Brutvögel in der Nordeifel 2019

Aus der Natur unserer Heimat : Drei Vogelarten kurz vor dem Verschwinden

Wer früher über die Hochflächen unserer Heimat wanderte, konnte überall, wo Wiesen und Ackerland waren, zahlreiche singende Feldlerchen hören. Sie stiegen im Frühjahr und im Sommer aus Wiesen und Ackerflächen auf und sangen hoch in der Luft, um ihr Revier zu markieren.

Einige Beispiele: Am 9. April 1997 sangen sechs Lerchen auf dem Gelände zwischen Huppenbroich und Am Gericht, am 23. Juni 1997 gab es mindestens sechs singende in der Flur Dreijschert bei Dedenborn. Noch im Jahre 2005 sangen Lerchen bei Strauch, Höfen, Rohren, Simmerath, Huppenbroich, Eicherscheid, Höfen, Kesternich. Und wie sieht es mit dem Vogel des Jahres, der Feldlerche, in unserer Region im Jahre 2019 aus?

Da kann man nur sagen: Verheerend! Keiner der vielen Ornithologen, die oft in unserer Heimat unterwegs sind, um Vögel zu suchen, hat auf den Hochflächen, wo unsere Dörfer, Wiesen und Ackerflächen liegen, auch nur eine einzige singende Lerche gefunden. Lediglich im Bereich des Nationalparks wurden noch Lerchenreviere entdeckt. Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen rund um unsere Dörfer ist die Feldlerche nicht mehr anzutreffen.

Feldsperling vor dem Ende

Ein ähnliches Schicksal hat der Feldsperling, ein naher Verwandter unseres Haussperling, in den letzten Jahrzehnten erlitten. Zwischen 1975 und 2005 wurden brütende Feldsperlinge gefunden in der Nähe von Strauch, Rollesbroich, Kesternich, Lammersdorf, Mützenich, Am Gericht und an vielen anderen Stellen. Aber schon ab 2000 wurden diese Vögel immer seltener gesichtet, zuletzt brüteten noch einige in den Querträgern von kleineren Hochspannungsmasten. In diesem Jahr wurde noch ein Paar in der Nähe der Siedlung Am Gericht und ein Individuum in Mützenich-Staffelbusch gefunden, mehr nicht. Das endgültige Aus für diesen Vogel in unserer Region scheint nicht mehr weit zu sein.

Auch Braunkehlchen verschwinden

In den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts gab es noch zahlreiche brütende Braunkehlchen in unserer Region, die Mehrheit in Feuchtwiesen bei Simmerath–Hoscheid und in Feuchtwiesen bei Kalterherberg. Am 28. Mai 1989 wurden im Bereich Lenzbach und ehemaligen Modellflugplatz bei Bickerath neun brütende Braunkehlchen gefunden. Im Sommer 1995 wurde singende Braunkehlchen bei Rohren, Strauch, Huppenbroich, Konzen (Weishaupt), Kalterherberg, im Naturschutzgebiet Lenzbach, in Kallbenden bei Bickerath und am Modellflugplatz Simmerath vernommen.

Auch in der Brutsaison 2005 gab es durchaus noch viele Braunkehlchen in unserer Region. Danach aber wurden sie immer seltener. Und im Jahre 2019 hat keiner der Ornithologen mehr während der Brutzeit ein singendes Braunkehlchen entdeckt. Anfang Mai und im August wurden allerdings an mehreren Stellen Braunkehlchen gefunden, die aber wohl alle Durchzügler waren. Der Bestand der Population der Braunkehlchen scheint damit sehr bald erloschen zu sein.

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