Schleiden/Vogelsang: Christmas swingt im Kulturkino Vogelsang

Schleiden/Vogelsang: Christmas swingt im Kulturkino Vogelsang

Zweimal hintereinander die Big-Band der Bundeswehr im Wohltätigkeitskonzert am gleichen Ort, zweimal ausverkauftes Haus mit zusammen gut 2000 Zuschauern und das mitten in der Eifel. Diese außergewöhnlichen Umstände, so geschehen am Donnerstag- und Freitagabend im Kulturkino in Vogelsang, haben ihren Grund: Die Hilfsgruppe Eifel feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass lud sich die unermüdliche Ehrenamtlertruppe um den Mechernicher Willi Greuel die Big-Band der Bundeswehr zum Doppelkonzert „Swinging Christmas“ ein.

Im ersten Teil verstärkte die Kölner Sängerin, Komponistin und Autorin Pe Werner mit ihrem markanten Humor und ihrer leichtfüßigen Stimme die Band, im zweiten Teil traten die beiden zur Band gehörenden Vokalisten Jemma Endersby und Marco Paulo Matias vor das begeisterte Publikum.

Unter der versierten Leitung und Moderation von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik startete der musikalische Reigen, der in erster Linie aus speziellen Arrangements für dieses Doppelkonzert bestand. Der erste Titel von Pe Werner und Band startete mit dem „Weihnachts-ABC“, basierend auf der unsterblichen Melodie von „L-O-V-E“, einst in die Welt getragen von Nat King Cole. Pe Werner dichtete auf der ihr eigenen Art die Zeilen um: „A — es muss das Fest der Liebe sein. B — du musst Brandschutz versichert sein. C — es muss mit Baum sein, Päckchenberg und Glühwein und dann im neuen Jahr muss alles umzutauschen sein.“

In dieser Form nahm der Weihnachtsfahrplan Fahrt auf. Gans oder Ente, Karpfen oder Zunge, während der „Dunkelkammertage“ regiert die Sehnsucht nach „Belichtung für die Seele“. Wie herrlich diese Tage, an denen die verschneite Welt wie frisch gestrichen aussieht und man sich schon vor dem Frühstück, wie eine Schneekönigin fühlt und die Kirchtürme wie weiße Riesen aussehen. Mit dem passenden Flügelhornsolo wird das Kino im Kopf, das Pe Werner mit ihren klugen Zeilen, angefeuert von den fetzigen Klängen der Big Band, anwirft, zum wärmenden Hochgenuss.

Abschied mit „Kribbeln“

Und nachts? Da zieht Frau mit stets kalten Füßen unter der Bettdecke natürlich einen Mann der wärmenden Flasche vor. Der Blues „Es ist viel zu kalt“ manifestierte diese Theorie. „Süßer die Pralinen nie schmecken, doch manchmal wird mir angst und bang, schaue ich an meiner Hüfte entlang“ — zur Pause hin war das Publikum in Stimmung. Mit ihrem bekannten Titel „Kribbeln im Bauch“ verabschiedete sich die Diva der deutschen Liedermacherinnenszene.

Im zweiten Teil wurde es festlicher, der Humor wich dem Glanz. Im James-Last-Stil begeisterten die Musiker ebenso wie in rockigem Klanggewand. Sänger Marco Paulo Matias empfahl sich als erstklassig und charmant. Sängerin Jemma Endersby hatte es stimmlich schwer, so grandiose Titel wie „All I Want For Christmas“, unsterblich gemacht von Mariah Carey, zu covern. Zudem schien sie im zweiten Konzert Probleme mit ihren Ohrmikrofonen zu haben. Unterm Strich jedoch eine bemerkenswerte Vorstellung, auch von der gebürtigen Britin. Der Applaus war den Künstlern an beiden Abenden sicher, mit einer Zugabe wurden sie in die verschneite Eifelnacht entlassen.

Die Hilfsgruppe Eifel sammelte in den 25 Jahren ihres Bestehens übrigens 6,6 Millionen Euro für gute Zwecke. Die Big-Band der Bundeswehr, 1971 von Verteidigungsminister Helmut Schmidt als moderne Band für eine moderne Armee gegründet, spielte inzwischen mehr als 20 Millionen Euro ein

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