Bilanz des Eifeler Tischtennis

Eifeler Tischtennis : Neue Bälle, neue Halle und mit neuem Mut an die Platte

Der Zelluloid-Ball hat ausgetitscht, die Schläger sind in den Taschen verpackt und die Ergebnisse stehen fest: Die Spielzeit für die Nordeifeler Tischtennis-Mannschaften ist beendet.

Mitte April waren die letzten Meisterschaftsspiele für die neun Herrenmannschaften aus Kesternich, Höfen, Imgenbroich, Monschau und Vossenack sowie eine Damenmannschaft aus Kesternich. Keine der Mannschaften spielt eine Aufstiegs- oder Abstiegsrelegation. So kann man bereits ein Fazit der abgelaufenen Saison ziehen und auf die kommende Spielzeit blicken.

Die Wechselfrist für Spieler, die eventuell eine neue Herausforderung suchen, endet bald, bevor auch schon wieder die Mannschaftsaufstellungen für die kommende Spielzeit festgelegt werden müssen. Zudem werden zur neuen Saison die Zelluloid-Bälle durch neue Plastikbälle ersetzt, die ab der Saison 2019/2020 in allen Spielklassen Pflicht sind. Auch dies bedeutet zunächst eine Umstellung für die Vereine.

TSV Kesternich

Die Tischtennis-Abteilung des TSV Kesternich stellt aktuell mit vier Herrenmannschaften, einer Damenmannschaft sowie zumindest bis zur Saisonhalbzeit einer Schülermannschaft die mit Abstand größte Abteilung in der Nordeifel.

Die 1. Herrenmannschaft spielte in dieser Saison in der Herren-Bezirksklasse 2 und stellte damit die klassenhöchste Mannschaft in der Nordeifel. In dieser belegte man nach Abschluss der Rückrunde mit 24:20 Punkten einen passablen fünften Tabellenplatz. Die 2. Herrenmannschaft trat in der Kreisliga an und erreichte dort mit 21:23 Punkten einen sechsten Tabellenplatz im sicheren Mittelfeld.

Die 3. Herrenmannschaft ging nach dem Aufstieg in der 1. Kreisklasse an den Start und landete nach Abschluss der Saison mit 9:27 Punkten auf dem neunten und vorletzten Tabellenplatz, der wohl den direkten Wiederabstieg bedeutet. Die 4. Herrenmannschaft war ebenfalls aufgestiegen, hatte in der 2. Kreisklasse, Gruppe 1, aber einen schweren Stand. Daher konnte diese auch kein Spiel gewinnen und landete mit 0:40 Punkten auf dem elften und letzten Tabellenplatz, was gleichzeitig den Abstieg bedeutet.

Sowohl im Jugendbereich, als auch bei den Damen, stellte der TSV Kesternich in der abgelaufenen Saison als einziger der fünf Vereine in der Region je eine Mannschaft. Die Damenmannschaft landete in der Bezirksklasse mit 7:21 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz, während die Schüler-A-Mannschaft aufgrund von Personalproblemen vor Beginn der Rückrunde bei einem Punkteverhältnis von 0:12 und dem letzten Tabellenplatz aus der Kreisliga zurückgezogen werden musste.

„In den letzten Jahren konnten wir immer einen oder sogar mehrere Aufstiege verbuchen, sodass diese Saison die zu erwartende schwere wurde“, zog Manfred Nießen, der Abteilungsleiter der Kesternicher Tischtennis-Abteilung, ein erstes Saisonfazit. „Nach einem Jahr mit zwei Abstiegen kann man natürlich nicht zufrieden sein, aber aufgrund der höheren Klassen sowie größeren Personalproblemen als gewohnt in allen Mannschaften, war dies schon zu erwarten“, zeigte sich Nießen realistisch.

Für den TSV Kesternich und somit auch für die Tischtennis-Abteilung steht der Umzug in die neue Heimat an, das vereinseigene Sport-und Kulturzentrum auf der Kesternicher Höhe. „Für die neue Saison wünsche ich mir, dass wir in allen Mannschaften wieder konstanter und auch häufiger komplett spielen“, so Nießen. Zudem sei ein wichtiges Ziel natürlich, „sich an die neue Halle zu gewöhnen und mit neuer Motivation wieder durchzustarten“. Aller Voraussicht nach wird der TSV in der kommenden Saison erneut mit vier Herrenmannschaften, einer Damenmannschaft sowie eventuell einer Jugendmannschaft an den Start gehen.

Zum Thema Plastikball hat Nießen eine Meinung: „Hauptsächlich bin ich froh darüber, dass die ewige Diskussion über Plastik oder Zelluloid nun endlich vorbei ist.“

Im Jugendbereich lief es beim TSV in dieser Saison recht überschaubar. Zwar hatte die Abteilung als einzige der fünf Vereine eine Schülermannschaft gemeldet, diese musste jedoch zur Halbzeit der Saison abgemeldet werden. „Im Moment haben wir aber regelmäßig wieder ein Dutzend Kinder und Jugendliche beim Training, sodass wir zur kommenden Saison wieder auf eine Mannschaft hoffen“, erklärt Nießen. „In unserer neuen Halle wollen wir das Jugendtraining etwas umstellen, und es soll von Dienstag auf Freitag verlegt werden. Mit einem neuen Jugendbetreuer und frischem Wind soll es hier wieder strukturierter werden“, ist Nießen guter Dinge für die Zukunft.

TV Höfen

Der TV Höfen ging in der letzten Saison mit zwei Herrenmannschaften an den Start. Die 1. Herrenmannschaft spielte in der Kreisliga und erreichte dort nach einer starken Rückrunde mit 27:17 Punkten am Ende einen guten vierten Platz. Die 2. Mannschaft landete mit 31:5 Punkten auf Platz 2 in der 2. Kreisklasse, Gruppe 2. Dieser hätte zum Aufstieg ausgereicht, auf den jedoch aus personellen Gründen verzichtet wurde. „Angesichts der Personalsituation, die in dieser Saison nicht so gut war, waren beide Mannschaften sehr erfolgreich“, sagt Abteilungsleiter Marko David. Aufgrund von personellen Umstellungen innerhalb der beiden Mannschaften zur kommenden Saison sei das Ziel für die 2. Mannschaft in der kommenden Saison der Klassenerhalt, während die 1. Herrenmannschaft um den Aufstieg in die Bezirksklasse mitspielen möchte.

Beim Thema Plastikball gibt es in Höfen keine große Aufregung: „Das Spiel ist in Ordnung, und es gibt keinen großen Unterschied, aber die Haltbarkeit der neuen Bälle ist eine Katastrophe“, erklärt David.

Beim Thema Jugend sehe es in Höfen zurzeit nicht wirklich rosig aus. „Aktuell bieten wir kein Jugendtraining an und haben auch keinen Betreuer. Wenn sich einer finden würde, könnte das aber wieder anders aussehen“, so der Abteilungsleiter. Grundsätzlich gebe es jedoch Bedarf, und man wolle versuchen, nach den Herbstferien einen Schnupperkurs anzubieten, um neue Talente zu gewinnen.

FC Imgenbroich

Die Herrenmannschaft des FC Imgenbroich schlug in dieser Saison in der 1. Kreisklasse auf und belegte dort mit 13:29 einen mittelmäßigen siebten Tabellenplatz. „Bei uns war es durch eine dünne Personaldecke eine schwierige Saison“, sagt Abteilungsleiter Dirk Peters. Zu Beginn der Saison sei ein Stammspieler verletzt ausgefallen und fehlte fast die komplette Saison, zur Rückrunde sei ein weiterer Ausfall hinzugekommen. „Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir mit dem erreichten Klassenerhalt erst einmal zufrieden“, zieht Peters eine gemischte Saisonbilanz.

Zur neuen Saison gebe es einen Spieler, der deutlich weniger spielen wolle, ansonsten wolle man aber wieder eine Mannschaft stellen.

Zum Plastikball stehe man grundsätzlich relativ neutral: „Den meisten ist die Umstellung egal, denn wenn es nicht läuft, liegt das nicht nur am Ball“, ist sich Peters sicher. Lediglich ein Spieler sei strikt gegen die Umstellung und werde deshalb nur noch sporadisch mitspielen.

Im Jugendbereich strebe man in Imgenbroich keine Meldung einer Mannschaft an. „Wir haben fünf, sechs Kinder hier, aber bieten für diese eher eine Art Familien-Tischtennis an. Hier steht nicht der Wettkampf im Vordergrund, sondern eher Tischtennis als Hobby in der Freizeit“, erläutert Peters.

TuRa Monschau

Die TuRa trat in dieser Saison ebenfalls mit einer Herrenmannschaft im Meisterschaftsbetrieb an. In der Hinrunde wurde man in der 3. Kreisklasse, Gruppe B, mit 10:10 Punkten Tabellensechster. Dadurch verpasste man knapp die Qualifikation für die Aufstiegsrunde, sodass man zur Rückrunde in der 3. Kreisklasse blieb. In dieser wurde man mit 18:2 Punkten dann Gruppensieger. „Einige Spieler fehlten bei uns verletzt oder arbeitsbedingt, sodass wir selten komplett spielen konnten. Unter diesen Umständen war die Saison und vor allem die Rückrunde, in der wir ungeschlagen Erster geworden sind, für uns zufriedenstellend“, fasst Jörg Bögelsack zusammen.

In der nächsten Saison werde man erneut eine Mannschaft in der 3. Kreisklasse melden. „Unser Ziel ist es dann auf jeden Fall, in die obere Tabellenhälfte zu kommen, um dann in der Rückrunde in der oberen Gruppe, also der Aufstiegsgruppe, zu spielen“, so Bögelsack.

In Monschau spielt das Thema der Umstellung auf den Plastikball keine Rolle, denn die TuRa spielt bereits seit drei Jahren mit dem neuen Material.

Im Bereich des Nachwuchses habe man schon einmal versucht, etwas auf die Beine zu stellen, jedoch erfolglos, „da in Monschau selbst ja auch kaum noch Jugendliche leben“, erklärt Bögelsack. Es sei angedacht, in der kommenden Saison im Jugendbereich eine Kooperation mit dem TV Höfen anzustreben.

FC Germania Vossenack

Als fünfter Vertreter aus der Eifel trat der FC Germania Vossenack ebenfalls mit einer Herrenmannschaft in der 3. Kreisklasse an. In der Gruppe A stand nach der Hinrunde mit 11:11 Punkten ein siebter Rang zu Buche. Daher trat man zur Rückrunde, ebenso wie die Tura aus Monschau, in Gruppe B der 3. Kreisklasse an. Hier wurde mit 16:4 Punkten der dritte Tabellenplatz erreicht. „Wir sind froh, dass sich vor der Saison noch einige Spieler bereit erklärt haben zu spielen, sodass wir noch eine Mannschaft melden konnten“, sagt Gerd Wildrath. Auch bei der Germania sei die personelle Lage, unter anderem auch krankheitsbedingt, schwierig gewesen, besonders bei Meisterschaftsspielen unter der Woche. „Insgesamt ziehen wir aber ein positives Fazit, besonders nach dem dritten Platz in der Rückrunde“, so Wildrath.

In der kommenden Spielzeit will man erneut eine Mannschaft in der 3. Kreisklasse melden, „doch die Zukunft liegt ganz klar in der Jugend“, ist er sich sicher. So wolle man im Schüler- und Jugendbereich „einen vorsichtigen Neuanfang starten“. In diesem Jahr feiere der FC Germania Vossenack sein 100-Jähriges Jubiläum und in diesem Rahmen solle es nach Möglichkeit auch einen kleinen Neuanfang im Tischtennis geben. „Wir haben diese Saison ein paar Interessenten beim Training gehabt, die wir natürlich halten und auch fördern wollen“, betont er.

In Vossenack hat man, ebenso wie in Kesternich und Imgenbroich, bis zuletzt am Zelluloid-Ball festgehalten. „Auch wir werden uns an die Umstellung anpassen müssen und sind noch nicht darauf eingestellt, aber nach einer gewissen Zeit werden wir uns auch an diesen Ball mit seiner rauen Oberfläche gewöhnen“, ist Wildrath zuversichtlich.

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