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Monschau: Beruf Politesse: Wenn der Zeigefinger auf die Scheibe tippt

Monschau : Beruf Politesse: Wenn der Zeigefinger auf die Scheibe tippt

Erwischt! Der Zeigefinger tippt auf die Windschutzscheibe eines Pkws. „Dieses Ticket gilt bis 14.40 Uhr, jetzt ist es aber schon 15.09 Uhr”, stellt Juliette Ihrig, Politesse in der Stadt Monschau, fest und zückt ihr Gerät.

Der Ort des Geschehens ist in diesem Fall der Parkplatz am Burgau, das Kennzeichen, die Nation, Fahrzeug, hier ein Pkw, die Marke sowie die aktuelle Uhrzeit müssen eingegeben werden und natürlich die Nummer des gelösten Tickets. „Das ist wichtig, damit der Fahrer im Nachhinein nicht mit einem anderen Ticket auftaucht und behauptet, er hätte für eine längere Parkdauer gelöst”, kennt Ihrig, die schon seit 20 Jahren in der Altstadt beschäftigt ist, die Tricks mancher Parksünder.

Dann wird das Knöllchen zum Schutz vor Regen noch eingetütet und kann mit einem routinierten Griff unter den Scheibenwischer geklemmt werden.

Von 10 bis 17 Uhr geht die 62-jährige Vollzeitbeschäftigte aus Monschau ihre Runde. Unterstützung bei der Verkehrsüberwachung bekommt sie von zwei Teilzeitkräften.

Das geübte Auge erkennt sofort, dass da jemand bei der Einstellung der Parkscheibe geschummelt hat. Diese zeigt nämlich 14.45 Uhr als Ankunftszeitpunkt an, „dabei ist es erst 14.15 Uhr und man dürfte höchstens halb drei angeben. Aber da mach ich nichts, so kleinlich sind wir ja nicht!”, sagt Juliette Ihrig mit einem Lächeln.

„Da ist die einzige Frau, die heute Geld verdient!”, kommentiert ein Passant die Arbeit der Politesse. Diese reagiert kaum auf den Mann. „Klar kommen schonmal dumme Sprüche. Aber ich bleibe dann immer freundlich oder lasse die Leute einfach stehen.”

Natürlich nörgeln auch viele Fahrer, wenn ich ihnen ein Knöllchen gebe, aber dann sag ich, dass ich daran nichts ändern kann und lasse mich auf keine Diskussion ein”, beschreibt sie ihr Verhalten im Umgang mit wütenden Parksündern.

Monschaus einzige hauptamtliche Politesse Juliette Ihrig hat übrigens selbst auch schon einmal ein Knöllchen verpasst bekommen hat: Das aber war nicht etwa in Monschau, sondern bei den Nachbarn in Simmerath.