Nordeifel: Blitz-Marathon: Schüler unterstützen Eifeler Polizei

Nordeifel : Blitz-Marathon: Schüler unterstützen Eifeler Polizei

Mit 104 Messstellen hat die Polizei in der Städteregion Aachen am Donnerstag am zweiten bundesweiten Blitzmarathon teilgenommen. Eine Radarkontrolle wurde auch an der Jägerhausstraße in Simmerath aufgestellt. Dort hatte es erst vergangenen Freitag einen schweren Unfall gegeben, bei dem ein Motorradfahrer tödlich verletzt wurde.

Vermutlich sei in diesem Fall das Tempolimit massiv überschritten worden; das sei auch der Grund für die Geschwindigkeitsmessung an dieser Straße, erläuterte Polizeirat Bernd Kleefisch, der die Aktion in der Nordeifel mit betreut.

In den ersten fünf Stunden der 24-stündigen Aktion wurden in der Städteregion 3432 Fahrzeuge kontrolliert. In dieser Zeit wurden 70 Verstöße durch Geschwindigkeitsüberschreitung vermerkt.

Kinder verteilen Rote Karten

Auch wenn viele Autofahrer mittlerweile über den Blitzmarathon informiert seien und an diesem Tag auf das Tempo achten würden, zeige die Aktion die gewünschte Wirkung. Der Ordnungshüter berichtete: „Die Menschen fahren insgesamt langsamer. Die Spitze liegt bisher nur bei 22 km/h zu viel.“ An anderen Tagen gebe es zum Teil sogar Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 100 km/h. Als Raser bezeichnet die Polizei Autofahrer, die mindestens 20 km/h zu viel fahren.

Solchen Temposündern haben Donnerstagmorgen auch viele Schüler die Rote Karte gezeigt. Sie unterstützten die Polizisten bei ihrer Arbeit und überreichten den Fahrern Rote Karten mit einem aufgedruckten Smiley — grüne mit grinsendem Gesicht für vorbildliche Fahrer, rote mit traurigem Smiley für Raser. So bekamen auch eine Lehrerin und ein Schulbusfahrer die „Rote Karte“ verpasst, weil sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h vor der Schule überschritten hatten.

Nicht selten stellten die Kinder die Fahrer sogleich zur Rede und wollten wissen, warum sie vor ihrer Schule so viel Gas gegeben haben.

Im Vorfeld des Blitzmarathons konnten die Schüler sich bei der Polizei melden und besonders gefährliche Straßen durchgeben. Ingesamt 37 Messstellen sind so ermittelt worden und zehn Straßen wurden vor Ort mit Hilfe der Schülern kontrolliert.

Dass in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf Kinder und Schüler gelegt wird, ist kein Zufall. Verkehrsunfälle mit Kindern häufen sich stark, so dass sich ein Negativtrend abzeichne, heißt es dazu von der Polizei Aachen. Kleefisch ergänzt: „Besonders problematisch ist es morgens an Schulen, wenn Eltern auf den letzten Drücken angefahren kommen.“

Er möchte mit dem Blitzermarathon auch an die Vernunft der Eltern appellieren und sie an ihre Vorbildfunktion für die Kinder erinnern — als Erziehungsmaßnahme für Erziehungsberechtigte sozusagen. Das funktioniere jedoch oftmals „nur über ihre Geldbörse“, stellt der Polizist immer wieder fest.