Bisheriger Kindergarten wird zur OGS, Schulhof wird neugestaltet

Sportlicher Zeitplan für Schulausbau : Zusammenlegung der Grundschulstandorte Imgenbroich und Konzen

„Tag X“ ist im Falle der Grundschule Imgenbroich-Konzen Mittwoch, der 28. August 2019. An diesem Tag beginnt das Schuljahr 2019/20 und damit auch eine neue Zeitrechnung für die Gemeinschaftsgrundschule der beiden Orte. Und bis dahin soll der Um- und Ausbau der Gebäude an der Konrad-Adenauer-Straße in Konzen für die Zusammenlegung der Schulstandorte Imgenbroich und Konzen abgeschlossen sein, so zumindest die Planung.

Ob der Theorie aber auch die Praxis folgt, kann momentan nicht mit Gewissheit gesagt werden, denn bislang hat die Maßnahme mit einem Kostenvolumen von rund einer halben Million Euro noch nicht begonnen. Genau genommen konnte sie auch noch nicht beginnen, da der Konzener Kindergarten erst zum Jahreswechsel das Gebäude und die Räume neben und unter der Schule verlassen und mit halbjähriger Verspätung den Neubau am Feuerbach bezogen hat. Über Jahrzehnte hat die zuletzt fünfgruppige Einrichtung mit rund 100 Kindern diesen Bereich im Herzen von Konzen geprägt, nun aber stehen der Flachbau neben der Schule und die Räume im Keller des Schulgebäudes, die das Familienzentrum wegen der vielen Anmeldungen seit Jahren hatte einnehmen müssen, seit einigen Tagen leer. Es könnte also hier jetzt schon mal losgehen mit dem Umbau – theoretisch.

„Die Baugenehmigungen zum Rückbau der Kindergartenräume im Keller in Schulräume, im Grundschulgebäude selbst und zur Umnutzung des Kindergartens in eine Offene Ganztagsschule liegen nunmehr vor“, teilte Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau, am Dienstag auf Anfrage mit und kündigte an: „Die Ausschreibungen der Gewerke werden diese Woche versandt, und die Aufträge sollen im Fachausschuss Ende Februar beschlossen werden.“ Der Blick auf den Kalender verrät, dass nach einer Vergabe der Aufträge für die fristgerechte Ausführung weniger als sechs Monate zur Verfügung stünden, denn immer wieder taucht in einer ersten Terminplanung der Passus auf: „Bis zum 28.08.2019 muss alles fertig sein.“

Sogar noch drei Wochen früher müssen zwei andere Teile der Gesamtmaßnahme beendet sein: Die Ertüchtigung und Erneuerung der Kanalisation unter dem Schulhof (Oberflächenwasser und Abwasser) samt Erneuerung des Teerbelags sowie auch die Neugestaltung des Schulhofes müssen, so die ausdrückliche Bitte des Ortsvorstehers Matthias Steffens, bereits zum Monschau-Marathon-Wochenende (9. bis 11. August) fertig sein. Denn die größte Sportveranstaltung im Stadtgebiet könne nicht in einer Baustelle stattfinden, so Steffens. „Der Dorfmittelpunkt hat sich kontinuierlich um die Schule entwickelt. Und der größte Teil der Vereinsaktivitäten und traditionellen Feierlichkeiten findet in diesem Bereich statt. Diese sollten nach Möglichkeit, neben einem störungsfreien Unterrichtsablauf, bei der Erstellung des Bauzeitenplanes berücksichtigt werden“, meint der Ortsvorsteher. Er sei aber zuversichtlich, „dass wir auch hier, wie bei vielen anderen Baumaßnahmen in diesem Bereich, gemeinsam eine Lösung finden werden“, sagt Steffens und nennt Turnhalle, TPK-Probenraum, Zeltplatz, Gymnastikhalle und MuK als Positivbeispiele.

Etwas skeptischer ist man da bei der Elternschaft. „Da es nur bestimmte Zeitfenster für die einzelnen Bautätigkeiten gibt, ist das alles recht sportlich, insbesondere da ab dem 28. August 2019 täglich circa 180 Schülerinnen und Schüler an der Schule sind“, sagt Christoph Claßen, Schulpflegschaftsvorsitzender der GGS Imgenbroich-Konzen. Die Bedenken der Elternschaft begründet er auch mit dem fehlgeschlagenen Zeitplan beim Bau der neuen Kita Konzen sowie mit der allgemein angespannten Auftragslage der Bauwirtschaft. Claßen strebt daher an, „die Angelegenheit zeitnah mit allen Beteiligten, sprich Stadt, Schule, Eltern und auch Politik zu besprechen“.

Beim Konzener Ratsmitglied und CDU-Fraktionsvorsitzenden Micha Kreitz stößt der Leiter der Schulpflegschaft mit dieser Forderung auf offene Ohren: „Die Maßnahme in Konzen erfordert eine gute Abstimmung aller Beteiligten, die aber jetzt erst konkret werden kann, nachdem der Umzug des Kindergartens bewerkstelligt ist“, sagt Kreitz, stellt aber auch fest: „Dabei kann man es nie allen recht machen; manchen gehen Entwicklungen zu schnell, anderen zu langsam. Mir ist wichtig, dabei transparent und offen zu sein und möglichst viele mitzunehmen, insbesondere die konkret Betroffenen.“

Insgesamt optimistisch, was den sportlichen Zeitplan angeht, bleibt aber auch die Bürgermeisterin: „Der Maßnahmenplan wird Anfang März 2019 mit allen Beteiligten und Nutzern auf dem Gelände abgestimmt. Ziel ist dabei, den Schulbetrieb nicht zu stören, die Vereinsnutzungen zu berücksichtigen und die Maßnahmen alle so abzuschließen, dass mit Ende der Sommerferien 2019 alles fertig ist.“

(hes)
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