Bruder Theo Call zur Zeit in Kölner Krankenhaus

Missionar aus Konzen in Kölner Krankenhaus : Bruder Theo Call in Kabanga kaum zu ersetzen

Ein Konzener trat am 4. Dezember 1967 eine lange Reise an: Es ging nach Afrika, genauer gesagt nach Tansania, in seine neue Heimat. Mittlerweile lebt Bruder Theo Call, „Weißer Vater der Afrika-Missionare“, nun schon seit 51 Jahren dort, im Ort Kabanga im Westen des Landes.

Doch auch in seiner alten Heimat hat ihn niemand vergessen, im Gegenteil: viele Eifeler sind sehr interessiert an seiner Arbeit.

Federführend sind dabei Elke und Martin Krings, die vor zehn Jahren den Förderverein „Bruder Theo Call – Weißer Vater der Afrika-Missionare“ ins Leben gerufen haben, um Spenden zu sammeln, die Bruder Theo bei seinen Bauprojekten unterstützen. Außerdem reisen sie immer wieder nach Afrika, um Bruder Theo zu besuchen und sich die Fortschritte vor Ort anzuschauen, damit sie den Vereinsmitgliedern auf der jährlichen Versammlung davon berichten können.

Auch in diesem Jahr waren sie im November wieder vor Ort, bereits zum achten Mal. Und doch war alles anders als sonst, denn sie mussten ohne Bruder Theo auskommen. Er liegt im Krankenhaus – und zwar nicht in Afrika, sondern in Köln. Zweimal hat er bereits die Malaria überlebt und vieles geschafft, aber in diesem Jahr meinte seine Gesundheit es leider nicht immer gut mit ihm. Bereits Anfang des Jahres war der 80-Jährige in Deutschland im Krankenhaus, denn er musste sich einer Augenoperation unterziehen. Die Genesung zog sich hin, aber schließlich konnte er im August gesund nach Afrika zurückkehren. Allerdings nur für einige Wochen. Probleme mit der Blutversorgung seines Herzens waren die Ursache dafür, dass ein Herzgefäß geweitet werden musste.

„Er hat den Eingriff bestens überstanden und ist wieder voller Tatendrang für seine große Baustelle – ein Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung an einer Schule in Tansania – fertigzustellen“, konnten Martin Krings und Dieter Johnen nun berichten, die den Afrikamissionar mehrfach im Krankenhaus besuchten. Sein Knie macht schon seit Jahren etwas Probleme, und da er nun schon einmal in einem Krankenhaus ist, kümmert man sich dort nun auch um diese „Baustelle“.

Bruder Theo schöpft Mut und Kraft aus seinem Glauben und ist fest davon überzeugt, schnell wieder gesund zu werden und nach einer Reha bereits im März 2019 in seine afrikanische Heimat zurückgehen zu können. Und so mussten sich Elke und Martin Krings, die zusammen mit einem Ehepaar aus Karlsruhe unterwegs waren, in diesem Jahr ohne Bruder Theo in Tansania zurecht finden. Doch vor Ort stellten sie schnell fest: „Ohne Theo läuft dort nicht viel. Er ist der Einzige, der über alles Bescheid weiß.“

Zwar habe er zwei Vertreter, die sich in seiner Abwesenheit um die wichtigsten Dinge kümmern, aber auch sie hätten keinen umfassenden Überblick über alles und könnten ihn nicht ersetzen, besonders nicht sein Wissen, das er sich in den vielen Jahren in Kabanga angeeignet hat. Deutlich wurde das auf der Baustelle in Iterambogo. Dort wird ein Gebäude für eine mit Wasserkraft betriebene Turbine sowie ein Wasserkanal gebaut.

So soll ein Knabenseminar, in dem junge Männer auf die Priesterlaufbahn vorbereitet werden, und ein Schwesternheim Strom erhalten. Die Turbine samt Bauplänen kommt von einer deutschen Firma. Bruder Theo hat allerdings festgestellt, dass dabei ein starker Anstieg des Flusses, der das Wasser liefert, bei extremen Regenfällen zu Problemen führen kann. Nun werden die Baupläne noch einmal angepasst, damit das große Bauprojekt weitergehen kann.

Also alles „Hakuna Matata“ (Swahili für „Alles in Ordnung“), wie man dem Ehepaar Krings versichert hat. Bei einem Treffen mit dem Leiter der Schule und zwei von Bruder Theos Vorarbeitern wurde festgelegt, wie ausstehende Arbeiten trotz Bruder Theos Abwesenheit fertiggestellt werden können. Martin Krings verabschiedete sich vom Schulleiter mit der eher scherzhaft gemeinten Bemerkung: „Eigentlich hätte der Bischof auch hier sein müssen.“

Ein paar Tage später erhielten die Eheleute Krings einen sehr überraschenden Anruf vom Sekretär des Bischofs der Diözese Kigoma. Der Bischof Joseph Mlola persönlich sei auf dem Weg nach Iterambogo und würde sich dort gerne zu einem Gespräch mit Martin und Elke Krings treffen. Gemeinsam mit dem Bischof wurde besprochen, wie Bruder Theos vielfältige Aufgaben zu seiner Unterstützung und Entlastung zukünftig auf mehrere Verantwortliche übertragen werden könnten. „Das war ein sehr konstruktives Gespräch“, berichtete Martin Krings. „Der Bischof zeigte sich sehr engagiert und lösungsorientiert“.

BruderTheo selbst ist von der möglichen Entlastung und Unterstützung bei seinen vielfältigen Projekten und Aufgaben begeistert. Mehr Details hierzu sowie Videos und Fotos von dem Besuch in Tansania zeigt der Förderverein auf seiner Mitgliederversammlung am Donnerstag, 13. Dezember, ab 18.30 Uhr in der Gaststätte „Achim & Elke“ in Konzen. Bruder Theo Call freut sich über jede Unterstützung in Form von Spenden oder einer Vereinsmitgliedschaft.

Weitere Infos zur Arbeit des Missionars gibt der Förderverein „Bruder Theo Call – Weißer Vater der Afrika-Missionare“: IBAN: DE21 3905 0000 1070 1303 96, BIC: AACSDE33, Sparkasse Aachen, Mitgliedsbeitrag: 12 Euro pro Jahr, E-Mail: info@Foerderverein-Bruder-Theo-Call.de, http://www.brudertheo.de.

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