Monschau: Breitbandversorgung in Monschau: Projekt „schnelleres Internet” soll noch in diesem Jahr beginnen

Monschau: Breitbandversorgung in Monschau: Projekt „schnelleres Internet” soll noch in diesem Jahr beginnen

Ohne Breitband verliert Monschau den Anschluss an die „weite Welt” und an die näheren Wirtschaftszentren in Aachen und an Rhein und Ruhr.

Ohne Breitband werden auch die Gewerbebetriebe stark benachteiligt. Ohne Breitband wird es künftig immer schwieriger, neue Betriebe zu bewegen, sich gerade in der Stadt anzusiedeln.

Die Stadt Monschau ist, wenn es um die Versorgung mit Breitband und damit um schnelle DSL-Zugänge geht, völlig unterversorgt, weil die Übertragungsrate (im Download) weniger als 2 Mbit pro Sekunde beträgt. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis spätestens im Jahr 2014 rund 75 Prozent der Haushalte in Deutschland mit „mindestens 50 Megabit pro Sekunde” versorgt werden. Wie aber kann dies in der Stadt Monschau erreicht werden und auch noch zu einem „attraktiven Preis”, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter es ausdrückte?

Um diese Frage ging es nun auch im Monschauer Wirtschaftsausschuss. Die technischen Möglichkeiten dazu zeigte Dipl.-Ing. Helmut Frauenkron vom Ingenieurbüro fnk-consult aus Köln auf. Er bestätigte in seinem ausführlichen Referat, dass in der Eifel noch „viele Bereiche” unterversorgt seien. Hochleistungsfähige Internetanschlüsse aber gehörten heute „zur öffentlichen Daseinsfürsorge wie auch Gas, Wasser und Strom”.

An der Laufenstraße in Monschau gibt es einen Hauptverteiler der Telekom, der DSL-Radius beträgt aber lediglich drei bis vier Kilometer. Daher seien Orte wie Höfen und Kalterherberg völlig unterversorgt. Alternativen zu Glasfaserleitungen (Tiefbaukosten zwischen 30000 und 60000 Euro je Kilometer) sind, so Frauenkron, Richtfunk-Strecken, über die auch 50 bis 100 Megabit möglich seien.

Ein „zuverlässiges Netz plus Datensicherheit” ist, „was wir wollen”, betonte Bernd Roder im Ausschuss. Er sagte auch, was der Ausschuss für die Stadt nicht will, nämlich „hintenan stehen”, wenn es um hochleistungsfähige Internetanschlüsse gehe. Eben da sei die Funktechnik „kein wirklicher Ersatz für ein Netz aus Glasfaser”, räumte auch Ingenieur Helmut Frauenkron auf Nachfrage aus dem Ausschuss ein.

Das Ingenieurbüro wird für die Stadt Monschau nun ein „technologie- und anbieterneutrales sowie richtlinienkonformes Anbieterverfahren geeigneter Netzbetreiber vorbereiten”, sobald der Haushalt 2011 eingebracht ist. Über Haushaltsmittel wird dann auch der städtische Förderanteil von rund 95.000 Euro finanziert. Auch das Land NRW fördert mit dem Bund den Breitbandausbau. Dazu ist es aber notwendig, die Unterversorgung, den Bedarf und die „fehlende Realisierbarkeit über den Markt” nachzuweisen. Diese Nachweise hat die Stadt inzwischen erbracht.

Geplant sind nun drei Einzelmaßnahmen für die Bereiche Höfen/Rohren, Kalterherberg und Imgenbroich/Konzen. Der gesamte Zuschuss von Bund, Land und Gemeinde ist auf 500.000 Euro je Einzelvorhaben beschränkt. Das ergibt nach einer ersten groben Kostenschätzung der Verwaltung eine Deckungslücke von 950.000 Euro für die drei Einzelmaßnahmen. Die Bürgermeisterin hofft, noch in diesem Jahr zumindest ein Projekt beginnen und abschließen zu können.