Aachen: Bauindustrie hofft auf neue RWTH-Projekte

Aachen: Bauindustrie hofft auf neue RWTH-Projekte

Ein leichtes Auftragsplus von 3,9 Prozent zum Ende des Jahres 2010 lässt die Bauindustrie in Aachen optimistisch ins neue Jahr blicken. „Allerdings nur, wenn sich dieser Trend mittelfristig stabilisieren lässt”, ergänzt Joachim Neßeler, Vorsitzender des Verbandsbezirks Aachen des Bauindustrieverbandes NRW.

Seit der weltweiten Krise habe sich die Bauindustrie schnell wieder aus ihrer Tieflage entwickelt. Die Umsätze seien zwar noch nicht auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise. „Aber wir sind auf dem Weg dahin”, stimmt Neßelers Stellvertreter Peter Derichs zu. „Die Auftragslage hat sich bereits stabilisiert, das wird sich in den Umsätzen zeigen.”

Und das, obwohl das Jahr 2010 die Bauunternehmer vor extreme Wetterbedingungen gestellt hat. Aufgrund des Winters konnte insgesamt vier Monate nicht operativ gearbeitet werden. „Natürlich bringt das auch Probleme mit den rigoroseren Terminfristen mit sich”, so Derichs. „Wir sind auf das Verständnis der Bauherren angewiesen.” Bis zu fünf Prozent der Auftragssumme kann sonst als Strafe drohen.

Gleichzeitig habe die Bauindustrie von den Maßnahmen der Regierung profitiert. Dazu gehörten der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit und das Konjunkturpaket II. Allerdings beklagen die Bauunternehmer, dass oft die investiven Mittel in den öffentlichen Kassen fehlten. „Das Geld wird zuerst an anderer Stelle eingesetzt”, meint Neßeler.

Für 2011 hofft die Aachener Bauindustrie unter anderem auf die Vorhaben der RWTH. Die ersten Projekte des Campus Melaten hätten bereits Fuß gefasst, so Neßeler. Die heimische Wirtschaft werde von diesen Millionen-Projekten profitieren. „Natürlich gibt es ortsfremde Konkurrenz”, weiß Neßeler. „Doch wir versuchen unseren Platzvorteil nach Kräften auszunutzen.”

Die Bauvorhaben wiederum würden Tausende von Arbeitsplätzen nach Aachen holen. Das komme dem Wohnungsbau zugute, der bereits im letzten Jahr ordentlich zugelegt hat, so Peter Derichs. Die Flächen, die dafür benötigt werden, müssten allerdings rechtzeitig erschlossen werden. „Darauf muss sich die Städteregion einstellen”, sagt Neßeler.

Im Gegensatz zum Wohnungsbau war der Wirtschaftsbau mit einem Minus von 25,8 Prozent ein Sorgenkind der Branche. Ebenso die demografische Entwicklung. In der Zahl der Beschäftigten gäbe es wieder einen Positivtrend zu verzeichnen. „Jeder fünfte Mensch im produzierenden Gewerbe ist in der Bauindustrie tätig”, erklärt Derichs.

Doch die Unternehmen haben mit rückläufigen Bewerberzahlen zu kämpfen. Dafür gäbe es zwei Lösungen: Migration und eigene Ausbildung. Um den Kontakt zu zukünftigen Auszubildenden zu halten, seien Vertreter von Bauunternehmungen seit einiger Zeit verstärkt in Schulen und Universitäten unterwegs, so Neßeler. „Dort müssen wir einsteigen und uns positiv präsentieren.”

Weitere Informationen zum Verband

Der Bauindustrieverband NRW ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen der Bauindustrie in NRW. Er betreut rund 350 Mitgliedsunternehmen und gehört zu den größten bauindustriellen Landesverbänden der Bundesrepublik Deutschland.

Sein Verbandsbezirk Aachen umfasst die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen und die Kreise Düren, Heinsberg sowie Teile des Kreises Euskirchen.