Höfen: Belgischer Freund lockt die Lyra zum „Spektakel“

Höfen: Belgischer Freund lockt die Lyra zum „Spektakel“

Über 40 Musiker der Lyra Höfen und insgesamt über 50 Personen machten sich kürzlich auf zu einem Ausflug nach Belgien. Ihr Freund Siggi D‘Heer, der ein Ferienhaus in Höfen hat und auf keinem Fest im Dorf fehlt, hatte die Musiker schon vor vielen Monaten angesprochen, ob sie in seinem Heimatort Zele in Belgien nicht einmal so etwas wie einen „Böhmischen Abend“ gestalten möchten.

Zunächst war die Lyra etwas skeptisch, insbesondere weil die Anfahrt nach Zele mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Siggi machte kräftig Werbung für die Idee des Konzerts „met zang en spektakel“ und garantierte, dass er viele Zuschauer zusammen bekommen würde. Schließlich wurde der Auftritt zugesagt und die Lyra verband die Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Wochenendausflug.

Tolle Akustik

Gestartet wurde am Samstagmorgen um 8 Uhr am Proberaum, und zunächst ging die Fahrt nach Brüssel, wo man die Altstadt besuchte und sich im Restaurant „Chez Leon“ stärkte. Danach ging es ins Hotel nach Antwerpen, in dem sich die Musiker für ihr Konzert am Abend frisch machten. Nach der Ankunft in Zele nahmen sie den Konzertsaal „De Wiek“ in Augenschein. Eins war sofort klar: Bei einer so tollen Akustik hatten sie noch nie ein Konzert gespielt. Sie spielten sich ein und testeten die Technik für den Gesang des Gesangsduos Dorothee und Stefan.

Danach hatte Siggi mit seiner Familie und Freunden im Pfarrheim von Zele das traditionelle belgische Gericht „Stoofvlees“ mit Pommes und Salat vorbereitet, damit die Höfener sich vor dem Konzert noch einmal stärken konnten. Vor dem Foyer des Veranstaltungsgebäudes wurden die Gäste aus der Eifel danach von der Seniorenkapelle des Musikvereins „Kunst Adelt“ begrüßt, der mit Siggi zusammen die Veranstaltung geplant hatte. Zudem erhielten alle Besucher und auch die Musiker der Lyra von der Marketenderin Margret ein Schnäpschen.

Nun wurde es langsam ernst. Die Musiker fanden sich im separaten „Backstagebereich“ ein und durften dann um 20 Uhr endlich die Bühne betreten, vor der etwa 350 Zuschauer Platz genommen hatten. Das Konzert war ein voller Erfolg. Die Lyra spielte einen bunten Mix aus böhmischer Blasmusik, aber auch moderne Stücke, wie man sie von Schlagerabenden kennt.

So durften etwa der „Böhmische Traum“ und „Ein bisschen Spaß muss sein“ nicht fehlen. Die Musikanten hatten auch wieder einige „Spezial-Stücke“ vorbereitet. So spielten Heinz-Georg Kerkmann und Ruth Stein in der ersten Hälfte das Solo-Stück für Tenorhorn und Piccoloflöte „Grandfa-thers‘ Clock“.

Polka im Publikum

Und wie es üblich ist beendeten sie den ersten Teil des Konzerts mit der bekannten „Borsicka-Polka“, bei der sie sich mit und mit in das Publikum stellten.

In der zweiten Hälfte gab es noch mehr „zang en spektakel“. Zum „Zwergenlied“ (Drob‘n auf‘m Berg) hatten sich die jugendlichen Mädels einen Tanz ausgedacht, dazu sangen Heino Breuer und Stefan Jansen — natürlich mit Zipfelmützen. Heino Breuer faszinierte danach die Zuschauer mit seinem Solo auf den Kuhglocken bei dem wunderschönen Stück „Alpenglocken“, das bereits auf dem letzten böhmischen Abend zu hören war. Einer Zuschauerin hatte dieses Stück besonders gut gefallen, so dass das „Stück mit den Glöckchen“ später noch einmal als Zugabe gespielt wurde.

Einen Stuhl gezimmert

Das absolute Highlight boten dann gegen Ende Heino Breuer und Guido Hermanns, als sie bei der „Heimwerker-Polka“, wie ebenfalls auf dem letzten böhmischen Abend, einen Stuhl zimmerten. Außerdem sangen Stefan Jansen und Dorothee Breuer viele bekannte böhmische Stücken und begeisterten damit das Publikum.

Nach zwei Zugaben und insgesamt drei Stunden Konzert verließen die Musiker erschöpft, aber sehr zufrieden die Bühne und ließen den Abend mit den Zuschauern im Foyer ausklingen.

Am Sonntagmorgen ging es nach dem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein zum Hafen von Antwerpen und auf eine Hafenrundfahrt. Um 16 Uhr trat man die Heimreise an.

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