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Monschau: Brutale Prügler wegen Körperverletzung verurteilt

Monschau : Brutale Prügler wegen Körperverletzung verurteilt

Wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Monschau vier Heranwachsende und einen 28-jährigen Mann verurteilt. Die Jugendrichterin sah es als erwiesen an, dass das Quintett in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2006 in Simmerath-Steckenborn einem damals 17-Jährigen aufgelauert und ihn schwer verprügelt hatte.

Die Tat geschah offenbar aus Rache, da der 17-Jährige zuvor auf einem Beatball in Simmerath-Kesternich aufgrund ausländerfeindlicher Beleidigungen junge Leute aus der rechten Szene verprügelt hatte.

Letztgenannte Tat stand am Donnerstag nicht zur Verhandlung, ein gesondertes Verfahren läuft dazu noch. Offenbar hatten die zuerst unterlegenen Rechtsextremisten noch in der Nacht Verstärkung herbei gerufen. Nachdem der damals 17-Jährige dann mit zwei Freunden nachts nach hause kam, lauerte ihm eine Gruppe von mindestens sechs Personen am Hintereingang des elterlichen Grundstücks auf.

Das Trio wurde von den jungen Leuten, von denen zum Tatzeitpunkt einige ebenso der rechtsextremen Szene angehörten, gefragt, wer denn der Kontrahent von der vorangegangenen Schlägerei sei. Als man diesen dann identifiziert hatte, hielt der 28-Jährige die beiden Freunde fest und die anderen verprügelten den 17-Jährigen. Dieser wurde dabei so sehr mit Fäusten und Stiefeln traktiert, dass er zuerst auf der Straße zu Boden ging, dann in einem Graben geprügelt wurde und letztlich kurz ohnmächtig war. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch sowie Bauch- und Schädelprellungen.

Mit Sturmhaube

Zwar konnten die Zeugen in dem zweieinhalbstündigen Verfahren nicht alle Angeklagten zweifelsfrei als Täter identifizieren, zumal eine Person auch mit einer Sturmhaube maskiert war. Jedoch sah es die Richterin als erwiesen an, dass die vier Heranwachsenden und der Mann an der Tat beteiligt waren. Der 28-Jährige muss deswegen nun eine Geldstrafe von 400 Euro zahlen.

Zwei der Verurteilten wurden verwarnt und müssen daher ein Antigewalttraining absolvieren. Zwei andere, die zuvor schon strafrechtlich in Erscheinung getreten waren und deswegen schon ein Antigewalttraining hinter sich haben, müssen einen Freizeitarrest absitzen. Die nun Verurteilten kommen aus der Nordeifel und Aachen, teilweise gehören sie immer noch der rechten Szene an. Drei von ihnen sind schon polizeilich aufgefallen wegen Trunkenheit am Steuer, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Drogenbesitz, Körperverletzung und dem Verwenden von Nazikennzeichen. Ein sechster Angeklagter, der von den Zeugen nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte, wurde freigesprochen.

Täter gestellt

Dass die Täter überhaupt gestellt wurden, lag am Vater des damals 17-Jährigen. Der Polizeibeamte und seine Frau hatten gehört, wie ihr Sohn zusammengeschlagen wurde. Daraufhin hatte der Polizist die flüchtenden Täter verfolgen und stellen können.