Brutvögel 2019 in der Eifel: Zwei Zeisigen und einer Drossel

Brutvögel 2019 in der Eifel : Von zwei Zeisigen und einer Drossel

Aus der Natur unserer Heimat: Die Brutvögel des Jahres 2019 in der Eifel sind die Wacholderdrosseln und zwei Arten von Zeisigen. Erlen- und Birkenzeisig bevorzugen besonders den Vennrand.

Udo Bick aus Rott, der der erste Ornithologe im alten Kreis Monschau war, der seine Beobachtungen systematisch aufschrieb, erwähnt in seinem 1975 erschienen Aufsatz über die Brutvögel des alten Kreises den Birkenzeisig nicht als Brutvogel. Dieser relativ kleine Finkenvogel überwinterte zwar immer schon in unserer Region, aber als Brutvogel war er nur in Skandinavien bekannt.

Die ersten Birkenzeisige, die ihr Revier mit Gesang markierten, wurden 1978 bei Bickerath und Konzen gefunden. Im Laufe der nächsten Jahre wurden es immer mehr, und 1993 wurden singende Birkenzeisige bei Simmerath, Wahlerscheid, Konzen, Monschau und Mützenich entdeckt. Weitere singende Individuen wurden bis 2000 gefunden bei Höfen, Lammersdorf, Mützenich, Kalterherberg und im Wollerscheider Venn. Was bei dieser Aufzählung auffällt, ist, dass die Vorkommen dieses Vogels auf die Region am Rande des Hohen Venns begrenzt sind. Keine Nachweise gab es etwa in Strauch, Steckenborn und Dedenborn.

In diesem Jahr gab es auch wieder Hinweise auf Bruten. Singende Birkenzeisige wurden vernommen im Hoscheider und im Wollerscheider Venn, im Rothen Venn bei Mützenich, am Troisdorfer Weiher, im Bereich Brückborn-Kranzbruch, im Kalltal zwischen Konzen und Bickerath und im Bereich Kämpchen bei Lammersdorf. Fazit: Der Birkenzeisig ist ein nicht häufiger Brutvogel. Im Winter ist der Finkenvogel häufiger als Gast hier, und dann kann man in Birken durchaus Trupps von bis zu 30 Individuen beobachten.

Noch häufigerer Wintergast aus den nordischen Regionen ist in unserer Heimat der Erlenzeisig. Da kann man an der Rur und in den Nebentälern der Rur durchaus Trupps mit weitaus mehr als 100 Individuen beobachten, wie sie in Erlen Nahrung suchen. Einzelne singende Individuen gab es schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, es folgten in den nächsten Jahrzehnten weitere Hinweise auf brütende Erlenzeisige, die, wie beim Birkenzeisig, alle aus der Region am Vennrand stammten.

Während der diesjährigen Brutsaison wurde diese Vogelart gefunden bei Reichenstein, im Wüste-, Fuhrts- und Perlbachtal, im Hoscheider und Wollerscheider Venn, am Hasselbachgraben, am Forsthaus Jägerhaus, im Kämpchen bei Lammersdorf, an Gut Heistert und bei der Kalltalsperre. Fazit: Der Erlenzeisig ist ein seltener Brutvogel.

Einst bevölkerten im späten Herbst und auch in milden Wintern tausende Wacholderdrosseln, bei uns damals bekannt als Krammetsvögel, das Wiesen- und Ackerland in der Heckenlandschaft des Monschauer Landes. Sie waren zu dieser Zeit Brutvögel in Skandinavien. In den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen sie, ihre Brutgebiete nach Süden auszudehnen und erreichten auch die Eifel. Sie besiedelten als Brutvögel damals fast alle Gebiete unserer Heimat mit lockeren Baumbeständen und Hecken und waren manchmal schon richtige Plagegeister.

Das ist heute nicht mehr so. Wenn man die Meldungen der Ornithologen im Internet zu Grunde legt, sind es nur noch einzelne Paare, die in den Bereichen Lammersdorf, Paustenbach, Simmerath, Mützenich, Hatzevenn, Heckenlandschaft zwischen Konzen, Simmerath und Huppenbroich, Höfen brüten. Vorsichtiges Fazit: Sie sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten als Brutvögel seltener geworden.