Nordeifel: Bezirksbeamte geben der Polizei ein Gesicht

Nordeifel: Bezirksbeamte geben der Polizei ein Gesicht

In ihren Zuständigkeitsbereichen sind sie bekannte Persönlichkeiten. Viele Menschen grüßen sie auf der Straße. Jeder kennt die Bezirksbeamten der Polizei. „Hier in der Eifel werden die Polizeibeamten noch erkannt und anerkannt. Hier ist das Gesellschaftsgefüge eben noch ein anderes“, sagt Dienststellenleiter Harald Müller.

Der dienstälteste Polizeibeamte in der Nordeifel ist Hermann Carl. Seit 1981 ist er in der Eifel tätig, zunächst im Streifendienst und seit über zehn Jahren als Bezirksbeamter für den Bereich Simmerath. Dazu gehören die Orte Simmerath, Kesternich, Lammersdorf, Rollesbroich, Paustenbach und Witzerath. „Hier ist alles viel persönlicher. Man kennt die Leute und die Leute kennen uns“, sagt der 60-Jährige.

Dazu gehören auch die Kinder, die die Beamten meist in der Schule im Rahmen der Verkehrserziehung kennenlernen. Die Beamten sind aber auch in ihrer Freizeit Ansprechpartner für die Bürger, ob es um gestohlene Grableuchten oder verdächtige Beobachtungen geht, die Menschen rufen bei Carl und seinen Kollegen zu Hause an. „Wenn ich nach Hause komme, hat meine Frau oft schon eine Reihe von Anrufen entgegen genommen. Die Kollegen aus der Stadt kennen sowas nicht“, sagt der 56-jährige Polizeihauptkommissar Bernd Goffart aus Kalterherberg, der als Bezirksbeamter für die Monschauer Altstadt, Höfen, Kalterherberg und Rohren verantwortlich ist. „Das ist genau das, was ich mir erträumt habe: Meinen Dienst da zu tun, wo ich auch wohne. Deshalb kann ich aber nicht hier und da ein Auge zudrücken. Das gibt es nicht“, sagt Goffart. Unterstützt wird er von dem 53-jährigen Jürgen Nießen, der ein wachsames Auge auf Imgenbroich, Konzen, Mützenich und Widdau hat. Er ist seit 2002 in der Eifel tätig und seit zweineinhalb Jahren Bezirksbeamter in der Stadt Monschau.

Den Bereich Roetgen teilen sich der 59-jährige Polizeihauptkommissar Anton Küffen aus Stolberg und der 57-jährige Polizeioberkommisar Heinz Klos. Küffen ist vor zwei Jahren nach Roetgen gewechselt. Klos ist seit 2006 in der Eifel unterwegs und seit 2012 in Roetgen stationiert.

Den wohl schönsten Arbeitsplatz haben die Polizeihauptkommissare Dieter „Charlie“ Braun und Lothar Rubel auf der Wache in Rurberg. Sie sind für Rurberg, Strauch, Woffelsbach, Dedenborn, Hammer, Steckenborn, Eicherscheid, Huppenbroich, Einruhr, Erkensruhr und Hirschrott zuständig. Seit 1986 war Braun in Simmerath tätig, seit 2000 in Rurberg. Rubel ist seit 1983 in der Eifel und seit 2005 in Rurberg. Die Beiden sind viel am Wochenende unterwegs. Das bringt der Tourismus mit sich. „Eine Sauregurkenzeit gibt es so nicht mehr. Das liegt wohl auch an den Aktivitäten der Rursee-Touristik“, sagt Lothar Rubel.

Zu den Hauptaufgaben des Bezirksdienstes gehören die fußläufige Präsenz, die Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Monschauer Weihnachtsmarkt, dem Erntedankzug in Mützenich, dem Simmerather Markt oder dem Rurseefest in Rurberg und Woffelsbach. Dazu gehört auch die Begleitung von Beatbällen und Abifeiern in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Die Beamten stehen in engem Kontakt zu den Kommunen und den Ordnungsämtern. Weitere Aufgaben sind die Bekämpfung von Hauptunfallursachen und die Vollstreckung von Haftbefehlen. Nicht zuletzt sind die Beamten auch bei größeren Einsätzen als Unterstützung gefragt. Das erfordert flexible Arbeitszeiten, auch am Wochenende.

Wer Kontakt zu den Bezirksbeamten sucht, braucht sie nicht im wohlverdienten Feierabend zu stören. Die Beamten bieten regelmäßig Sprechstunden in den Anlaufstellen in Simmerath, Monschau, Rurberg und Roetgen an. Natürlich ist die Polizei auch rund um die Uhr unter der Notrufnummer 110 zu erreichen. Die Notrufnummer sei immer die erste Wahl, sagen die Polizisten, so könnte die Polizei am besten und schnellsten reagieren. Dabei solle man auch keine Hemmungen haben und zum Beispiel auch bei verdächtigen Beobachtungen anrufen, nicht nur bei schweren Delikten. „Lieber zehn Mal zu viel als ein Mal zu wenig“, sagt Bernd Goffart.

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