Roetgen: „Cantus Oecumenicus“: Konzertreise nach Antwerpen

Roetgen: „Cantus Oecumenicus“: Konzertreise nach Antwerpen

Eine Konzertreise führte jetzt den Roetgener „Cantus Oecumenicus“ Chor ins belgische Antwerpen. Von den monumentalen Kirchen in Antwerpen ist die St. Andreaskirche wohl die am wenigsten bekannte, spielte sich in früheren Jahren in und um die Kirche das Leben der „Gemeinde des Elends“ ab, wie das ärmliche St. Andreasviertel früher hieß.

Dennoch weiß das Gebetshaus heute manchen Besucher zu überraschen, und das liegt nicht nur an der Inneneinrichtung mit der wunderschönen Kanzel von J.-B. Van Hool und J.-F. Van Geel als Blickfang. Der Gottesdienst unter Mitgestaltung des Roetgener „Cantus Oecumenicus“ Chor am letzten Sonntag zeigte, dass die Musik über die Weisheit Gottes in einer Welt, die krank, lieblos und ungerecht zu sein scheint, „das ausdrückt, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“ (Victor Hugo).

Leiter Peter Emonds war mit 24 von 40 Sängerinnen und Sänger seines gemischten Chores und Gästen zu einer Reise nach Flandern aufgebrochen. In Antwerpen hatte die Gruppe Quartier bezogen und von dort mit dem begleitenden Bus Brügge, Gent und Mechelen besucht.

Der Höhepunkt der Reise war die gesangliche Mitwirkung beim sonntäglichen Gottesdienst. Neben zwei Werken von Josef Gabriel Rheinberger sangen sie das „Cantate Domino“ von Hans Leo Hassler, das „Ave Maria“ von Jacques Arcadelt und ein Pater Noster in der Bearbeitung des Chorleiters. Intonationssicher und dynamisch im Ausdruck wurden sie den einzelnen Stücken gerecht. Der gut aufgestellte Chor setzte auf Ausgewogenheit und Vitalität in seinen Darbietungen.

Anschließend war man im angrenzenden Pfarrsaal zu einem Kaffeetrinken eingeladen, wo die Roetgener Damen und Herren erfuhren, dass die Musik hier in der Kirche selten Eingang findet.

Bis zur Abreise vergnügte man sich dann noch eine Weile in der „Weltstadt an der Schelde“ und genoss die weltoffene und flämische Behaglichkeit.

(mlo)