Simmerath: Blitz-Marathon in der Nordeifel: „Zahl der Raser geht deutlich zurück“

Simmerath: Blitz-Marathon in der Nordeifel: „Zahl der Raser geht deutlich zurück“

Es war eine vergleichsweise ruhige Schicht, die der Spätdienst der Polizei am Donnerstagnachmittag an der Landstraße 128 zu verrichten hatte. Während der rund einstündigen Messaktion am Wingertsberg zwischen Rurberg und Woffelsbach wurde nicht ein einziger Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt.

Damit lag die Messstelle im Trend des ersten bundesweiten 24-Stunden-Blitz-Marathons in der Städteregion Aachen. „Die Zahl der Raser geht deutlich zurück“, vermeldete der Gesamteinsatzleiter der Aktion für die Städteregion, Polizeirat Bernd Kleefisch, am Nachmittag in einer ersten Zwischenbilanz. Bei 3940 erfassten Fahrzeugen habe man bis 13 Uhr lediglich 45 Verstöße, gleich 1,1 Prozent festgestellt. 2012 seien es im vergleichbaren Zeitraum noch 4,2 Prozent gewesen, so Kleefisch.

Insgesamt 70 Messstellen besetzte die Polizei in den 24 Stunden von Donnerstag früh bis zum heutigen Morgen, wobei auch in der Eifel in allen drei Kommunen gelasert wurde. Zu sehen waren die Beamten unter anderem in Monschau am Burgring, auf der Eschbachstraße und am Hargard, auf der Trierer Straße in Konzen und Imgenbroich, in Roetgen an der Bundesstraße und an der Faulenbruchstraße sowie in Simmerath am Kreisel in Rollesbroich, auf der Hauptdurchgangsstraße in Eicherscheid, an der Hauptstraße in Simmerath, der Jägerhausstraße in Lammersdorf und eben am Wingertsberg bei Woffelsbach.

Nicht wieder aufs Gas gehen

„Für die Messstellen gibt es drei Prämissen“, erläuterte Bernd Kleefisch. Unfallschwerpunkte, beliebte Raserstrecken und von Bürgern gemeldete Stellen seien auch diesmal bei der Großaktion vertreten.

Insgesamt 14 700 Polizistinnen und Polizisten kontrollierten am Donnerstag und am Freitag über 24 Stunden bundesweit an mehr als 8600 Kontrollstellen die Geschwindigkeit. In vielen Ländern beteiligen sich zusätzlich Mitarbeiter von Kommunen am Blitz-Marathon. In NRW richten Polizei und Kommunen mehr als 3100 Kontrollstellen ein, an denen 3400 Polizisten und 270 kommunale Mitarbeiter eingesetzt sind.

Der Blitz-Marathon ist ein Baustein der langfristigen Strategie der NRW-Polizei gegen Geschwindigkeitsunfälle. „Auswertungen in den Polizeibehörden zeigen, dass auch zwischen den Blitz-Marathons langsamer gefahren wird“, erklärte Innenminister Jäger. Sinkende Unfallzahlen, vor allem der schweren Unfälle, seien seit dem ersten Blitz-Marathon zu beobachten und ein Beweis für den Sinn der Aktion.

Auch Polizeirat Bernd Kleefisch warnte alle Verkehrsteilnehmer davor, nach der Aktion wieder aufs Gas zu gehen: „Wir werden nicht nachlassen, die überhöhte Geschwindigkeit als Hauptunfallursache zu bekämpfen“, sagte Kleefisch und kündigte an: „Wir blitzen auch weiterhin immer und überall.“

Für die Spätschicht des Eifeler „Blitzeinsatztrupps“ ging es am Donnerstag weiter nach Rollesbroich, wo man sich am Kreisel am Ortseingang aus Richtung Kalltal postierte, wo gewöhnlich forsch gefahren wird.

Gleiches gilt für die Hauptverkehrsstraße in Eicherscheid, wo am späten Nachmittag der Laser surrte, sowie abends auf der Hauptstraße in Simmerath. Wie viele Temposünder dort ins Netz gingen, wird die Polizei am Freitag mitteilen.

(hes)
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