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Monschau: Computerspiele und Fernsehen sind tabu

Monschau : Computerspiele und Fernsehen sind tabu

Fröhliches Stimmengewirr schalt dem Besucher entgegen, noch ehe er das erste Obergeschoss des Bischof-Vogt-Hauses erreicht.

Das Jugendzentrum an der Bergstraße 1 in Monschau ist seit je her ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche - und seit Ende April um ein Angebot reicher: den Spielenachmittag für Grundschulkinder. Ins Leben gerufen hat diesen Treff für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren Heike Bartsch, die tagsüber in der Arbeitslosen-Beratungsstelle eine Etage höher ihren Dienst versieht.

„Für die Jugendlichen besteht ja hier ein gut angenommener Treff im Jugendzentrum - ich wollte aber auch ein Nachmittagsangebot für die jüngeren Schulkinder schaffen”, erzählt die Betreuerin. Denn sehr viele Kinder seien nachmittags auf sich alleine gestellt und müssten sich mit sich selbst beschäftigen, so Heike Barts.

Schleppender Beginn

Nach etwas schleppendem Beginn mit nur einer Handvoll Kinder, die zum Treff kamen, ergriff Heike Barts die Initiative und warb in der Heckenlandschule in Höfen, die auch die Altstadt-Kinder besuchen, persönlich für das neue Angebot.

Schwimmen in der Rur

Mit Erfolg: Seither kommen jeden Montag im Schnitt 15 Kinder ins Bischof-Vogt-Haus, um gemeinsam zu spielen, zu basteln oder sich anderweitig mit Alterskameraden zu beschäftigen.

Großartige Regeln gibt es dabei nicht, „aber Fernsehen und Computer sind tabu”, so Heike Barts. Bei schönem Wetter geht man fast immer nach draußen, „wenn es richtig warm ist, schwimmen wir auch schon mal in der Rur, machen Picknick oder Naturspiele”, so die engagierte Ehrenamtlerin.

Einmal im Monat ist Kinotag, der große Saal des BVH ist auch meistens frei und wird für Theater oder andere Spiele mit Platzbedarf genutzt.

Hilfe von Zwillingen

Mittlerweile ist der Treff für Grundschulkinder, zu dem im Ausnahmefall auch schon Vorschulkinder kommen dürfen, so beliebt, dass Heike Barts sich kaum noch um alle kleinen Besucher kümmern kann. Deshalb ist sie sehr froh, mit den Zwillingen Rebekka und Viktoria Evers aus Monschau, die in wenigen Tagen 16 Jahre alt werden, zwei ebenso engagierte Helferinnen gefunden zu haben.

Heike Barts eigene Zukunft in dem von ihr initiierten Projekt steht allerdings in den Sternen. Im Spätsommer wird sie sich beruflich verändern und aus der Altstadt nach Kornelimünster umziehen.

Ob ihr dann noch die Zeit für den völlig ehrenamtlichen Montagstreff bleibt, wird sich erst dann entscheiden. Falls nicht, dann hofft sie, dass sich jemand anders findet, der den Treff der Grundschulkinder vorbereitet und zwei Stunden montags begleitet. Denn sonst sitzen die Monschauer Kinder ab Herbst Montag nachmittags wieder alleine zuhause.