Kesternich: Chor ist eine „starke Gemeinschaft mit eigenständigem Charakter“

Kesternich: Chor ist eine „starke Gemeinschaft mit eigenständigem Charakter“

„Unser Chor ist bestens aufgestellt! Er wird hervorragend künstlerisch geleitet und ist in allen Stimmlagen gut gesetzt. Das gemischte Ensemble Sankt Peter und Paul ist momentan mit mehr leistungsstarken Männerstimmen ausgestattet als jemals zuvor. Und dennoch: Unser Vorstand benötigt dringend Verstärkung aus den Reihen der Aktiven, sonst stirbt unsere Sangesgemeinschaft. Voriges Jahr fanden wir bereits keinen Notenwart mehr. Ohne Unterstützung unseres regen Fördervereins wären wir längst ins finanzielle Minus geraten.“

Positives Fazit und Standortbestimmung über ein ereignisreiches Vereinsjahr des Kesternicher Kirchenchores, aber auch eindringlich-besorgte Worte seines zweiten Vorsitzenden Michael Frings. Er appellierte Mittwoch im Rahmen der Hauptversammlung an rund 25 im Pfarrheim erschienene Aktive, fördernde Mitglieder und Gäste, den Vorstand personell und tatkräftig zu entlasten und engagiert Führungsverantwortung zu übernehmen.

Etwa, wenn es um Planung und Durchführung von Veranstaltungen, Exkursionen, Feste im Jahreskreis oder gehaltvolle Konzertauftritte, geht. „Vize“ Frings ließ keinen Zweifel daran: „Die Arbeit fällt den langjährig an der Spitze des Sakralensembles Tätigen immer schwerer. Hoffentlich zeigt die folgende Vorstandswahl Lösungswege des Problems!“ Ein Wunsch, der zumindest auf mehreren wichtigen Positionen dank neuen Funktionsträger/innen in Erfüllung ging.

Vorsitzende Marlene Strauch eröffnete den Abend mit einem Rückblick auf das verflossene Jahr. Es war gefüllt mit glanzvollen Höhepunkten geistlicher und weltlicher Musik. Strauch würdigte die Leitungen der Dirigentin Eva Honecker, die seit vier Jahren bei der Peter- und Paul-Formation den Takt vorgibt: „Eva leitet unseren Liederkreis mit Humor und Temperament und führt uns sicher durch das Notenspektakel. Unsere Stabführerin hat bravourös unseren alten Liederbestand aufpoliert. Unser Gesang ist eine Stimme zu Gott und dessen Ehre, uns wie den Zuhörern zur Freude.“

Die Vorsitzende unterstrich „die Harmonie unserer intakten Gemeinschaft innerhalb des Vorstandes und der Choristen, das möge im neuen musischen Jahr so bleiben“!

Dirigentin Honecker prophezeite den Interpreten der Musica Sacra eine gute Zukunft, „wenn sie authentisch bleibt“. Konzertante Auftritte und Darbietungen in Gotteshäusern spiegelten den Kreislauf des Lebens wider, so die Musikpädagogin. Musikalische Aufführungen folgten im Jahreskreis, von kirchlichen Festen, über das Wunder der freudig gefeierten Geburt eines Kindes bis hin zum konzertanten Genuss für Senioren. Geistliche Musik im Gottesdienst, folgerte Honecker, müsse „stets ehrlich, echt und wir selbst sein — vom in der Bevölkerung beliebten, offenen Singen und sogar verkleidet im Karneval oder in Rollen des großen Opernchors“.

Die Stabführerin bezeichnete die Kesternicher Sakralformation als „starke Gemeinschaft mit eigenständigem Charakter“, auf deren Vorstand sei immer Verlass, nicht zuletzt, „weil Vorsitzende Strauch sich um Freude und Wohl der Menschen kümmert, statt um Materie und Formalitäten“. Darum freue sich Honecker schon jetzt auf die musische Zusammenarbeit im laufenden Jahr.

Schriftführerin Wilma Niessen trug das Protokoll der Vorjahresversammlung vor und erstattete anschließend den Geschäftsbericht 2014. Daraus ging hervor, dass der Kirchenchor jetzt über 31 Aktive und 59 Gönner verfügt. Der Förderverein zähle 14 Angehörige. 40 Proben waren laut Niessen zu absolvieren, sechs Messen zu kirchlichen Festtagen durch Gesang mitzugestalten.

Neben den offiziellen Verpflichtungen im christlich-weltlichen Jahreslauf blieb laut der Schriftführerin in bester Erinnerung die Wanderung „Rund um Kesternich“ mit anschließender Grillfete bei Michael Frings.

Im Kassenbericht des Schatzmeister Günter Reinartz wurde ein befriedigender Überschuss deutlich. Unter Leitung von Paul-Arthur Roder ging es an die Teil-Neuwahl des Vorstandes. Roder bezeichnete in einer Grußadresse den Vorstand „genau so rege wie die Sänger, vor allem Dirigentin Eva motiviert uns immer wieder, wir sind froh, sie zu haben“.

Vorsitzende Marlene Strauch, seit 21 Jahren mit Vorstandsaufgaben betraut, wurde wieder gewählt, desgleichen ihr Stellvertreter Michael Frings. Die bisherige Beisitzerin Marlene Stollenwerk schied aus dieser Funktion; sie übernahm, unter Seufzern der Erleichterung in der Runde, die lange verwaisten Aufgaben der Notenwartin. Statt Stollenwerk trat Vroni Nachite ins Beisitzergremium. Für die Kassenführung bleibt Günter Reinartz zuständig; das Revisorenduo wird fortan von Berthold Breuer und Walter Voß gebildet.

Zum guten Schluss gab es „eine hohe Auszeichnung mit Seltenheitswert“ (Strauch). Ehrenmitglied Arnold Claahsen (86) trat vor Jahresfrist von seinem Amt als Notenwart zurück, und das nach 68-jähriger Tätigkeit. Der vitale Ruheständler hat laut der Vorsitzenden „Tausende Notenblätter gepflegt, zudem fleißig Proben besucht und öffentliche Auftritte zuverlässig mitgestaltet“. Sein Werk wird Marlene Stollenwerk nun fortführen.

Claahsen empfing für 70-jährige Aktivität pro Kirchenliedgut Urkunde und goldene Nadel des Diözesan-Cäcilien-Verbandes. Nach einer Vorausschau auf kommende Vereinshöhepunkte, vom Ostergottesdienst bis hin zur Kirchenmusikalischen Andacht, wurde beim traditionell gemütlichen Beisammensein deutlich, wie wichtig gemeinsames Wirken für den Erfolg ist.

Die Kesternicher Choristen haben auch Sangesfreunde aus Steckenborn (seit mehr als 20 Jahren), Eicherscheid, Roetgen und Rurberg in ihren Reihen. Sie alle werden bald entscheiden, wohin der diesjährige Tagesausflug führen soll.

(M. S.)