Beim 22. Rursee-Marathon liegen die Favoriten vorne

22. Rursee-Marathon: Die Favoriten machen das Rennen

Lokalmatador Markus Mey bei den Männern und Katrin Esefeld bei den Frauen sind beim 22. Rursee-Marathon am Sonntag als Erste durchs Ziel gelaufen.

Nach seinem ersten Sieg im Jahr 2017 kletterte Lokalmatador Markus Mey auch beim Rursee-Marathon am Sonntag als Erster auf Siegertreppchen. Bei besten Laufbedingungen kam der 47-Jährige aus Morsbach auf seiner Hausstrecke in 2:51 Stunden zwar nur auf eine durchschnittliche Zeit, kam aber unter dem Jubel zahlreicher Zuschauer mit rund zwei Minuten Vorsprung als souveräner Sieger am Obersee ins Ziel. „Eigentlich sind fünf Marathonläufe im Jahr etwas viel“, meinte der Sieger, der beim Monschau-Marathon 2018 Zweiter geworden war und erst vor fünf Wochen in Berlin starke 2:34 gelaufen war. „Beim Heim-Marathon aber wollte ich auf keinen Fall fehlen“, ergänzt Markus Mey, der bereits bei Kilometer 16 die Vorentscheidung gesucht und sich von den Verfolgern abgesetzt hatte. Gerade auf den Steilpassagen der 42,2 Kilometer-Distanz spielte der Morsbacher seine Qualitäten aus. „Da kann man richtig Zeit machen – oder auch verlieren“, erzählt der vollkommen entspannt wirkende Sieger, dem Johannes Plöttner und Pascal Huppertz (Team coolart) auf den Plätzen folgten.

Nicht ganz so rund lief es für Katrin Esefeld, die dennoch mit rund 11 Minuten Vorsprung in 3:16 Stunden überlegene Siegerin in der Damen-Konkurrenz wurde. Zum fünften Mal gewann die 36-Jährige von der LG Mettenheim bei München damit den Rursee-Marathon. „Heute war es hart. Bei mir ging es am Ende nur noch ums Ankommen“, berichtet Katrin Esefeld, die sich etwa ab der Mitte des Rennens mit einer Zerrung plagte. Aufgeben aber kam für die Seriensiegerin nicht in Frage. „Ich liebe diese Strecke einfach. Die Landschaft ist wunderbar, und alle Leute sind so nett hier“,sagt die Ausdauerläuferin, die sich über einen „wunderbaren Saisonabschluss“ im Dorf am See freute.

Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt hatte LV-Nordrhein-Laufwart Kalle Plum die 364 Marathon-Starter auf den Weg geschickt, wobei sich im Laufe des Tages die Temperaturen deutlich nach oben steigerten. Das Organisationsteam des Rursee-Marathon hatte am Morgen im Zelt eine kleine Überraschung erlebt, als hier alle Wasserzuleitungen eingefroren waren. Ansonsten aber hatte das Helferteam rund um Gerd Hüpgen nur Grund zum Strahlen, denn bei bester Organisation und Top-Herbstwetter zeigten sich Einruhr und die gesamte Veranstaltung von der besten Seite. Einschließlich aller Hilfsorganisationen waren entlang der Strecke etwa 180 Helfer am Start. „Das halbe Dorf ist im Einsatz“, freute sich Hüpgen über das Engagement vor Ort.

Zum fünften Mal siegte Katrin Esefeld beim Rursee-Marathon. Foto: Peter Stollenwerk

Insgesamt 1242 Läufer hatten sich am Sonntag in Einruhr eingefunden, denn noch beliebter als der Marathon ist die 16,5 Kilometer-Distanz mit diesmal 878 Teilnehmern (darunter allein über 300 Nachmeldungen am Starttag). Moderator Andreas Menz konnte bereits nach 56:22 Minuten mit Lucas da Silva aus Lüttich den souveränen Sieger begrüßen, gefolgt von Ralf Ulmer (LG Euskirchen in 56:37) und Streckenrekordhalter Martin Heuschen (ATG Aachen/58:21).

Bei den Damen dominierte Kristina Ziemons vom Skikeller Kaulard die Konkurrenz. Mit der Zeit von 1:05,48 unterbot die 34-Jährige den von ihr gehaltenen Streckenrekord aus dem Jahr 2016 um drei Sekunden. „Das war mir gar nicht bewusst“, lacht die Siegerin, die während des Laufs vergessen hatte, ihre Uhr anzuziehen. Viel wichtiger war ihr wieder der „landschaftlich und atmosphärisch tolle Lauf in Einruhr“. Zweite über die 16,5 Kilometer wurde Nora Schmitz (LG Euskirchen/1:07,58) vor Laura Laermann (Mönchengladbach/1:08,11).

Besonders herzlich im Ziel begrüßt wurden Rene Latz vom Marathon-Organisationsteam, der die 16,5 Kilometer in 1:15,53 absolvierte sowie Alfred Hüpgen, der die Marathon-Distanz in 3:22 Stunden bewältige. Der Dauerläufer aus Einruhr war bester Dinge im Ziel: „Mit geht es vor allem um die Veranstaltung, und heute lief wirklich alles super“, sagte der 54-Jährige. Zur guten Stimmung und zur Motivation trugen unter anderem auch zwei lautstarke Trommelgruppen an der Strecke bei.

Auf geht’s: Beim 2.. Rursee-Marathon wurden in Einruhr 364 Teilnehmer auf die 42,2 Kilometer-Distanz geschickt. Foto: P. Stollenwerk

Einen besonderen Tag in Einruhr feierten auch Martin Donat aus Düren und Werner Groß-Alt aus Brand, die beide zum 20. Mal am Rursee-Marathon teilnahmen.

Aber auch von weiter her kommen die Läufer. 21 Nationen waren in Einruhr am Start, darunter 69 Niederländer und 45 Belgier, aber auch aus Südafrika, USA, China und sogar aus Neuseeland waren Starter gemeldet.

Begonnen hatte das sportliche Wochenende am Obersee bereits am Samstag mit mehreren Kurzläufen und einer geführten Mountainbike-Tour, die allein 130 Teilnehmer anlockte. Bei den Kurzstreckenläufen am Samstag waren rund 300 Teilnehmer am Start.

Viele Aktiven trafen sich dann noch zur Siegerehrung und zum Austausch im Zelt. Hier hatte auch Spendersammler Peter Borsdorff noch einen Auftritt, der wieder einmal im Einsatz für seine Aktion „Running for Kids“ und Gutes für einen Familie aus der Eifel tun konnte. (weiterer Bericht hierzu folgt).

(P. St.)
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