Rollesbroich: Betriebsweg zur Kalltalsperre soll sicherer werden

Rollesbroich: Betriebsweg zur Kalltalsperre soll sicherer werden

Die Kalltalsperre ist ein beliebtes Ziel für Freizeitaktivitäten: Wanderer, Jogger und Radfahrer umrunden gerne den Trinkwasserspeicher. Ab dem Einstieg am Lammersdorfer Berg beträgt die Runde etwa sieben Kilometer.

Ein Teil des Schotterweges bis zur Talsperrenmauer ist aber als Betriebsweg auch die einzige Zufahrt für Anwohner, den Talsperrenwärter und das hier beschäftigte Personal. Daher hat die Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH als Betreiber der Talsperre jetzt den Antrag gestellt, einen zwei Kilometer langen Abschnitt vom Lammersdorfer Berg bis zur Mauer zu asphaltieren. Der dafür erforderlichen Befreiung stimmte jetzt der Naturschutzbeirat der Städteregion Aachen zu.

Die mit einer wassergebundenen Decke befestigte Zuwegung, die an der Bundesstraße 266 zwischen Lammersdorf und Rollesbroich beginnt, ist im Winter nicht sicher zu befahren. Bei Frost erschweren Vereisungen die Befahrbarkeit, was insbesondere für das an der Talsperre beschäftigte Personal problematisch ist.Der Betriebsweg müsse ebenso auch für Rettungsfahrzeuge gut befahrbar sein, hieß es von Seiten der Städteregions-Verwaltung.

In den vergangenen Jahren sei es zudem bereits zu mehreren Unfällen aufgrund des vereisten Weges gekommen. Zur Verbesserung der Situation sollte daher der Weg auf einer Länge von zwei Kilometern und in einer Breite von rund drei Metern durch Asphaltierung ertüchtigt werden.

Bei der landschaftsökologischen Beurteilung wies die Verwaltung darauf hin, dass die Asphaltierung eines Schotterweges die ökologischen Zerschneidungswirkungen verstärke. Da der Weg aber in einem schattigen und feuchten Tal liege, relativierten sich diese Effekte. Hinzu komme, dass die Verkehrsintensität relativ gering sei: „Eine direkte oder indirekte Schädigung der angrenzenden Gehölzbestände, Wegränder, Böschungen und wassergefüllten Gräben ist nicht zu befürchten“, heißt es weiter.

Der Eingriff in Natur und Landschaft sei so geringfügig, „dass keine erheblichen Auswirkungen, die den Schutzgegenstand des FFH-Gebietes und seine wertbestimmenden Arten beeinträchtigen könnten, zu erwarten sind.“ Auch artenschutzrechtliche Belange seien nicht betroffen, sofern die Bauarbeiten außerhalb der gesetzlichen Vogelbrutzeit erfolgen würden.

Der Ausbau soll im Herbst 2017 erfolgen, weil dann weder Amphibienwanderungen noch die Setzzeit der Wildkatze betroffen seien. Lobend wird schließlich hervorgehoben, dass durch den Bauherrn in der Vergangenheit schon verschiedene Kompensationsmaßnahmen im Kalltal erfolgt seien, die zur Aufwertung des Naturschutzgebietes beigetragen hätten, wie z. B. die Entfernung von Fichtenbeständen, um eine natürliche Auwaldentwicklung zu begünstigen.

(P. St.)