Imgenbroich: Busfahren soll neue Qualität bekommen

Imgenbroich: Busfahren soll neue Qualität bekommen

Der erste Spatenstich ist längst erfolgt, und die Bagger haben schon einige Tonnen Erde bewegt, aber die Verantwortlichen wollten bis zum Wonnemonat Mai warten, ehe ganz offiziell am Montagnachmittag die Baustelle zur Einrichtung eines zentralen Bushofes am Himo in Imgenbroich freigegeben wurde. Im Dauerregen wurde dann rasch das obligatorische Band durchschnitten.

Ein zentraler Omnibusbahnhof ist schon seit vielen Jahren ein großer Wunsch der Stadt Monschau. Entstehen wird er in Imgenbroich, dem wirtschaftlichen Zentrum der Stadt Monschau. Der ÖPNV-Verknüpfungspunkt soll dem Busfahren eine ganz neue Qualität bescheren.

1,85 Millionen Euro kostet das Projekt, das in neun Monaten seiner Bestimmung übergeben werden soll.

Über einen Kreisverkehr wird der zentrale Bushof an die B 258 angeschlossen, die für den Zeitraum der Bauarbeiten auf einer Länge von rund 200 Metern vorübergehend verlegt wird. Von diesem Kreisverkehr soll später auch einmal die neue Kreisstraße 16 als Erschließungsstraße für das geplante Gewerbegebiet Imgenbroich Nordwest in Richtung Hengstbrüchelchen abzweigen.

Eingerichtet werden auf dem Platz direkt vor dem Himo vier überdachte und barrierefreie Bussteige sowie ein Warteplatz; zudem 19 Pkw-Stellplätze und zehn Fahrrad-Stellplätze. Zwei Gelenkbusse und zwei normale Busse können hier über eine Wendeschleife problemlos verkehren. Zusätzlich informiert ein „dynamisches Fahrgastsystem“ in Echtzeitdaten über die Ankunft der Busse. Fünf Linien (66, 82, 84, 85 sowie 385) sollen hier verkehren.

Ziel ist es, dass die Busse im Stundentakt das Oberzentrum Aachen und die Monschauer Stadtteile (z. T. mit Bürgerbussen) anfahren. In welchem Zeitrahmen dieser Stundentakt aufrecht erhalten wird, zeigt der neue Fahrplan. Ein weiteres Ziel ist es, eine direkte Schnellbuslinie nach Aachen (66) einzurichten.

Das ist auch ganz im Sinne des Aachener Verkehrsverbundes, da der jetzige Standort in der Altstadt Monschau (Parkhaus Laufenstraße) die Busse seit jeher zu erheblichen Umwegen zwingt. Zeitgewinn und weniger überflüssige Kilometer verspricht sich der AVV vom neuen Himo-Bushof. Außerdem soll geprüft werden, ob das Konzept „Bürgerbus NRW“ auch für Monschau umsetzbar ist.

Beim Ortstermin im „Cubus“ des Himo sprach Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter von einem „guten Tag für Monschau“.

Bereits 2010 habe man im Dialog mit den Bürgern die neuen Planungen für Imgenbroich mit Blick auf die kommenden zehn Jahre gestartet. „Dieser Weg war lang und wurde insbesondere von außen kontrovers begleitet“, sagte Ritter. Ein Ergebnis dieses Dialogs sei die Verlegung des Bushofes direkt vor das Himo gewesen.

Die Bürgermeisterin freute sich zudem darüber, dass in der Nachbargemeinde ein weiterer zentraler ÖPNV-Verknüpfungspunkt ausgebaut werden soll.

Die Baumaßnahme an Bushof und Kreisverkehr wird parallel mit der Erschließung des neuen Gewerbegebietes erfolgen. Margareta Ritter zeigte sich überzeugt davon, „dass wir bereits im kommenden Frühjahr die ersten Firmeneröffnungen feiern können“.

Für die schnellen, kurzen Verbindungen zwischen den einzelnen Orten sollen in den kommenden Monaten „bedarfsorientierte Alternativen“ angeboten werden.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg wusste, dass Mobilität ein großes Thema in ländlichen Gebieten ist. Mit dem Bushof am Himo werde nun ein deutliches Zeichen dafür gesetzt, „dass man auch ohne Auto auf dem Land nicht verloren ist“. Dieser Verknüpfungspunkt sei ein Zukunftsmodell für den ländlichen Raum, aus dem sich auch weitere Wirtschaftskraft schöpfen lasse.

Für den Aachener Verkehrsverbund meinte Geschäftsführer Hans-Peter Geulen, dass die Monschauer Bürgermeisterin hartnäckig das Projekt verfolgt habe. Nun werde in Imgenbroich ein Verknüpfungspunkt mit „hoher Aufenthaltsqualität“ entstehen. Er hoffe, dass das Projekt den Anstoß für weitere Verbesserungen beim ÖPNV in der Region gebe. Nur auf diese Weise könne man auch Neukunden gewinnen.

Und noch ein Detail macht den Imgenbroicher Bushof attraktiv: Im Herbst soll nach langer Pause auch wieder die Gastronomie in das Himo zurückkehren. Für das Lokal „Cubus“ wurde mit Berthold Lennarz ab Herbst 2014 ein neuer Pächter gefunden.

(P. St.)
Mehr von Aachener Zeitung