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Simmerath: Bewegung im Bild festgehalten

Simmerath : Bewegung im Bild festgehalten

Auf unterschiedliche Weise hat Dr. Hajo Peters in den vergangenen Jahrzehnten Akzente in der regionalen Kunstwelt der Nordeifel gesetzt.

Traditionelle Landschafts- und Tiermalerei fanden in dieser Zeit ebenso ihren Platz wie gewagte Experimente. Seine jüngstes malerisches Schaffenswerk fasst der 59-Jährige aus aus Imgenbroich unter dem Leitmotiv „Moving Art” zusammen.

Das klingt zeitgemäß gestylt und ein wenig nach Werbebotschaft, doch Hajo Peters, im Hauptberuf praktischer Arzt, wendet sich erneut der Tier- und Landschaftsmalerei zu, wobei diesmal der Aspekt der Bewegung die bildbeherrschende Thematik ist.

„Bewegung” lautete daher auch der Titel eines Erlebnis-Abends, zu dem die Raiffeisenbank Simmerath am Wochenende eingeladen hatte. Hier stellt Hajo Peters noch bis zum 15. Dezember einen Querschnitt seiner Arbeiten aus.

Die rund 50 Besucher konnten nicht nur in einen Dialog mit den in der Schalterhallen wirkungsvoll präsentierten Peters-Arbeiten treten, sondern durften sich auch an einem kulturellen Highlight erfreuen, das Thorsten Hinz, Kunsthistoriker und Leiter des Kunst- und Kulturzentrums Monschau (KuK) vorbereitet hatte. Während eines wortgewandten Vortrages über das Thema Bewegung in der Kunst lief zeitgleich die ton- und fast schnittlose Video-Produktion „Der Lauf der Dinge”, ein ebenso unterhaltsames wie spannendes 30-Minuten-Werk der Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiss.

In ihrem bereits 1987 bei der Documenta” in Kassel vorgeführten Streifen geht es um mechanische und chemisch erzeugte Kettenreaktionen, die in immer wieder überraschende und originelle Bildsequenzen umgesetzt werden.

Zuvor hatte Raiffeisenbank-Vorstandsvorsitzender Olaf Jansen die Gäste begrüßt und Hajo Peters als einen Maler charakterisiert, der „mit immer neuen Darstellungen die Großartigkeit der Schöpfung in der Bewegung festhält.”

Hajo Peters zeigt in meist großformatigen, machmal gar gigantischen Arbeiten, einen Streifzug quer durch die Tierwelt der Kontinente und Weltmeere. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die in die Präsentation eingestreuten Akte. Kraftstrotzende Farben, aus dem Vollen gegriffen, springen dem Betrachter entgegen, die von Peters häufig verwendeten Leuchtfarbzusätze verfehlen ihre Wirkung nicht.

Mit allen Mitteln will er die Bewegung, und dabei auch schon einmal zu viel des Guten. Man findet impressionistische Träumereien, aber auch Motive, die aus der Designer-Werkstatt stammen können. Deutlich wird in der Ausstellung mit ihren zahlreichen Facetten, dass Hajo Peters noch nicht am Ende einer Entwicklung angelangt ist.

Diese Entwicklung begann bereits in früher Jugend. Neben seinem Medizinstudium besuchte er als Gasthörer Kunstvorlesungen in Paris, Wien und Düsseldorf. Konsequent künstlerisch tätig ist Peters seit Anfang der 70er Jahre als er sich in Monschau als Arzt niederließ. Jagd-, Landschafts- und Tiermalerei, mit dem Luxus im eigenen Revier zu arbeiten, bestimmten sein Werk.

Beim akademischen Kunstmaler Paul Siebertz erlernte er die Freilichtmalerei, von 1980 bis 1988 bildete er sich weiter bei Prof. Manfred Schatz, der vor vier Wochen verstorben ist und in Fachkreisen als der bedeutendste Tiermaler der Welt gilt. Hajo Peters erhebt für sich selbst den Anspruch, Bewegung in seiner Öl- und Aquarellmalerei für den Betrachter sichtbar zu machen. „Das Bild muss zittern vor Bewegung”, fordert er.

Zur Erinnerung an den Erlebnis-Abend durften sich die Besucher als Geschenk einen Druck mitnehmen. In diesem Ölgemälde aus dem Jahr 1994 hält Hajo Peters Wildschweine im Schnee fest - eine wirklich gelungene Arbeit - und voller Bewegung!