstalter aber noch mit weiteren 10.000 Besuchern.

Außerdem hatten die Veranstalter in Rurberg 3500 und in Woffelsbach 1500 zusätzliche Parkplätze zur Verfügung gestellt. Die Autofahrer fanden in Rurberg gleich neben der Hauptstraße auf den Wiesen zahlreiche Parkplätze. Eine gute Ausschilderung und die Polizei sowie die eingesetzten Verkehrskadetten trugen ebenso zur Entspannung der Situation bei.

Lutterbach zeigt sich optimistisch: „Auch bei 50.000 Besuchern wäre die Situation entspannter, als in den Vorjahren. Trotzdem werden wir die Parkplätze im nächsten Jahr noch weiter aufstocken.”

Sein Dank gilt allen beiligten Helfern und besonders den Freiwilligen Feuerwehren aus Rurberg und Woffelsbach, die den Brandschutz der Veranstaltung übernahmen.

Für die Gäste war der Besuch des Rurseefestes jedenfalls deutlich angenehmer, als in den Vorjahren. Oft hörte man entlang der Uferpromenade Aussagen wie: „Jetzt kann man sich hier wenigstens mal etwas bewegen, letztes Jahr sind wir hier nur mit Trippelschritten vorwärts gekommen.”

Dieter Braun ist in Rurberg unter dem Namen „Charlie” als der Dorfsherrif bekannt. Doch an diesem Wochenende musste er nicht alleine für Recht und Ordnung am Rursse sorgen, er wurde von Verkehrskrads, den Verkehrskadetten, Hundeführern und Trupps der Hunderschaft unterstützt.

Das Rurseefest lockte aber nicht nur mit Feuerwerk. Einer der Höhepunkt ist auch das Drachenbootrennen in der Woffelsbacherbucht, bei demmehr als 30 Teams mit bis zu 20 Personen plus Trommler an den Start gingen.

Daneben gibt es den Künstler- und Handwerkerinnenmarkt der Frauenunion. Karrussels und Hüpfburgen sind besonders für die Jüngsten interessant. Bereits ab dem Nachmittag unterhielten zahlreiche Konzerte und Vorführungen das Publikum, die Melano Showband ab 15.30 in Woffelsbach, Diana Kesternich ab 16 Uhr auf der Bühne Im Sief, gleichzeitig „Die Weisweiler” am Antoniushof.

Die Tanzwerkstatt Simmerath präsentierte Ausschnitte ihres Könnens. Die Nice Guys hatten genauso ihren Auftritt wie das Orient-Tanzstudio Salwa. Zu den Highlights zählten die Auftritte von „Doctor Country” auf der Bühne im Sief und insbesondere von „For Example” auf der Seebühne.

Das Rurseefest wird nun schon Zeit über 40 Jahren gefeiert. „Über den genauen Zeitpunkt streiten sich in Rurberg aber die Geister”, erklärt Lutterbach. Die erste Veranstaltung habe es wohl Mitte der 1960er Jahre am Antoniushof gegeben.