Monschau: Chorbiennale: Stimmen aus Island singen dort, wo es schön ist

Monschau: Chorbiennale: Stimmen aus Island singen dort, wo es schön ist

Über 90 Werke wurden für diesen Chor bereits komponiert, 23 Länder hat er schon bereist und am Dienstag, 11. Juni, ist der „Hamrahlíðarkórinn“ aus Island anlässlich eines Satellitenkonzertes der Internationalen Chorbiennale der Stadt Aachen ab 20 Uhr im Monschauer Aukloster zu erleben. Der Eintritt ist frei.

Der Gastchor aus Reykjavik ist ein so genannter College-Choir, seine Mitglieder sind im Alter von 14 bis 22 Jahren und er zählt zu den besten Chören Europas. Viele Musikerpersönlichkeiten Islands stammen aus diesem Chor, der 1967 von Þorgerður Ingólfsdóttir gegründet wurde, die auch heute noch die Leiterin ist.

Werben für die Chorbiennale: Hermann Mertens, Ansgar Menze, Margareta Ritter und Olaf Müller. Foto: A. Gabbert

Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen, und Ansgar Menze, Produktionsleiter der Biennale, wurden jetzt von Bürgermeisterin Margareta Ritter und ihrem allgemeinen Vertreter Hermann Mertens in Monschau begrüßt. Wie schon 2009 habe man sich entschieden, einen Gastchor in Monschau auftreten zu lassen, erklärte Müller. Man wolle dort singen, wo es schön ist. Außerdem habe man damit gerne einem Wunsch der Chorleiterin entsprochen. Die Stadt Monschau gewinne bei Kulturveranstaltungen immer mehr an Qualität und sei in dieser Hinsicht ein Kleinod in der Städteregion, lobte Müller. „Ich bin froh, dem Chor diesen schönen Ort nahebringen zu können, wo auch viele Touristen aus den Nachbarländern verkehren“, sagt Müller.

Ansgar Menze nutzte die Gelegenheit, das zwölftägige Programm der Internationalen Chorbiennale, an dem über 80 Chöre teilnehmen, darunter vier internationale aus Argentinien, Brasilien, Israel und Island, vorzustellen. Er habe auch in diesem Jahr wieder viele Anfragen aus der ganzen Welt erhalten, sagte Menze.

Das größte Problem dabei sei meist die Frage der Finanzierung, etwa mit Blick auf die Flüge. Es sei aber gelungen, mit Sponsoren, dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt sehr individuelle Lösungen zu finden.

Einen Länderschwerpunkt wie in den Jahren 2009 (jüdische Musik) und 2011 (very british) wird es diesmal nicht geben. In diesem Jahr steht die Biennale unter dem Motto „Kontraste“. Jeweils zwei Ensembles werden ein gemeinsames Konzert veranstalten. Etabliertes wird neben Unbekanntem stehen. Tradition und neueste Chorwerke werden sich die Hand geben. Der hoch erfahrene Chorexperte wird neben dem zufälligen „Zaungast“ sitzen.

Internationale Chorkulturen und die heimische Chorszene werden bei der Biennale einmal mehr aufeinander treffen. „Die hiesigen Chöre und internationale Farben kommen zusammen und profitieren voneinander“, sagt Menze. Aus der Nordeifel werden der Kinder- und Jugendchor „Kimundi“ und der Vielharmonische Chor Roetgen bei der Langen Chornacht der Biennale am Sonntag, 22. Juni, vertreten sein.

Bürgermeisterin Margareta Ritter erklärte, die Stadt Monschau habe für das Konzert am Dienstag alle Chöre der Region als Ehrengäste eingeladen, außerdem habe man auch die Schulen angeschrieben und eingeladen. Den Gästen aus Island würden nachmittags Führungen durch die Altstadt angeboten, um ihnen Monschau und die besondere Atmosphäre näherzubringen.

Mit viel Energie

Normalerweise trete der isländische Chor mit rund 65 Mitgliedern auf, erklärte Menze. Bei den Auftritten im Rahmen der Biennale seien aber wie bei kammerkonzerten eher 35 üblich, man habe sich nun auf 50 Sänger und Sängerinnen geeinigt. Der Hamrahlíðarkórinn sei ein junger Chor mit viel Energie, aber durchaus diszipliniert, sagte Menze.

Im Monschauer Aukloster wird der Chor unter anderem folgende Stücke zu Gehör bringen. „Almáttugur Guð allra stétta” (Allmächtiger Gott, Herrscher über der Welt), „Klukka Íslands“ (Die Islandglocke), „Vorið, það dunar“ (Frühlings Widerhall), „Vorkveðja“ (Frühlingsgrüße) und zum Abschluss „Nú hverfur sól í haf” (Ins Meer sinkt nun die Sonne).

Weitere Informationen rund um die Internationale Chorbiennale vom 12 bis 23. Juni in Aachen gibt es im Internet.

(ag)
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