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Nordeifel: Berufsvorbereitung schon in Klasse 8

Nordeifel : Berufsvorbereitung schon in Klasse 8

Die Arbeit von Wolfgang Tambornino in der Kontakt- und Beratungsstelle für Arbeitslose in Monschau wird auch mit Blick auf Hartz IV immer wichtiger.

Rat und Hilfe gab er auch beim Ausfüllen der Anträge auf Arbeitslosen- und Sozialhilfe, berichtete Wolfgang Tambornino im Jugend- und Sozialausschuss, als er den Jahresbericht 2003 vorlegte.

Seit 1989 gibt es die Beratungsstelle in der Trägerschaft der Pfarrgemeinde Monschau. Untergebracht ist sie seit Mitte 2002 auf der Etage über dem Jugendzentrum im Bischof-Vogt-Haus.

Aufgabe der Beratungsstelle ist es, arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der sozialen und beruflichen Integration zu helfen. Schwerpunkt ist dabei die prophylaktische Arbeit, erläuterte Wolfgang Tambornino, der weitere Schwerpunkte nannte: Beratung bei der Stellensuche, der Bewerbung, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen und Begleitung bei Behördengängen. Die Beratungsstelle richtet sich also an persönlich und sozial benachteiligte Menschen, deren Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ohne besondere Hilfen gefährdet wäre.

Das Angebot richtet sich an die Jugendlichen der weiterführenden Schulen. Adressaten sind dabei vor allem Frühabgänger und Schulabgänger ohne qualifizierten Abschluss. Die Hilfe geschieht durch intensive pädagogische Gruppenarbeit, möglich ist aber auch sozialpädagogische Einzelhilfe.

Die Beratungsstelle kümmert sich besonders auch um die Jugendlichen der Förderschule Nordeifel. Schon zum Ende des 8. Schuljahres setzt die Berufsvorbereitung an, um die Chancen der benachteiligten Sonderschüler auf eine Teilhabe am Arbeitsleben zu erhöhen. Dabei arbeitet Wolfgang Tambornino mit anderen Einrichtungen wie Jugendamt, Arbeitsamt, Schulen und Sozialämtern eng zusammen.

Im vergangenen Jahr wurden 55 Jugendliche (Schüler und Schülerinnen) beraten und begleitet, 34 setzten den Schulbesuch fort, einige konnten eine Lehre beginnen, drei junge Leuten wechselten in eine Werkstatt für Behinderte.Ê 76 Leute (unter 25 Jahre) wurden beraten und betreut, die keine Schüler mehr waren, davon kamen 37 aus der Stadt Monschau und 35 aus der Gemeinde Simmerath. Von den 76 jungen Menschen waren 26 seit einem Jahr und mehr arbeitslos.

Wolfgang Tambornino: "Diese Zahl macht deutlich, dass Langzeit-Arbeitslosigkeit nicht allein ein Phänomen unter älteren Erwerbslosen ist. Am Ende des Jahres waren acht Leute in Arbeit, zwei wurden geringfügig beschäftigt, sechs Leute konnten in eine Ausbildung vermittelt werden, drei holen den Schulabschluss nach, 29 blieben weiterhin arbeitslos."

Was bringt Hartz IV?

Zu den Klienten der Beratungsstelle gehörten im vergangenen Jahr aber auch 37 Personen, die älter als 25 Jahre waren, davon wiederum waren 10 seit einem Jahr und länger ohne Arbeit. Zwölf Leute konnten in Arbeit gebracht werden, elf blieben weiterhin arbeitslos.

Gespannt ist Wolfgang Tambornino darauf, wie sich Hartz IV auf die Menschen und auf die Gesellschaft auswirken wird. Sorgen macht er sich um die Zukunft der Beratungsstelle: Für das nächste Jahr ist die Landesförderung noch gesichert, danach ist sie ungewiss.

Wolfgang Tambornino appellierte an die Fraktionen des Simmerather Rates, sich bei ihren Landtagsabgeordneten für eine weitere Landesförderung der Beratungsstelle einzusetzen. Gleichzeitig lud er den Ausschuss ein, die Beratungsstelle in Monschau einmal zu besichtigen.