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Simmerath: Blut im Stuhl: Ein Grund zur Sorge?

Simmerath : Blut im Stuhl: Ein Grund zur Sorge?

Die erste Telefonaktion für Leser mit Chefarzt Dr. Hinkel vom Malteser-Krankenhaus Simmerath stieß auf große Resonanz. Nun bietet das Krankenhaus eine weitere „Sprechstunde” an.

Oberarzt Dr. Enzensberger ist diesmal der Gesprächspartner. Der Internist und Gastroenterologe steht zu allen Fragen rund um das Thema „Blut im Stuhl” zu Verfügung.

Zur Vorabinformation: Entweder ist das Blut mit dem bloßen Auge sichtbar, oder es handelt sich um verstecktes (occultes) Blut im Stuhl, das nur mit einem Labortest (Hämoculttest) wie bei der Vorsorgeuntersuchung angewandt, nachgewiesen werden kann.

Befindet sich das Blut lange im Darm oder kommt Blut mit der Salzsäure des Magens in Kontakt, wird es dunkel bis schwarz, man spricht dann von Teerstuhl.

Es kann aus allen Abschnitten des Verdauungstraktes bluten, angefangen von der Speiseröhre bis zum Endarm. Die Ursache kann harmlos, z.B. Hämorrhoidalleiden, aber auch schwerwiegend, z.B. eine Krebserkrankung sein. Es gibt auch massive Blutungen, die akut lebensbedrohlich sind, z.B. aus Krampfadern der Speiseröhre oder einem Magengeschwür.

„Zusammenfassend gibt es ein breites Spektrum von Blutungsursachen und die Häufigkeit ist altersabhängig. Bei Kindern und Erwachsenen unter 25 Jahren ist die häufigste Ursache einer gastrointestinalen Blutung eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, deren Hauptvertreter der M. Crohn und die colitis ulcerosa sind”, erläutert Dr. Enzensberger. Bei älteren Erwachsenen muss immer an eine Krebserkrankung gedacht werden. Auch wenn ein Hämorrhoidalleiden bekannt ist, darf man sich damit als Erklärung für die Blutung nicht zufrieden geben.

Da in Deutschland das Dickdarmkarzinom weltweit am häufigsten vorkommt, besteht seit Oktober 2002 die Möglichkeit, mit dem vollendeten 55. Lebensjahr sich einer Vorsorgecoloskopie zu unterziehen. Polypen, die als Vorstufen des Dickdarmkarzinoms gelten, können in dieser Untersuchung sofort entfernt werden, womit gleichzeitig eine Krebsprophylaxe erfolgt.

Seit Anfang dieses Jahres werden Coloskopien einschließlich der Vorsorgecoloskopie ambulant im Malteserkrankenhaus Simmerath durchgeführt. Die steigende Zahl der Untersuchungen zeigt, dass dieses Angebot gut angenommen wird.

Für die Telefonaktion steht Dr. Enzensberger am Mittwoch, 8. Dezember von 17 bis 19 Uhr zu allen Fragen rund um die Thematik „Blut im Stuhl” zur Verfügung. Die Rufnummer: 02473 893222.